„Ausrufezeichen“ in Tirol: Rapid findet Effizienz wieder

via Sky Sport Austria

Acht Tore in acht Spielen und dann fünf Treffer in einer Partie: Bei Rapid ist am Samstag beim 5:0-Kantersieg bei WSG Tirol in der 10. Runde der Fußball-Bundesliga der Offensivknoten richtig geplatzt. Dass das ausgerechnet im Duell mit den Tirolern gelang, kam nicht überraschend, konnte der Gegner doch bereits zum siebenten Mal in Folge besiegt werden. Die Formkurve der Hütteldorfer vor dem Wiener Heim-Derby am kommenden Sonntag zeigt also klar nach oben.

„Es war der nächste Schritt in die richtige Richtung, aber auch nicht mehr. Wir brauchen jetzt nicht glauben, dass wir die Besten sind“, sagte Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer. Die Leistung in der ersten Hälfte war nur defensiv in Ordnung, offensiv war abgesehen von dem glücklich zustande gekommenen Führungstor von Guido Burgstaller (45.) und einer folgenden Kühn-Großchance nichts zu sehen. „In den ersten 30 Minuten waren wir zu passiv, hatten keinen Zugriff, keine Kontrolle“, wusste auch Feldhofer. Danach wurde es mit der Umstellung von Dreier- auf Viererkette nach der Knöchelverletzung von Maximilian Hofmann besser.

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Nach der Pause und einer laut Offensivspieler Marco Grüll „sehr schlechten“ ersten Hälfte führte quasi jede Großchance zu einem Treffer und zum höchsten Ligasieg unter Feldhofer. Neben Doppel-Torschütze Burgstaller (57./Elfmeter) trafen auch Grüll (51.), Ferdy Druijf (78.) und Bernhard Zimmermann (81.). „In den letzten Monaten hat uns die Effizienz gefehlt, heute war sie spielentscheidend“, so Feldhofer. In der Länderspielpause war ein spezieller Fokus auf den Abschluss gelegt worden. Das hat sich scheinbar bezahlt gemacht. „Deshalb freut mich das riesig“, betonte Rapids Coach.

Feldhofer: Ergebnis ist ein „Ausrufezeichen“

Eine starke Partie lieferte auch Rechtsverteidiger Martin Koscelnik ab, der zum ersten Mal im Rapid-Dress einen Assist schaffte und dann gleich an drei Treffern maßgeblich beteiligt war. „Das ist ein gutes Gefühl, ich bin glücklich, dass ich dem Team helfen konnte“, sagte der 27-jährige Slowake, der den Sieg als „extrem wichtig“ bezeichnete. Rapid hat mit drei schon so viele Auswärtssiege wie in der gesamten vergangenen Saison eingefahren.

Während die Offensive zum ersten Mal in dieser Saison glänzte, war die Abwehrleistung einmal mehr zufriedenstellend. Mit neun Gegentoren kassierten die Wiener die drittwenigsten in der Liga, zum vierten Mal gab es gar keines. „Zu Null spielen ist immer etwas Besonderes, auch das gibt uns ein Stück weit mehr Selbstvertrauen“, verlautete Feldhofer. Eine angenehme Rückreise aus Tirol war garantiert. „Ein 5:0 ist nicht alltäglich und ein Ausrufezeichen. Dass es so hoch ausgeht, ist schön. Wir genießen den Moment“, sagte der 42-Jährige.

Am (heutigen) Sonntag werden die Hütteldorfer gespannt den Auftritt der Wiener Austria gegen Sturm Graz verfolgen, ist doch eine Woche später der Erzrivale der nächste Gegner. „Es wird eine spezielle Woche. Bei einem Derby ist immer ein bisschen mehr Nervenkitzel dabei, da kribbelt es schon am ersten Trainingstag. Das wird geil“, sagte Burgstaller voller Vorfreude. Der Sieg tue da richtig gut und die vielen Tore auch. „Jetzt können wir mit viel Selbstvertrauen in die Trainingswoche starten.“ Und Grüll ergänzte: „So kann es weitergehen.“ Negativ war nur, dass Hofmann und Kühn wegen Knöchelverletzungen auszufallen drohen.

Burgstaller nach dem Sieg in Tirol: „Es tut uns gut“

Bei den Tirolern war nur der Auftritt vor der Pause ansprechend. WSG-Coach Thomas Silberberger sah sein Team da „wesentlich stärker als Rapid“. Mit Geschenken zum 0:1 und 0:3 habe man dem Gegner im Endeffekt die Sache leicht gemacht. „Da sieht man schon auch, dass wir ein bisschen zu wenig Konstanz haben“, sagte der Tiroler. Mit ein Grund sei die fehlende Qualität. Die Wechselspieler bei Rapid würden in seinem Team tragende Rollen spielen.

Silberberger: „Am Ende des Tages steht es 5:0“

Auf einen Rundumschlag verzichtete Silberberger trotz des Debakels. „Das bringt nichts“, betonte der 49-Jährige. Seine Spieler gaben sich selbstkritisch. „Alles, was wir erste Hälfte gut gemacht haben, haben wir dann vermissen lassen. Deshalb sind wir untergegangen“, meinte der Ex-Rapidler Lukas Sulzbacher. Ebenfalls eine Niederlage setzte es für den einen Punkt vor Tirol liegenden Aufsteiger Lustenau mit einem Heim-1:3 gegen den viertplatzierten WAC. „Wenn man solche Räume und Möglichkeiten anbietet, wird man bestraft. Meine Mannschaft muss schnell lernen, denn so werden wir nicht mehr viele Punkte machen“, so Coach Markus Mader.

Mader nach Niederlage gegen den WAC: „Werden daraus lernen“

Für die Kärntner läuft es hingegen nach dem dritten Sieg in Folge wie geschmiert. „Am Ende war es ein verdienter, aber kein hochverdienter Sieg. Es gab in gewissen Phasen des Spiels innerhalb meiner Mannschaft ein paar Dinge zu bemängeln. Dennoch bin ich mit dem Erfolg sehr zufrieden“, verlautete WAC-Trainer Robin Dutt. Auch auswärts holte sein Team zum dritten Mal am Stück drei Punkte. „Wir haben einen Lauf und da müssen wir dranbleiben“, sagte Offensivspieler Thorsten Röcher.

Video-Highlights: Austria Lustenau – Wolfsberger AC 1:3

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(APA) / Bild: GEPA