„Jeder muss vorangehen“: Schlager gegen Kosovo ÖFB-Kapitän
Das Leistungsprinzip steht für Xaver Schlager an oberster Stelle. Der Mittelfeldmann wird Österreichs Fußball-Nationalteam am Sonntag (18.00 Uhr), einen Tag vor seinem 29. Geburtstag, im Nations-League-Heimspiel gegen Kosovo erstmals als Kapitän aufs Feld führen.
Pluspunkte habe er, nur weil er mittlerweile in der englischen Premier League spiele, aber nicht, betonte der Nottingham-Forest-Profi. „Jeder muss seine Leistung bringen. Wo wer spielt, ist zweitrangig.“ 56 Länderspiele hat Schlager mittlerweile auf dem Buckel, er ist im ÖFB-Team längst einer der Schlüsselakteure. „Natürlich habe ich viel miterlebt und kann jüngeren Spielern helfen“, sagte der Mostviertler. „Aber im Endeffekt ist es ein Leistungssport, da muss jeder von uns vorangehen.“ Durch einen gesunden Konkurrenzkampf entstehe Entwicklung.
Brisantes ÖFB-Wiedersehen mit Foda – Debütant startet im Tor
Feinabstimmung mit wenig Zeit
Im ÖFB-Team haben nach dem Rücktritt von Marko Arnautovic sowie den Pausen von David Alaba und Marcel Sabitzer neue Kräfte Einzug gehalten. Den 3:1-Auftaktsieg in der Nations League gegen Israel bewertete Schlager als „ordentliches Spiel“. Die Umstände seien nicht einfach gewesen. „Wir haben doch viele neue Gesichter dabei. Für viele ist die Art zu spielen etwas Neues“, meinte der 28-Jährige.
Der Sieg sei gut für die Moral und das Selbstvertrauen gewesen. „Das Wichtigste ist, dass wir Stabilität in die Leistungen reinbringen und uns Stück für Stück weiterentwickeln. Je mehr man zusammenarbeitet, desto mehr kommen Abläufe zusammen.“ Das sei nicht nur im Fußball, sondern in jedem Betrieb so, erklärte Schlager, der in seiner Heimat St. Valentin ein Gasthaus betreibt. „Im Fußball ist es aber oft ein großes Thema, dass man keine Zeit hat.“ Drei volle Mannschaftstrainings hat die ÖFB-Auswahl in dieser Woche bei der ersten Zusammenkunft seit der WM absolviert.
Das Duell mit dem von Franco Foda betreuten Kosovo ist das zweite Spiel. Schlager hatte unter dem Deutschen im Frühjahr 2018 im Nationalteam debütiert und 2021 auch seine bisher einzige EM bestritten. „Er ist sehr strukturiert. Er versucht jetzt nicht das größte Risiko einzugehen, sondern klar hinter dem Ball Ordnung zu haben“, sagte der England-Legionär über den früheren ÖFB-Teamchef. Foda habe seine neue Mannschaft „in letzter Zeit sicherlich weiterentwickelt. Der Kosovo ist ein sehr guter Gegner, wo wir alles abrufen müssen“.
Körperlich „keine Einschränkungen mehr“
Er selbst will seinen Teil dazu beitragen, dass die Österreicher als Tabellenführer in die folgenden Auswärtsspiele in Irland und im Kosovo gehen. Bei der WM war Schlager nach einer verletzungsgeplagten Saison nicht in Vollbesitz seiner Kräfte, drei Wochen nach dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Spanien unterschrieb der frühere Leipzig-Profi in Nottingham. Dort ist er unter Trainer Oliver Glasner Stammkraft, hat die jüngsten fünf Partien wie auch jene gegen Israel durchgespielt.
„Im Moment geht es mir sehr gut. Die Vorbereitung hat mir sehr, sehr gut getan“, erklärte Schlager. „Ich habe jedes Training mitmachen können, das merkt man. Mein Körper ist so weit, dass ich sagen kann, ich habe keine Einschränkungen mehr.“ Das war nach seinem 2024 erlittenen Kreuzbandriss samt Folgeverletzungen in der Vorsaison noch nicht der Fall. „Das letzte Jahr habe ich gebraucht, damit mein Körper die Intensität reinbekommt. Mittlerweile läuft es gut, ich kann mich überhaupt nicht beklagen.“