Janko über Sturms Transfersommer: „Einiges gehörig schiefgegangen“

Sky-Experte Marc Janko spricht in der neuen Folge von DAB | Der Audiobeweis über die Sommertransfers von Meister Sturm Graz. Der 42-Jährige sieht die personelle Situation kritisch und hinterfragt die öffentliche Kommunikation des Vereins.

„Ich finde schon, dass man Sturm Graz insofern kritisch beäugen muss, als sie meines Erachtens sehr viel in die Breite investiert haben – mit jungen Spielern, die viel Geld gekostet haben – und zu wenig in die Spitze“, erklärt Janko. Sturm gab unter anderem mit William Böving, Gregory Wüthrich und Max Johnston drei wichtige Stützen ab. Zudem verließen auch die Stammspieler Malick Yalcouye und Torhüter Kjell Scherpen nach ihren Leih-Enden den Verein.

Mit Filip Rozga (18), Axel Kayombo (19) und Julius Beck (20) verpflichtete Geschäftsführer Sport Michael Parensen drei junge Spieler mit Zukunftspotenzial. Auch die Leihspieler Tim Oermann (21) und Jeyland Mitchell (20) sind noch keine Routiniers. Stürmer Maurice Malone (25) und Keeper Oliver Christensen (26/Leihe bis Ende 2025) bringen hingegen schon mehr Erfahrung mit. Ob diese Zugänge die Abgänge schon in dieser Saison adäquat ersetzen können, bleibt aus Sicht des Sky-Experten fraglich.

Dass Sturm laut Trainer Jürgen Säumel in der Ligapause die Saisonziele neu definierte, deutet für Janko jedenfalls darauf hin, dass die Transferphase nicht nach Wunsch verlief: „Da ist schon einiges in der Planung gehörig schiefgegangen. Von dem Geld, das man all die Jahre bekommen hat, ist möglicherweise nicht so viel übrig geblieben.“

Säumel: „Brauchen noch Verstärkung“

Kritisch sieht Janko auch die öffentliche Kommunikation des Klubs. „Du musst meines Erachtens als Verein mit einer Stimme nach außen sprechen und den Fans sowie den Medien sagen: ‚Wir haben jetzt junge Perspektivspieler geholt‘ – und dem Umfeld vermitteln, dass es ein Übergangsjahr wird.“

„Für Österreich wird es noch reichen“

Dennoch glaubt Janko an eine erfolgreiche Titelverteidigung:: „Vielleicht kommt noch der eine oder andere Junge hinten nach, der dann in Entscheidung treten wird. Aber ich glaube für Österreich wird es noch reichen.“

International schätzt er die Lage allerdings anders ein. „Was wir natürlich in den letzten Jahren gesehen haben bei Sturm Graz ist, dass du international mit der Raute brutal Probleme bekommst. […] Ich hoffe, dass sie auch als Verein oder Jürgen Säumel mit seiner Mannschaft jetzt die Lehren gezogen haben, dass man das vielleicht situativ auch hin und wieder mal anpasst und schon langsam der Mannschaft auch ein anderes Europa-Cup-Gesicht verpassen kann.“

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Artikelbild: GEPA