„Ein Oscar für Oscar“ – Piastri wird zum Titelanwärter

Mit einer makellosen Performance in Bahrain hat Oscar Piastri seine Anwartschaft auf den Formel-1-WM-Titel unterstrichen.

In der Heimat der Eigentümer von McLaren dominierte der Australier wie einst die ganz Großen seines Fachs und schaffte einen Grand-Prix-Hattrick: Pole Position, schnellste Runde und Rennsieg. Lando Norris war glücklich, als Dritter gerade noch die WM-Führung behalten zu haben. Bei Red Bull und Max Verstappen herrscht nach vier Rennen schon Alarmstimmung.

Für McLaren, das sich im Besitz des Staatsfonds des Inselstaates Bahrain befindet, war es am Sonntag der erste Triumph in Sakhir. Obwohl schon der dritte McLaren-Sieg in der noch jungen Saison, war der Jubel bei Fahrer und Team diesmal besonders groß. „Es war ein großartiges Wochenende für alle, und es ist ein großartiger Ort dafür. Also bin ich mir sicher, dass jeder es genießen wird, so wie es sein sollte“, sagte Piastri. „Ein Oscar für Oscar. Piastri gewinnt souverän den Bahrain-GP. Er ist ein Titelkandidat“, ließ sich La Repubblica zu Lobeshymnen hinreißen.

Der 24-Jährige hat nun als einziger zwei Saisonsiege auf dem Konto und hält bei insgesamt vier Karriereerfolgen. Der ehemalige Renault-Nachwuchsfahrer legte nach seinem Debüt 2023 in Bahrain einen steilen Aufstieg hin. Nach 50 Formel-1-Starts ist der stets cool wirkende Piastri nun ein veritabler WM-Kandidat. Der MCL39 läuft bei praktisch allen Verhältnissen rund, im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Norris macht Piastri kaum entscheidende Fehler. Noch führt der Brite Norris die WM-Wertung an, drei Punkte beträgt sein Vorsprung auf Piastri. Der amtierende Weltmeister Verstappen, der das Rennen als Sechster beendete, rutschte mit 69 Zählern auf den dritten Platz zurück.

Game-over für Verstappen?

Sowohl bei Norris als auch bei Verstappen passt den Aussagen der beiden zufolge das Gefühl im Auto derzeit nicht. „Ich fühle mich nicht wohl, ich bin nicht glücklich und ich fühle mich nicht gut. Diese Ergebnisse trotzdem zu holen überrascht mich ziemlich, weil irgendetwas nicht zusammenpasst“, sagte Norris, der nach seinem Australien-Sieg zum Saisonauftakt nicht mehr am obersten Siegertreppchen war. Verstappen hatte zwar vor einer Woche in Japan gewonnen, war am vergangenen Wochenende aber chancenlos.

„Im Grunde ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte“, meinte der Niederländer. Während des Rennens klagte er über seine Bremsen und überhitzende Reifen, zudem habe auch die Balance wieder nicht gestimmt. Hinzu kamen zwei langsame Boxenstopps. Red Bull sei aktuell „einfach zu langsam“, betonte Motorsport-Konsulent Helmut Marko im Sky-Interview. Die Situation sei „sehr alarmierend“, weshalb am Sonntag noch an Ort und Stelle Krisengespräche stattgefunden haben sollen.

Red Bull alarmiert – Angst vor Verstappen-Abschied „groß“

„Wir müssen so schnell wie möglich wieder Performance ans Auto bringen, und auch Standards wie ein Boxenstopp müssen funktionieren“, sagte Marko. Der Steirer gestand, dass die Sorge, dass sich Verstappen Gedanken über seine Zukunft bei Red Bull macht, bei ihm groß sei. „Es muss in naher Zukunft einfach Verbesserungen geben“, forderte er. „Wir müssen eine Basis schaffen mit einem Auto, dass er um die WM kämpfen kann.“

Hamilton nach Lernwochenende zuversichtlicher

Der hinter dem Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc fünfplatzierte Lewis Hamilton ortete einen Unterschied von „Tag und Nacht“, was das Handling des Autos im Qualifying (9.) und im Rennen betraf. „Ich habe heute und an diesem Wochenende viel gelernt, wahrscheinlich mehr als an allen anderen Wochenenden“, sagte der 40-jährige Brite. Er glaube, er passe sich langsam an. „Beim Set-up war ich weit von Charles entfernt, aber ich nähere mich ihm langsam an.“ In der WM-Wertung ist Hamilton Siebenter, Leclerc Fünfter.

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(APA) / Bild: GEPA