Mit einem Ausfall hat Marco Odermatt beim Ski-Weltcup-Finale in Saalbach einen Schlusspunkt unter seine Riesentorlauf-Si

Fahrfehler verhindert perfekte Riesentorlauf-Saison für Odermatt

Mit einem seiner seltenen Ausfälle hat Marco Odermatt beim Ski-Weltcup-Finale in Hinterglemm einen Schlusspunkt unter seine Riesentorlauf-Siegesserie gesetzt. Der Schweizer war am Samstag im zweiten Durchgang als Führender auf die Piste gegangen, rutschte mit dem saisonübergreifend 13. Sieg in Folge vor den Augen aber aus.

„Ich glaube, es wäre alles parat gewesen“, sagte Odermatt. „Es ist dann blöd, wenn man mit einem unnötigen Fehler alles wegleert.“

Die perfekte Saison muss der 26-Jährige zumindest auf nächstes Jahr verschieben. Neun Siege und ein Ausfall stehen nun in seiner Riesentorlauf-Bilanz für 2023/24. „Es war eine überwältigende Saison. Vielleicht nicht das heutige Rennen, aber die neun Rennen davor waren perfekt“, sagte der Nidwalder. Zwölf Siege oder mehr in Serie in einer bestimmten Disziplin hatte vor ihm nur Ingemar Stenmark geschafft. Der Schwede kam im Riesentorlauf von 1978 bis 1979 sogar auf 14.

Wenn die Serie bei den Rennen in Amerika gerissen wäre, „hätte es mich weniger gestört“, gestand Odermatt. Dort wäre das Ziel noch weiter weg gewesen. „So wäre alles für diese perfekte Saison parat gewesen, man hätte nur runterfahren brauchen“, fügte er an. Mit einem besonderen Druck habe der Ausfall nichts zu tun gehabt. „Vielleicht war ich ein bisschen nervös im ersten Durchgang. Es waren auch Schneeverhältnisse, die wir so noch nie gehabt haben diese Saison.“

Enttäuschung trotz Kugelgewinn

Die ersten Emotionen seien von Enttäuschung geprägt gewesen, betonte Odermatt. „Der erste Lauf war sehr gut, der zweite hat auch gepasst. Es war ein unnötiger Fehler.“ An einer flacheren Stelle habe sich der Druck komplett gelöst, ehe er schnell beschleunigen wollte, erklärte er. „Ich habe den Druck vom Außenski über den Innenski irgendwie abkürzen wollen. Wenn du dann in so einer Wanne ausrutschst, hast du nicht mehr viele Möglichkeiten.“

Das Positive sei gewesen, dass zwei Teamkollegen durch sein Unglück Glück hatten. Loic Meillard gewann das letzte Saisonrennen, Thomas Tumler belegte den dritten Platz. „Es haben die richtigen zwei profitiert. Für beide war es mehr als verdient. Das freut mich riesig“, sagte Odermatt.

Odermatt-Ausfall als Seltenheit

Bemerkenswert ist der Lapsus allemal, zumal Odermatts Nervenstärke bekannt ist und er kaum jemals eine Klassierung verpasst. Sein bis Saalbach-Hinterglemm letzter Ausfall war jener im Februar 2022 bei den Olympischen Spielen in Peking im Super-G gewesen. In einem Weltcuprennen war er davor am 8. Dezember 2019 im Beaver-Creek-Riesentorlauf nicht ins Ziel gekommen.

Der Saison-Dominator kann neben den Kugeln für Gesamtweltcup und Riesentorlauf, die er jeweils zum dritten Mal nacheinander eroberte, beim Finale noch zwei weitere gewinnen. In Abfahrt und Super-G liegt er vor den letzten Rennen mehr oder weniger deutlich voran. Die Entscheidung fällt in einer Woche – sofern die Rennen stattfinden können. „Bei solchen Bedingungen Abfahrt fahren, wäre wahrscheinlich nicht möglich“, merkte Odermatt an. „Und wenn es so seicht (regnet; Anm.), fahre ich sicher keine Abfahrt, das ist klar. Wir werden es sehen.“

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(APA) / Bild: GEPA