Gernot-Langes-Stadion: WSG kontert Gemeinde-Aussagen
Das Stadionthema bei der WSG Tirol schlägt weiter hohe Wellen: Nach dem Rundumschlag von WSG-Sportchef Stefan Köck gegen die Marktgemeinde Wattens infolge der ausgebliebenen finanziellen Hilfe für den Umbau des Gernot-Langes-Stadions hat die Gemeinde am Freitag auf die Aussagen der WSG-Verantwortlichen reagiert. Am Samstag meldete sich der Bundesligist nun erneut und bezog zu den neuerlichen Aussagen der Gemeinde Stellung.
Die Verantwortlichen des Bundesliga-Klubs um Stefan Köck hatten sich schwer enttäuscht gezeigt, dass eine Haftungsübernahme vom Gemeinderat am Dienstag abgelehnt wurde. Der WSG-Sportchef kritisierte den Gemeinderat scharf.
Dieser reagierte am Freitag mit einer Aussendung. Bürgermeister Lukas Schmied bat die Verantwortlichen des Klubs zu einem persönlichen Gespräch.
Die Gemeinde begründet die Ablehnung der Haftung für das Stadionprojekts mit dem zu hohen finanziellen Risiko. Zudem legt die Gemeinde die jährliche finanzielle Unterstützung dar: 400.000 Euro fließen jährlich von der Marktgemeinde an den Bundesligisten. Davon sollen 200.000 Euro als Zuschuss für die Sanierung des Trainingsareals gedacht sein (befristet bis 2029) und eine verpflichtende Zahlung von 200.000 Euro pro Jahr als Teil des neuen Pachtvertrags.
WSG mit weiterer Presseaussendung
Die WSG reagiert nun mit mit einer eigenen Pressemitteilung auf die Aussendung der Marktgemeinde Wattens. Dort will der Klub die Zahlen aus der Gemeinde-Mitteilung aus der eigenen Sicht einordnen. Die 200.000 Euro für das Trainingsareal bis 2029 gehen laut Aussage des Klubs auf die Sanierung 2019 zurück. Die Gemeinde zahle von 2019 bis 2029 insgesamt 2 Millionen Euro. Die WSG habe als Pächterin etwa ein Drittel der Investitionskosten selbst getragen.
Die 200.000 Euro für den Anlagenbetrieb seien laut Vereinsaussendung keine klassische Förderung. Der Betrag diene der Abgeltung laufender Betriebskosten. Die WSG übernehme Platzpflege und Instandhaltung in Eigenregie. Würde das Areal nicht verpachtet sein, entstünden diese Kosten der Gemeinde. Der Betrag sei nicht indexiert und werde durch Wasser‑ und Kanalgebühren gemindert. Die tatsächlichen Betriebskosten lägen inzwischen nahe 500.000 Euro.
Der Verein will die vom Bürgermeister ausgesprochene Einladung zum persönlichen Gespräch zudem annehmen.
WSG Tirol zu den Aussagen der Gemeinde Wattens
Die WSG Tirol nimmt Bezug auf die Presseaussendung der Marktgemeinde Wattens vom 14. August 2026. Im Sinne der Transparenz ist es dem Verein ein Anliegen, einige der darin getroffenen Aussagen aus seiner Sicht darzustellen.
Die von der Gemeinde veröffentlichten Zahlen sind in ihrer Höhe korrekt, bedürfen für ein vollständiges Bild jedoch einer wesentlichen Einordnung:
- 200.000 Euro für das Trainingsareal (bis 2029): Diese Summe resultiert aus der umfassenden Sanierung des Trainingsareals im Jahr 2019. Die Gemeinde steuert hierfür über einen Zeitraum von zehn Jahren (2019 bis 2029) insgesamt zwei Millionen Euro bei. De facto hat die WSG Tirol als Pächterin jedoch ein Drittel der Gesamtinvestitionskosten für diese Aufwertung der gemeindeeigenen Infrastruktur aus eigenen Mitteln gestemmt.
- 200.000 Euro für den Anlagenbetrieb: Hierbei handelt es sich nicht um einen klassischen Zuschuss, sondern um die Abgeltung laufender Betriebskosten. Vor einigen Jahren wurde die Vereinbarung getroffen, dass die WSG Tirol die gesamte Platzpflege und Instandhaltung in Selbstorganisation übernimmt. Historisch gesehen waren diese Ausgaben – etwa für Platzwarte, Reparaturen und laufende Sanierungen – immer direkte Kosten der Gemeinde als Eigentümerin. Hätte die WSG Tirol das Areal nicht gepachtet, würden diese Instandhaltungskosten jedes Jahr für die Marktgemeinde anfallen. Für die Auslagerung dieser Betriebsführung erhält die WSG 200.000 Euro. Dieser Betrag ist nicht indexangepasst und fällt de facto noch geringer aus, da Wasser- und Kanalgebühren davon noch in Abzug gebracht werden. Mittlerweile bewegen sich die Kosten für den Anlagenbetrieb in Richtung einer halben Million Euro.
Die WSG Tirol begrüßt die von Bürgermeister MMag. Lukas Schmied öffentlich formulierte Gesprächseinladung. Unabhängig von den aktuellen Herausforderungen bleibt der Fokus klar gerichtet: Der Klub arbeitet unermüdlich daran, die Vision einer bundesligatauglichen Heimstätte für Wattens und ganz Tirol erfolgreich in die Realität umzusetzen.
