Manuel Feller hat sich im wichtigsten Rennen seiner Karriere mit dem vierten Platz begnügen müssen. "Es tut extrem weh",

Feller am Boden zerstört: „Tut extrem weh“

Manuel Feller hat sich im wichtigsten Rennen seiner Karriere mit dem vierten Platz begnügen müssen. „Es tut extrem weh“, sagte der Tiroler nach dem WM-Slalom in Saalbach.

„Normal bin ich im Vergessen gut, weil gleich einmal das Nächste ansteht. Aber für mich ist es fast wie ein Saisonende. Es ist, wie wenn ein Stecker gezogen ist von der Energie.“ Vergeigt habe er es im ersten Durchgang, den er zu wenig angriffslustig angelegt habe.

„Wenn ich leer ausgehe, dann ist das die größte Niederlage, die ich jemals gehabt habe“, hatte der 32-Jährige vor dem Rennen am Sonntag gemeint. Leer ausgegangen ist er nun tatsächlich, 27 Hundertstel lag Feller am Ende hinter dem drittplatzierten Deutschen Linus Straßer. Im ersten Durchgang hatte er als Sechster 1,28 Sekunden Rückstand auf den führenden Franzosen Clement Noel ausgefasst und eine knappe Sekunde auf den Schweizer Loic Meillard, der sich später zum Weltmeister kürte.

Feller-Taktik geht nicht auf

„Es ist genau das eingetroffen, wovon ich gestern noch im Interview gesagt habe, dass ich es nicht will. Dass ich, wenn ich im Nachhinein auf meine Karriere zurückblicken werde, mir vorwerfen werde, dass ich irgendwo zu wenig attackiert habe. Das war im ersten Durchgang leider der Fall“, erklärte Feller. „Ich habe geglaubt, ich kann mir bei der Kurssetzung mit einem soliden, technisch guten Skifahren eine gute Ausgangsposition holen.“

Voller Angriff im zweiten Durchgang und die drittbeste Zeit halfen ihm nicht mehr entscheidend. Im Ziel „habe ich gewusst, dass es sehr, sehr schwierig wird, von dem her habe ich es auch nicht wirklich zelebriert“.

Dabei war Feller mit Abstand der Publikumsmagnet an diesem Tag. Wenn er in Aktion war, tobte das Zielstadion und die rundherum postierten Skifans. 23.000 wohnten der letzten WM-Entscheidung laut Angaben des Veranstalters bei, der Großteil davon wollte Feller siegen sehen.

„Dass man zuhause vor so einem Publikum in seinem Heimat-Skigebiet eine WM bestreiten darf und um eine Medaille fahren darf, dass man zu erweiterten Favoritenkreis zählt, das ist schon ein Riesenprivileg“, sagt der Fieberbrunner. „Das hätte ich mir als kleines Kind nicht einmal zu träumen gewagt. Das macht es gerade extrem schwierig.“

Wie er aus dem aktuell klaffenden mentalen Loch herauskommen werde, wisse er noch nicht. „Ich habe alles auf das Rennen gesetzt, habe vom Fokus alles auf diesen Tag gelegt. Es wird dauern. Drei Biere allein werden das nicht richten“, meinte er.

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(APA)

Bild: GEPA