„Es gibt Interesse“: Klagenfurts Gorenzel schließt Abgänge nicht aus
Austria Klagenfurts Geschäftsführer Sport, Günther Gorenzel, war am Mittwoch im Sky-Podcast DAB | Der Audiobeweis zu Gast. Der 51-Jährige sprach u.a. über die Transferpolitik der Kärntner.
…über die Kaderstruktur bei den Kärntnern: „Prinzipiell sehe ich immer Vor- und Nachteile einer Kaderstruktur. Momentan wird mir viel zu viel über die Nachteile unserer Kaderstruktur gesprochen. Fakt ist, dass wir mehrere Spieler abgegeben haben und auch eine Budgetreduktion hinnehmen mussten. Ich habe schon oft erlebt, dass Spieler, wenn sie die Chance bekommen haben, ihre Möglichkeiten ausspielen. Man muss den Spielern das Vertrauen, die Möglichkeiten und die Plattform geben. Das haben sie jetzt. Ich denke, dass ein etwas schmälerer Kader auch ein Vorteil sein kann. Fakt ist, dass es ein gewisses Risiko hat. Dieses Risiko sehen wir auch, aber am Ende des Tages in Verbindung mit unserer kaufmännischen Verantwortung und unseren kaufmännischen Möglichkeiten ist es jetzt einmal so Faktum gegeben. Der Stamm der Mannschaft ist geblieben und das Risiko mit Verletzungen ist uns durchaus bewusst.“
…über die Transferwünsche aus Sicht eines Trainers: „Ich weiß ganz genau, wie ein Trainer und ein Trainerteam denken, weil ich selbst jahrelang in diesem Bereich unterwegs war. Es ist vollkommen verständlich, dass Peter Pacult die Risiken sieht. Die Risiken sehe ich ja auch. Die Frage ist immer, sehe ich die Chance oder sehe ich das Risiko. Ich sehe beides, die Frage ist nur, was stelle ich in den Fokus. In den Fokus stelle ich die Chance für junge Spieler, zu Spielpraxis zu kommen. Ich verstehe es vollkommen, dass Peter Pacult lieber eine größere Kaderbreite haben würde. Fakt ist aber, am Ende des Tages entscheiden wirtschaftliche Kriterien. Diese sind gegeben und von dem her gilt es, sich auf Lösungen zu konzentrieren.“
…über mögliche Zugänge und das Transferbudget: „Das Budget ist aufgebraucht. Wir haben momentan keinen Budget-Spielraum. Ich schaue aber trotzdem, dass es eventuell die Möglichkeit gibt, Spieler für Spielpraxis auszuleihen. Meistens musst du hierbei aber auch einen gewissen Teil des Gehaltes übernehmen, was mich wieder zur finanziellen Thematik bringt. Vielleicht ergibt sich aber noch etwas. Natürlich ist aber jeder Verein gezwungen, wirtschaftlich zu denken.“
DAB | Der Audiobeweis Folge #195 mit Günther Gorenzel
…über mögliche Abgänge in dieser Transferzeit: „Ich mache mir keine Sorgen. Unsere Spieler stehen im Fokus und es gibt Interesse. Es ist positiv zu sehen, wenn Interesse an unseren Spielern da ist. Es ist aber nichts spruchreif. Es wäre ja negativ, wenn sich keiner für unsere Spieler interessieren würde. Von dem her sehe ich die Dinge immer positiv und lösungsorientiert. Sollte ein interessantes wirtschaftliches Angebot kommen, dann bist du sicherlich auch in der Lage, nicht nein zu sagen. Welcher Verein in Österreich kann nein sagen, wenn ein gutes Angebot für einen Spieler kommt. Selbst Red Bull Salzburg bildet ja im Endeffekt Spieler für RB Leipzig aus und verkauft sie dann für gutes Geld weiter. Wenn Angebote kommen, die wirtschaftlich reizvoll sind, dann wird man sich darüber unterhalten und sehen, ob man zu einer Lösung kommt.“
Bild: GEPA