Doppelpack: Diakite stärkt Sturms Zuversicht – Austria bleibt im Tief
Vom vermeintlichen „Schwalbenkönig“ zum Matchwinner hat Oumar Diakite nur wenige Minuten gebraucht.
Der 22-Jährige führte Sturm mit seinem Doppelpack gegen die Austria zum für die Grazer so wichtigen Dreier in der Fußball-Bundesliga. Fabio Ingolitsch lobte seine ersatzgeschwächte Elf nach dem 2:0 in Wien über den Klee, Sturms Coach notierte mit Blick auf das fordernde Programm einen „sehr wichtigen“ Erfolg. Mit Diakite scheint Sturm den gesuchten Goalgetter gefunden zu haben.
Erst Schwalbe, dann Sturm-Elfer! Austria tobt nach VAR-Check
Der ivorische Teamstürmer benötigte bisher nur 136 Liga-Minuten, um gleich dreimal anzuschreiben. Nach seinem Startelfdebüt bei der Austria war nach etwas mehr als einer Stunde Schluss. „Er hat sich gesteigert in den letzten Wochen. Aber man hat gesehen, dass der Tank schon sehr leer war“, meinte Ingolitsch über seinen mit Trainingsrückstand eingetroffenen Schützling. Diakite selbst sah sich „bei 90 Prozent“ – eine Einschätzung, die sein Trainer nicht teilen wollte. Es ist fast eine Warnung an die Konkurrenz. „Welchen Impact und Mehrwert er liefern kann, hat man von der ersten Minute an gesehen“, meinte Ingolitsch.
Neuzugang schlägt bisher ein
Diakite sorgte am Samstagabend auch dafür, dass Sturms Offensivflaute dieses Mal kein Thema war. Von den bisher zehn geschossenen Treffern hat die erst Anfang September nach Graz gewechselte Reims-Leihgabe fast ein Drittel selbst erzielt. „Ich werde weiter hart arbeiten“, sagte der gebürtige Franzose dazu. Dass er von Referee Walter Altmann zunächst mit Gelb verwarnt wurde, ehe die Szene per VAR auf Elfmeter für Sturm umgewandelt wurde, sah er locker. „Ich habe dem Schiedsrichter gleich gesagt, er soll es sich auf dem Schirm anschauen.“
Diakites Wucht wird Sturm auch in den kommenden Aufgaben brauchen. Am Donnerstag gastiert der Vizemeister in der Europa League an der englischen Südküste bei Bournemouth (LIVE auf Sky Sport Austria – streame mit WOW!), drei Tage später wartet das Grazer Derby gegen den GAK. Ingolitsch hoffte auf eine weitere Steigerung. Dass Sturm in der violetten Drangphase in der letzten Viertelstunde ohne Gegentreffer blieb, ersparte den Grazern ein zittriges Finish. Hier setzte Ingolitsch bei allem Lob auch zur kleinen Kritik an.
„Gewisse Phasen müssen wir cleverer bestreiten“, meinte der 34-Jährige. Auch gelte es, konsequenter mit den sich bietenden Torchancen umzugehen. „Wir tun die richtigen Dinge, aber wir müssen die Dinge auch richtig tun. Deswegen geht es eher um Effizienz als darum, effektiv zu sein. Das sind wir in meinen Augen.“
Violette nach nächster Niederlage geknickt
Feierten die Gäste mit ihren Fans nach Schlusspfiff, gab es auf der anderen Seite hängende Köpfe. Die fünfte Niederlage im achten Saisonspiel nagt an der violetten Seele. Stephan Helm bemühte sich in Durchhalteparolen. „Was die Leistungen betrifft, bewegt sich der Trend in die richtige Richtung. Aber die Ergebnisse fehlen“, sagte der Austria-Trainer. Er deutete den Beifall der Fankurve nach Schlusspfiff als Beweis dafür, dass die Mühen seiner glücklosen Elf vom Anhang goutiert wurden. Sturm sei man „auf Augenhöhe“ entgegengetreten.
Helm frustriert: „…dann ist jede Berührung ein Foul“
Die Tabelle besagt, dass die Austria mit sieben Punkten bei nur sieben geschossenen Toren an einem zweistelligen Tabellenplatz liegt. Glücklich war der Spielverlauf für die Favoritner nicht. Dem ersten Gegentor Sekunden vor dem Pausenpfiff folgte der VAR-Elfer. „Das war die nächste Watschn. Irgendwann erholst du dich dann nicht mehr“, sagte Kapitän Manfred Fischer. Erst im Finish konnten die Violetten mit Kelvin Boateng als echter zweiter Spitze neben dem in der Liga weiter torlosen Johannes Eggestein Druck aufbauen. Fischer fand dies „erfrischend, weil wir vorne einen Spieler mehr gehabt haben. Das hat unserem Spiel gut getan“.
Helm sah die Formation nicht als entscheidenden Faktor. Er monierte neben vergebenen Chancen auch zu einfache Gegentore. Es gelte nun „jeden Tag beinhart zu arbeiten“. Ausreden sollen nicht gesucht werden. Dass der seit Sommer 2024 als Austria-Chefcoach arbeitende 43-Jährige vereinsintern hinterfragt wird, liegt auf der Hand. Sport-Vorstand Tomas Zorn will von einer Trainerdiskussion aber nichts wissen. „Es fordert uns nicht auf, wild und unüberlegt zu handeln. Es gibt einen klaren Plan, an den halten wir uns“, sagte er auf Sky. Es gelte nun, „den Trainer und die Mannschaft zu stützen“.

