Sturm und Austria nach Europacup-Pleiten in der Liga erfolgreich

via Sky Sport Austria

Sturm Graz und die Austria haben den Europacup-Frust mit ungefährdeten Erfolgen in der Liga erfolgreich verdrängt. Sturm bestand den von Goalie Jörg Siebenhandl ausgerufenen Charaktertest beim 2:0 gegen Austria Lustenau am Sonntag ebenso wie die Wiener, die eine chancenlose SV Ried daheim mit 3:0 abfertigten. Für die beiden Europacup-Fighter ist nun Erholung angesagt. Sturms Trainer Christian Ilzer entließ seine Schützlinge nach der Partie zum Aufsteirern in die Stadt.

„Es ist nicht einfach, drei Tage nach so einer 0:6-Klatsche am Platz zu stehen, die Unsicherheit wegzulassen und sich zu fokussieren gegen einen Gegner, der gespickt mit guten Einzelspielern ist“, beurteilte Ilzer die Leistung seines Teams durchwegs positiv. Das „Handicap“ von drei verletzten Stürmern steckte Sturm gut weg. Alexander Prass schoss seinen Premierentreffer im Grazer Trikot, Mohammed Fuseini gelang im Finish die Entscheidung. In Gefahr waren die drei Zähler für Sturm eigentlich nie.

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Wie Ilzer („Die richtige Reaktion“) freute sich auch der in Rotterdam schwer unter die Räder gekommene Siebenhandl. „Wir haben gezeigt, dass wir uns von so einer Niederlage nicht verunsichern lassen. Genau so eine Reaktion muss man dann zeigen“, sagte der unterbeschäftigte Keeper. Lustenau sei „auch nicht irgendeiner“. Flutlicht-Abenden in der Europa League zum Trotz ist die Bundesliga für Siebenhandl immer noch der wichtigste Bewerb. „Da musst einfach schauen, dass du deine Punkte sammelst, egal wie die Situation ist.“

Die Zwischenbilanz passt. 18 Punkte aus neun Runden, Platz drei punktegleich mit dem LASK und sechs Zähler Vorsprung auf die Verfolger. Trotz „Monsterprogramm“ (Ilzer) läuft es für Sturm. Zusätzliche Optionen für die restlichen Herbstrunden kündigen sich an. Otar Kiteishvili soll nach langer Verletzungspause freilich langsam an die Elf herangeführt werden. Ähnlich ist die Lage bei Neuzugang Albian Ajeti, der sich in der Vorwoche gegen Klagenfurt eine Muskelblessur zugezogen hat. Auch Jakob Jantscher muss weiter an der Formkurve arbeiten.

Ilzer mit „gezeigter Reaktion“ nach Feyenoord-Debakel zufrieden

Bevor er seine Spieler in den Abend entließ, rief Ilzer freilich noch einmal in Erinnerung, dass auch am Montag ein Training angesetzt ist. Für Freitag ist ein Test gegen Maribor geplant, dann gebe es auch den einen oder anderen Tag frei. Der nächste Gegner heißt dann Austria Wien. Am 2. Oktober tritt Sturm auswärts in Wien-Favoriten an. Auch die Violetten gehen im nationalen Hoch in die Länderspielpause.

„Das war ein wichtiger Sieg, dass wir nach vorne Anschluss halten“, sagte Torschütze Andreas Gruber nach dem deutlichen Erfolg am Sonntag. 3:0 in Hartberg, 3:0 gegen Ried – die Austria holte inmitten der Conference-League-Auftritte zwei ungefährdete Dreier in der Meisterschaft. Die drei Minuspunkte, mit denen die „Veilchen“ an den Start gegangen waren, sind ausgemerzt. Ohne die Strafe läge die Austria drei Zähler hinter Sturm. Die Fans freuten sich in erster Linie, dass Erzrivale Rapid überholt wurde. „Die Nummer eins in Wien sind wir“, schallte es nach Schlusspfiff von den Rängen.

Video-Highlights: Austria Wien gegen Ried

Auch die Austria wähnt sich nun in der verdienten Erholungsphase. „Was gibt es Schöneres, als mit so einem Spiel in die Pause zu gehen?“, meinte Manfred Schmid. Der Trainer der Wiener hatte sein Team nach der schmerzhaften Rückkehr nach dem 1:4 in Posen am Freitag auch am Samstag im Hotel kaserniert. „Es ist sicher schwierig für die Jungs. Aber ich bin der Meinung, dass es notwendig war mit Blick auf die Regeneration und den Fokus auf das Spiel“, erklärte Schmid.

Er setzte erneut auf seine Stammspieler, die große Rotation blieb aus. Ob dies auch im Oktober so gehandhabt werde, ließ Schmid offen. „Die nächste Phase wird noch schwieriger mit vielen Spielen und starken Gegnern“, erinnerte er. Nach Sturm geht es auswärts gegen Villarreal weiter, dann im Westen Wiens gegen Rapid (9.10.), ehe das Heimspiel gegen die Spanier (13.10.) ansteht. Von den Verletzten der Austria kehrt bis dahin wohl keiner zurück. Linksverteidiger Matan Baltaxa steigt zwar ins Training ein, darf jedoch noch keine Zweikämpfe bestreiten. Johannes Handl fällt ebenfalls noch länger aus.

Schmid: „War eine Freude, meinen Burschen zuzuschauen“

Offen blieb nach der Vorstellung der Austria, inwiefern Ried es dem Gegner nicht zu leicht machte. Die Innviertler gaben ein erschreckendes Bild ab, wie auch Christian Heinle zugab. Er sah die Austria gleich „zwei Klassen stärker“. Intern hinterfrage man „alles“, so der Trainer nach nun sechs Niederlagen in neun Runden bei nur vier geschossenen Toren. „Wenn man sieht, wie wir unter der Woche arbeiten, dann könnte keiner sagen, dass das eine Truppe ist, die nur einen Punkt aus den letzten sechs Spielen geholt hat. Aber davon können wir uns nichts kaufen.“ Auf den Vorletzten wartet in zwei Wochen zu Hause das Duell mit Schlusslicht Altach. Heinle sagte: „Gegen Altach müssen wir alles auf den Punkt bringen. Da müssen wir gewinnen.“

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(APA) / Bild: GEPA