Manchester City steht nach dem Schuldspruch im Finanzskandal vor ungewissen Zeiten

Höchststrafe für Man City? Diese Topklubs mussten zwangsabsteigen

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Manchester City steht nach dem Schuldspruch im Finanzskandal vor ungewissen Zeiten.

Zwar sind die Konsequenzen für den Klub noch nicht abzusehen, im schlimmsten Fall droht jedoch ein Zwangsabstieg aus der Premier League. ManCity wäre nicht als erster internationaler Spitzenklub betroffen. Hier ist eine Übersicht, welche großen Vereine in der Vergangenheit ebenfalls schon mit einer solchen Strafe belegt wurden. Auch in Österreich gab es schon vergleichbare Fälle.

Girondins Bordeaux (2024/2026)

2009 schlug Girondins Bordeaux den FC Bayern in der Gruppenphase der Champions League gleich zweimal und stieß bis ins Viertelfinale vor. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar – ist der Klub doch inzwischen bis in die sechste französische Liga abgestürzt. Nach dem sportlichen Abstieg aus der Ligue 1 2022 folgte zwei Jahre später wegen massiver finanzieller Probleme die Zwangsversetzung in die Viertklassigkeit. Damit nicht genug, in diesem Sommer musste der sechsmalige Meister gar den Gang in die sechste Liga antreten. Und wurde wegen seiner Zahlungsunfähigkeit obendrein mit einer Spielsperre belegt. Die Übernahme durch einen britischen Investmentfonds soll nun den drohenden Bankrott verhindern.

Glasgow Rangers (2012)

Neun schottische Meistertitel in Folge gewannen die Rangers zwischen 1989 und 1997. Doch lebte der Klub in dieser Zeit auch massiv über seine Verhältnisse. Das rächte sich 2012. Die Steuerbehörde forderte nachträglich 75 Millionen Pfund. Weil der Klub aber nicht ansatzweise so viel Geld aufbringen konnte, wurde er in die vierte Liga versetzt. Nach drei Aufstiegen in vier Jahren kehrte der Verein 2016 in die Scottish Premiership zurück. 2021 krönte er sich erstmals seit der schweren Krise wieder zum nationalen Meister. Ein Jahr später unterlagen die Rangers Eintracht Frankfurt im Finale der Europa League im Elfmeterschießen.

Die Finanzaffäre von Manchester City im Zeitraffer

Juventus Turin (2006)

Während Italien im Sommer 2006 seine Fußball-Weltmeister feierte, hatten Ermittler und die Turiner Staatsanwaltschaft alle Hände voll zu tun. Im Frühjahr war die Serie A von einem Manipulationsskandal von bis dato unbekanntem Ausmaß erschüttert worden. Im Zentrum der Untersuchungen stand Juventus Turin, Meister von 2005 und 2006. Manager Luciano Moggi hatte um die Gunst von Schiedsrichtern gefeilscht. Als alles öffentlich bekannt wurde, wurde Juve in die Serie B strafversetzt, zudem verlor der Klub die beiden Meistertitel. Als Meister der 2. Liga gelang Juve 2007 der sofortige Wiederaufstieg. Wiederum fünf Jahre später startete die Alte Dame einen beeindruckenden Lauf mit neun Meistertiteln in Folge.

Olympique Marseille (1994)

Im Jahr 1993 kletterte Olympique Marseille im Münchner Olympiastadion auf den Thron Europas. Als erster Sieger der neu gegründeten Champions League, die den Europapokal der Landesmeister abgelöst hatte. Doch nur ein Jahr später fand sich der Klub in der zweiten französischen Liga wieder. Kurz vor dem Triumph in Europa hatten Vereinsfunktionäre vor dem Ligaspiel gegen Valenciennes Bestechungsgelder gezahlt, der beteiligte OM-Präsident Bernard Tapie wurde 1997 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Der Meistertitel 1993 wurde aberkannt, der Verein stand vor der Pleite, stieg 1996 jedoch wieder auf – und wurde 2010 erneut französischer Meister.

AC Milan (1980)

Der Manipulationsskandal von 2006 war nicht der erste im italienischen Fußball. Illegale Wettgeschäfte sorgten zu Beginn der 1980er Jahre dafür, dass die AC Milan erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Gang in die zweite Liga antreten musste. Betroffen war damals auch Lazio Rom. Die Rossoneri schafften den direkten Wiederaufstieg, nur um ein Jahr darauf erneut abzusteigen. Nach der abermaligen sofortigen Rückkehr in die Serie A trat kurz darauf auch der sportlich Erfolg ein, als der spätere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi 1986 die Aktienmehrheit am Verein erwarb.

Bundesliga-Skandal in Deutschland (1971)

Das Gefühl eines Zwangsabstiegs kennen auch zwei deutsche Bundesligisten. Alles begann mit einer Tonbandaufnahme, die Horst-Gregorio Canellas, Präsident von Kickers Offenbach, auf der Feier seines 50. Geburtstages ablaufen ließ. Daraus ging hervor, dass Arminia Bielefeld und Rot-Weiß Oberhausen die Klasse in der Saison 1970/71 nur wegen manipulierter Spiele gehalten hatten. Insgesamt waren zehn Klubs und mehr als 60 Spieler in den Skandal verwickelt. Zu den bestraften Vereinen gehörte die Arminia, die in die Regionalliga versetzt wurde, sowie Kickers Offenbach, das einen zweijährigen Lizenzentzug hinnehmen musste.

Beispiele aus Österreich: Tirol (2002) und GAK (2007)

Auch in Österreich gab es bereits Beispiele des Zwangsabstieges für Topklubs. Im Jahr 2002 musste der FC Tirol Innsbruck als amtierender Meister in die Regionalliga absteigen. Damals wurde dem Klub aufgrund der finanziellen Situation des Klub nur wenige Wochen nach dem dritten Meistertitel in Folge die Lizenz für die kommende Spielzeit entzogen. Die Tiroler hatten Schulden in Höhe von etwa 16 Millionen Euro angehäuft. Der Verein wurde nach dem Zwangsabstieg aufgelöst unter dem heute bekannten Namen „Wacker Innsbruck“ folgte der Neustart.

Auch der GAK musste bereits den gezwungenen Gang in die Regionalliga antreten. Nachdem bei den Grazern mit dem Double in der Saison 2003/04 ein zwischenzeitlicher Höhepunkt in der Vereinsgeschichte erreicht wurde, kam nur drei Jahre später der tiefe Fall. Aufgrund von schweren finanziellen Problemen wurden dem Klub in der Saison 2006/07 insgesamt 28 Punkte abgezogen. Damit beendete der GAK die Spielzeit mit nur sechs Zählern abgeschlagen am letzten Tabellenplatz. Aufgrund einer verweigerten Lizenz für die zweite Liga folgte der Zwangsabstieg in die dritte Spielklasse.

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