Infantino lacht bei Fragen über Rücktrittsgedanken
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat Fragen darüber, ob er im Zuge des gescheiterten FIFA Forward Enterprise (FFE)-Vorschlags einen Rücktritt in Erwägung gezogen habe, lachend abgetan und auf die überwältigende Unterstützung von Mitgliedsverbänden auf der ganzen Welt verwiesen. Infantino befindet sich drei Monate nach offenen Rücktrittsaufforderungen in einer gestärkten Position, denn am Freitag war ihm aus Asien die volle Unterstützung zugesagt worden.
Infantino wollte Anteile an den Premium-Produkten des Weltverbandes, darunter der WM, an private Investoren verkaufen. Geldgeber hätten rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE erwerben können, dessen Wert zunächst mit 20 Milliarden Dollar beziffert war. Der FIFA-Boss musste nach großem Druck die Pläne abblasen und steckt in der schwersten Krise seiner Amtszeit. Doch nach der Zusage des Präsidenten der Asiatischen Fußballkonföderation (AFC), Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa, dass Asien geschlossen hinter Infantino stehe, hat der 56-jährige Schweizer seine vierte Amtszeit fest im Visier.
„Ich wurde von 211 Mitgliedsverbänden aus der ganzen Welt gewählt. Ich denke, das Wichtige in einer Organisation wie der FIFA ist, dass es unterschiedliche Ansichten und unterschiedliche Standpunkte geben kann“, sagte Infantino der BBC, während er eine Frage darüber, ob er einen Rücktritt in Betracht gezogen habe, lachend abtat.
„Jeder auf der Welt hat die gleiche Stimme“
„Aber wenn es uns mit der Demokratie ernst ist, mit dem demokratischen Prozess, mit dem Glauben daran, dass jeder auf der ganzen Welt die gleiche Stimme und das gleiche Mitspracherecht hat, dass der Fußball allen gehört … dann müssen wir auch die Ansichten der großen, großen Mehrheit respektieren.“ Er habe in Tokio die volle Unterstützung erfahren und: „Ich war auf Kap Verde, wo mich alle afrikanischen Länder unterstützt haben. Ich spreche mit allen Verbänden überall auf der Welt.“
Die AFC hatte sich zuvor dem europäischen Dachverband UEFA und der CONCACAF, die Nord- und Zentralamerika sowie die Karibik vertritt, angeschlossen und den FFE-Vorschlag kritisiert. Doch eine gespaltene CONCACAF und die Kehrtwende der AFC haben Europa zunehmend isoliert und gleichzeitig das Fehlen eines tragfähigen Alternativkandidaten für die FIFA-Präsidentschaft offengelegt. Potenzielle Anwärter müssen ihre Nominierungen bis zum 18. November einreichen.
