Nervenstarke Austria wahrt Chance auf Ligaphase

„Gekämpft wie die Löwen“: Nervenstarke Austria wahrt Chance auf Ligaphase

Mit einem 120-minütigen Kraftakt gegen Beitar Jerusalem samt Nervenkitzel im Elfmeterschießen hat sich die Wiener Austria Donnerstagabend den Verbleib im Europacup gesichert.

Nachdem die „Veilchen“ in den letzten Jahren an Banik Ostrava, Ilves Tampere und Legia Warschau früh gescheitert waren, gelang der Elf von Coach Stephan Helm endlich der Einzug ins Playoff der Conference League, wo nun Sporting Braga wartet. „Es war eine Mentalitätsleistung“, meinte Helm.

Doch bis der Aufstieg zu später Stunde im Franz-Horr-Stadion feststand, musste das violette Team samt Fans kräftig leiden. Die Gäste aus Israel waren phasenweise die bessere Mannschaft und führten mit 2:0. „Im Fußball muss man leiden, es hilft nichts, dir wird nichts geschenkt.

Die Jungs von Jerusalem können richtig gut kicken, und man hat das heute auch wieder gesehen, wie die den Ball laufen lassen. Ab und zu haben wir keinen Zugriff gehabt, muss man ehrlich sagen. Vor allem in der ersten Halbzeit waren sie spielerisch überlegen“, sagte Kapitän Manfred Fischer, der auch Lob verteilte. „Die Jungs haben Gas gegeben bis zum Ende, wir haben gekämpft wie die Löwen.“

Helm lobt seine Spieler: „Das zeigt die Mentalität“

Saljic als überzeugter Elfer-Schütze

Mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 durch Kelvin Boateng kam die Austria, die das Hinspiel auswärts 2:1 für sich entschieden hatte, ins Spiel zurück. „Was wir uns ankreiden müssen, ist, dass wir im letzten Drittel zu ungenau waren. An dem müssen wir arbeiten“, bemängelte Trainer Helm. Da keine weiteren Tore mehr gelangen, fiel die Entscheidung erst vom Elfmeterpunkt.

Mit einem gehaltenen Penalty trug Keeper Samuel Sahin-Radlinger sein Teil zum Aufstieg bei, als letzter Austria-Schütze verwandelte Sanel Saljic sicher. „Ich wusste, in welche Ecke ich schieße, war ganz entspannt und in der Überzeugung, dass ich ein guter Elfmeterschütze bin. Das war es eigentlich“, erklärte ein erleichterter Saljic nach dem 4:2-Elfersieg.

Für Trainer Helm war der Erfolg im Elferschießen auch ein „Sinnbild“, wie sehr sein Team in den vergangenen zwei Jahren gewachsen ist. 2024 war seine Truppe noch im Shootout gegen Tampere ausgeschieden. „Damals haben wir die Spieler fast bedrohen müssen, dass sie zum Elfmeter gehen. Heute sind acht Spieler zu mir gekommen und haben signalisiert: Sie wollen schießen. Das zeigt, dass wir ein ganz anderes Selbstverständnis, Selbstbewusstsein haben“, erzählte der 43-Jährige, der zudem verriet, dass man keine Elfmeter geübt habe.

Helm und eine Drei minus

Nun steht vor allem Regeneration auf dem Programm. Am Sonntag folgt das Bundesliga-Gastspiel in Hartberg, am Donnerstag darauf das Playoff-Hinspiel in Braga, wohin die Austria als Underdog reist. „Im Fußball ist immer alles möglich, aber wir haben da ganz klar die Außenseiterrolle“, konstatierte Helm, der sich nach sieben Pflichtspielen eine „Drei minus“ als Note für den Saisonstart gab.

„Für mich ist die Liga extrem wichtig, das ist das Tagesgeschäft. Dort hätten wir gerne auch Punkte gemacht.“ In Runde drei sollen nun beim TSV die ersten Zähler her.

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