Endstation Brasilien? Perez bei Red Bull auf dem Schleudersitz
Sergio Perez steht in Brasilien mit dem Rücken zur Wand. Im Autodromo Jose Carlos Pace könnte er wohl wirklich sein letztes F1-Rennen für Red Bull fahren.
Sergio Perez könnte sich zeitnah in die Schlange der vorzeitig Gescheiterten bei Red Bull einreihen. Seit Monaten wird ob seiner schwachen Leistungen über eine Entlassung beim Weltmeisterteam spekuliert, sein Heimspiel in Mexiko entwickelte sich am vergangenen Wochenende mit Platz 17 zur Katastrophe. „Wir brauchen mehr von meinem Auto, um konkurrenzfähiger zu werden“, sagte Perez vor dem Großen Preis von Brasilien am Sonntag (18:00 Uhr live auf Sky Sport F1 – streame alle Sessions mit dem Sky X-Traumpass).
„Als Team“ habe man zuletzt „nicht das bekommen, was wir verdient hätten“, so Perez. Bei Red Bull scheint man die Schuld für die Misere aber eher beim Mexikaner zu sehen. „Wir haben alles getan, was wir konnten, um Checo zu unterstützen, und werden dies auch in Brasilien tun“, sagte Teamchef Christian Horner. „Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man nicht mehr viel tun kann.“ Eine Jobgarantie bis Saisonende sieht anders aus.
Schon in der Vergangenheit hat Red Bull Fahrer, die keine Leistung brachten, während der laufenden Saison rausgeworfen oder zum Schwesterteam degradiert. Prominente Beispiele sind Daniil Kvyat und Pierre Gasly (Frankreich/heute Alpine). Alexander Albon (Thailand) ersetzte den Franzosen Mitte 2019, nur um Ende 2020 wieder entlassen zu werden. Heute geht er für Williams an den Start.
Perez droht vorzeitiges F1-Ende
Grämen müsste sich Perez wegen des drohenden Endes bei Red Bull nicht. Im Vergleich zu einigen Vorgängern schnitt er neben Weltmeister Max Verstappen deutlich besser ab. Seit 2020 sammelte er fünf Siege und 24 weitere Podestplätze. Aktuell hat er aber nicht einmal halb so viele Punkte auf dem Konto wie sein Teamkollege.
Spätestens zur nächsten Saison wird Perez seinen Platz wohl räumen müssen – trotz Vertrags bis Ende 2026. Nachfolger könnte Liam Lawson vom Schwesterteam Racing Bulls werden.
Zumindest für den Sprint am Samstag (15:00 Uhr, live auf Sky Sport F1) und das Rennen tags drauf gibt Perez die Hoffnung nicht auf. „Wenn wir ein kompletteres Wochenende absolvieren können, bin ich zuversichtlich, dass wir Brasilien in einer besseren Position verlassen können“, sagte er. Möglicherweise tut er das aber zum letzten Mal für Red Bull.
(SID)/Bild: Imago
