Baku als Bühne für McLarens Kampf um beide Titel

Acht Rennen vor Saisonende zwängt sich die Formel 1 an diesem Wochenende (live bei Sky!) durch die engen Gassen der Altstadt von Baku. Im Fokus das teaminterne Duell zwischen Oscar Piastri und seinem 31 Punkte zurückliegenden Kontrahenten Lando Norris.

Weltmeister Max Verstappen, von einem GT3-Ausflug auf dem Nürburgring zurück, lauert nach seinem Sieg von Monza mit 94 Zählern Rückstand. Im Teamklassement kann McLaren bereits den zehnten Konstrukteurstitel und den zweiten in Folge fixieren.

„Alles ist möglich“, gibt sich Red-Bull-Berater Helmut Marko vor dem Baku Grand Prix am Sonntag optimistisch. Nach Verstappens Triumph in Monza sprach er gar von einer „Wiedergeburt“ des vierfachen Weltmeisters. Verstappen selbst nutzte das vergangene Formel-1-freie Wochenende, um sich auf der Nordschleife erfolgreich der GT3-Prüfung zu stellen. Diese war nötig, damit der 27-Jährige im April des kommenden Jahres dort beim 24 Stunden-Klassiker starten kann.

Dass er dann als fünfmaliger Champion dort antritt, ist nicht wahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich. Zu den maximal 200 Punkten für acht Grand-Prix-Siege kommen noch maximal 24 Punkte aus den drei zusätzlichen Sprintentscheidungen.

„Papaya-Regeln“ weiter aufrecht

Piastri punktete in allen 16 Saisonrennen und stand 14-mal auf dem Podium, während Norris zwei Nullnummern hinnehmen musste. Der Australier führt mit sieben Siegen, der Brite hält bei fünf. Nach der kontroversen Boxenorder zuletzt beim Großen Preis von Italien führten die beiden Stallrivalen klärende Gespräche. „Wir hatten Diskussionen, wie wir rennfahren wollen“, sagte Piastri. Ins Detail wollte der Australier jedoch nicht gehen. „Das bleibt unter uns, sonst wären wir leicht anzugreifen.“

Eine Teamorder gibt es weiter nicht, die hausinternen „Papaya-Regeln“ schreiben vor, dass das Titelrennen auf der Strecke entschieden wird. „Wir wollen den Fahrern ihren Kampf lassen“, heißt es von der McLaren-Führung. Bisher ging das meist gut, beide Fahrer befolgen die Anweisungen. Auf die Frage, ob er den Platz auch hergegeben hätte, wenn es um den Sieg gegangen wäre, lächelte Piastri und entgegnete: „Ging es aber nicht.“

Im Rennen um den WM-Konstrukteurstitel könnte schon in Baku die Entscheidung fallen. McLaren hat 617 Punkte gesammelt und führt 337 Zähler vor Ferrari, das noch immer auf den ersten Saisonsieg wartet. Mercedes liegt weitere 20 Punkte zurück, Red Bull auf Rang vier. Ein erneuter Doppelsieg würde McLaren auf alle Fälle den zehnten Team-Titel der Teamgeschichte bescheren – und das im 17. Rennen der Saison. Damit wäre der Rekord von Red Bull Racing aus dem Jahr 2023 eingestellt. Damals standen bis zum Saisonfinale noch sechs Rennen an. Bei McLaren sind es im Fall eines Titelgewinns in Aserbaidschan noch sieben ausstehende Rennen.

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(APA) / Bild: Imago