Dragovic, Michorl, Früchtl: Ortlechner spricht über Austria-Transferpläne

Kommt Aleksandar Dragovic? Was passiert nach den Abgängen von Matthias Braunöder und Aleksandar Jukic? Und was ist der Plan mit Christian Früchtl? Bei der Wiener Austria stehen aktuell viele Fragezeichen.

Klar ist nur: Die Wiener haben einiges vor. Sky-Reporter Johannes Brandl hat Sportdirektor Manuel Ortlechner zum Interview getroffen und mit ihm über die möglichen Transfer-Aktivitäten der Austria gesprochen.

Sky: In den Lizenzunterlagen des vergangen Jahres wurden Transfererlöse als Budgetposten angeführt. Große Transfers gab es aber nicht. Hat man sich damit selber einen zu hohen Druck und eine schlechte Verhandlungsposition auferlegt?

Manuel Ortlechner: „Mag sein, dass das von außen so wirkt. Aber an keinem Verhandlungstisch mit keinem Spieler, Verein oder Berater war das jemals ein Thema.“

Warum schafft es der Stadtrivale Rapid, schon seit Jahren höhere Transfererlöse zu erzielen, obwohl die Endplatzierungen in der Liga der vergangenen Jahre im ähnlichen Bereich liegen?

„Man muss ihnen gratulieren. Ich glaube, dass auch bei uns Menschen am Werk sind, die wissen, wie man Transfererlöse generiert. Am Ende bestimmen die Spieler mit ihren Leistungen ihren Marktwert.“

Braunöder- und Jukic-Abgänge: Was passiert im Mittelfeld?

Besteht nach den Abgängen von Aleksandar Jukic und Matthias Braunöder Handlungsbedarf im zentralen Mittelfeld?

„Wir haben uns schon in den letzten Tagen zusammengesetzt und haben darüber diskutiert. Wir schauen uns am Markt um, man muss aber unsere finanzielle Situation berücksichtigen. Ist es dann die gewünschte Verstärkung, geht sich das finanziell so in der Form auch aus oder nicht? Das Schöne ist, dass wir genügend Vertrauen in den aktuellen Kader haben, um unsere Ziele für das Frühjahr zu erreichen.“

„Absolut faire Summe“: Ortlechner spricht über Braunöder-Ablöse

Peter Michorl will sich wohl verändern. Ist er ein auf Grund der Abgänge ein interessanter und auch leistbarer Spieler für die Austria?

„Natürlich ist er ein alter Bekannter. Aber ich habe immer wieder nur darauf reagiert, weil es eigentlich von der Öffentlichkeit gekommen ist. Aus unserer Sicht ist er einer von vielen Spielern, die quasi am Markt wären. Ich werde an dieser Stelle aber sicher auf niemanden eingehen.“

Rückkehr von Dragovic zur Austria bleibt Thema

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Austria an einer Rückkehr von Aleksandar Dragovic arbeitet. Jürgen Werner hat dieses Vorhaben zuletzt auch bestätigt. Ist es finanziell realistisch, einen Spieler wie Aleksandar Dragovic nach Wien zurückzuholen?

„Das wird ihm immer unterstellt, ohne zu wissen, wie die Konditionen aussehen. Dann hätte zum Beispiel auch ein Markus Suttner nicht wieder zurückkommen können, weil der auch in anderen Gehaltsgefilden gespielt hat, die wir so in der Form nicht zahlen. Trotzdem ist er gekommen. Damit habe ich glaube ich alles zu diesem Thema gesagt.“

Neben der finanziellen Situation ist natürlich auch die sportliche Situation interessant. Mit Lucas Galvao, Johannes Handl und Marvin Martins gibt es eine inzwischen eingespielte Formation in der Abwehr. Matteo Meisl steht als Backup zur Verfügung und Tin Plavotic gab zuletzt sein Comeback. Wenn Dragovic kommen sollte, würde das weniger Einsatzzeit für die Rechtsfüße Martins und Handl bedeuten. Schafft sich die Austria damit eigentlich ein Luxusproblem?

„Nein, weil was ist im Fall der Fälle? Wir haben das auch im Herbst immer wieder gehabt, seien es Verletzungen oder Sperren. Dann bist du froh wenn du Qualität hast. Wenn du die Möglichkeit hast, so einen Qualitätsspieler wie Aleks an den Verteilerkreis zu lotsen. Der ist hier jemand, der den Verein in und auswendig kennt und in seinem Kopf hat, auch wieder zurückzukommen. Wenn wir es nicht versuchen würden, dann würde uns das auch vorgeworfen werden.“

Früchtl soll lukrativer Transfer werden

Wie steht es um die Zukunft von Torhüter Christian Früchtl. Mit Samuel Sahin-Radlinger haben Sie im Sommer schon vorsorglich eine potenzielle Nummer eins verpflichtet. Es gab schon eine konkrete Anfrage für Früchtl in der Vergangenheit, gibt es aktuell ein Angebot?

„Ich bin froh, dass wir noch über Früchtl sprechen, weil wir der Meinung sind, dass der sicher zu den drei besten Torhütern in der Liga gehört. Er hat sich aus meiner Sicht auch richtig gut entwickelt bei uns. Das war auch der Plan, als wir damals versucht haben, ihn von den Bayern zu uns zu lotsen. Ich denke auch, dass jetzt jeder gesehen hat, was er für eine Verstärkung für uns ist und dementsprechend hat das auch der Markt gesehen.

Deswegen haben wir auch schon ein offizielles Angebot bei uns gehabt. In Absprache mit ihm ist es dann aber nicht angenommen worden, weil er gemeint hat seine Zeit hier ist noch nicht vorbei. Es ist das erklärte Ziel, das wir auch so einen Transfer realisieren wollen und an dem arbeiten wir gemeinsam. Das ist immer ein Zusammenspiel aus einem Dreieck von Spieler, Verein und Berater.“

Früchtl hat noch Vertrag bis Sommer 2025 bei der Austria. Um viel Geld mit ihm zu lukrieren, müsste man wohl im Sommer 2024 spätestens verkaufen. Ist das der Plan?

„Planen kann man viel, aber es geht dann oft sehr schnell. Er würde gerne das Frühjahr in dieser Form so fertig spielen. Aber wenn morgen etwas Spannendes aufpoppt und es attraktiv wäre, dann werden wir schon darüber reden.“

Holt die Austria einen Asllani-Ersatz?

Ist nach der Verletzung von Asllani die immer noch in Arbeit befindliche Baustelle Sturm wieder größer geworden?

„Nein, weil ich der Meinung bin, dass die vorderen drei Positionen – der zentrale Stürmer und die Halbraumpositionen – mit sechs Spielern besetzt sind, die aktuell um Einsatzzeiten rittern und alle richtig gut in Form kommen. Das hat auch das Trainingslager gezeigt. Wir sehen hier keinen Handlungsbedarf.“

Mit Can Keles hat ein Leihspieler in der türkischen Liga für positive Schlagzeilen gesorgt. Kann Keles der größte Transfer in diesem Winter werden?

„Ich hatte erst vor wenigen Tagen Kontakt mit ihm, weil er beim letzten Spiel nur von der Bank kam. Er war leicht angeschlagen. Wir sind im permanenten Austausch, weil wir einfach ein großer Fan von ihm sind und wir von seinen Attributen überzeugt sind. Stand jetzt ist aber nichts Konkretes auf dem Tisch, aber wenn er so weiter macht, dann ist er sicher auch im Fokus der türkischen Top-Klubs.“

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(Johannes Brandl/Red.) / Bilder: GEPA