Kreuzbandriss! Verletzungsschock um Dortmund-Neuzugang
Als Giannis Konstantelias völlig niedergeschlagen und mit einer dicken schwarz-gelben Bandage um sein linkes Knie in einem schwarzen Van das Dortmunder Westfalenstadion verließ, war ihm die Angst vor einer der bittersten Diagnosen ins Gesicht geschrieben.
Mitspieler, Trainer, Fans – sie alle hatten zuvor mit dem Griechen gelitten, doch am Sonntagabend herrschte Gewissheit. Konstantelias fällt wegen eines Kreuzbandrissss im linken Knie monatelang aus, der sportlich überaus gelungene Saisonstart der Borussia rückte dadurch in den Hintergrund.
„Diese Nachricht trifft uns sehr, denn Giannis hat in sehr kurzer Zeit schon gezeigt, warum wir in ihm einen tollen Spieler für Borussia Dortmund sehen“, sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken. Trainer Niko Kovac hatte schon am Samstag nach dem 2:0 (2:0) zum Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV betont: „Wir sind sehr traurig und haben diesen Sieg teuer bezahlt, wenn es denn ein Kreuzbandriss sein sollte.“
Dabei hatte doch bis zum unglücklichen Zweikampf mit Bakery Jatta (52.), in dem sich Konstantelias das Knie verdrehte, alles nach einem perfekten Abend ausgesehen. Der BVB spielte berauschenden Offensivfußball, Konstantelias wirbelte mit seinem kongenialen griechischen Partner Konstantinos Karetsas den HSV durcheinander und sorgte nach dem Führungstreffer von Serhou Guirassy (9.) für den 2:0-Endstand (45.+1).
HIGHLIGHTS | Borussia Dortmund – Hamburger SV | 1. Spieltag
Doch dann hörte der Torschütze, dessen Familie extra aus Griechenland angereist war, das berüchtigte Knacken – und während er sich in der Kabine untersuchen ließ, sah Kovac „einen Bruch“ im Spiel. „Das hat uns sehr getroffen, weil man schon gesehen hat, wie wichtig er sein kann.“ Er habe Konstantelias wie viele andere „natürlich getröstet, er war sehr geknickt“, sagte Kovac.
Der BVB muss monatelang ohne den 23-Jährigen auskommen, eine Untersuchung brachte am Sonntag die genaue Diagnose. Schon am Dienstag (ab 20: 45 Uhr LIVE bei Sky!) steht mit dem DFB-Pokalspiel im Hamburger Volksparkstadion gegen den Fünftligisten HEBC die nächste Pflichtaufgabe an. Ob man vor dem Ende des Transferfensters am Dienstag noch einmal reagieren müsse, „wissen wir nicht. Aber zumindest werden wir überlegen“, sagte Kovac.
Sportlich hatte der Auftritt die neu entfachte Euphorie befeuert. Besonders die „perfekte erste Halbzeit“ (Kapitän Waldemar Anton), in der sich der BVB phasenweise in einen Rausch spielte und mit 14:0 Torschüssen über den HSV hinwegfegte, habe „gezeigt, dass wir da wirklich in der Lage sind, Außergewöhnliches zu entwickeln“, sagte Ricken. Nach dem Verletzungsschock und der unnötigen Roten Karte für den kurz zuvor eingewechselten Samuele Inácio (77.) schaukelte der Gastgeber den Sieg locker ins Ziel.
Die Stimmung nach Abpfiff war dennoch sichtlich getrübt. „Das, was die Fans heute von ihm gesehen haben, verspricht vieles“, sagte Kovac über Konstantelias: „Und deswegen sind wir sicherlich, sollte sich das bestätigen, sehr traurig. Aber trotzdem werden wir ihm helfen. Ich hoffe, dass er dann möglichst noch stärker wiederkommt.“
Sancho als sofortiger Ersatz?
Der BVB will die Situation kurzfristig bewerten und verschiedene Optionen am Transfermarkt ausloten. Wird Jadon Sancho noch einmal ein Thema?
Der BVB berät intern, wie er mit dem Ausfall von Neuzugang Giannis Konstantelias umgeht. Nach Sky Sport Informationen soll darauf reagiert werden. Etwas Budget für feste Verpflichtung wäre noch da. Aber auch Leihen werden geprüft.
