Kurioser Cup-Einsatz: 62-Jähriger gegen Altach eingewechselt
Kurioses Comeback für einen wahren Routinier im ÖFB-Cup: Aufgrund der prekären Kadersituation wechselte der SK Bischofshofen gegen Bundesligist SCR Altach den 62-jährigen Walter Weiss ein.
Der spielberechtigte Pensionist kam in der 79. Minute bei der 0:7-Niederlage seines Teams zum Einsatz und bestritt damit wohl unerwartet ein Duell gegen den Vorjahres-Cupfinalisten. Der einstige Regionalliga-Spieler war laut transfermarkt.at seit 1993 nicht mehr aktiv gewesen, hatte davor aber während der 80er-Jahre unter anderem in Götzis und Hohenems gespielt. Weiss wurde bei seiner Einwechslung sowie während des Spiels vom anwesenden Publikum gefeiert, nennenswerte Offensivaktionen sollten dem BSK aber über die gesamte Spieldauer kaum gelingen.
Kurioser Kantersieg: Altach zieht souverän in Cup-Achtelfinale ein
Der Hintergrund des kuriosen Einsatzes des Vorarlbergers ist noch weniger erfreulich: Der einstige Bundesligist der Saison 1971/72 aus Salzburg steht seit dieser Saison ohne Heimspielstätte da. Nach langwierigien Streitigkeiten um Zulassungen, Ligazugehörigkeit und Teilnahmeerlaubnis wurde Bischofshofen vom Ligabetrieb ausgeschlossen – und steht nun nach 93 Jahren Vereinsgeschichte vor dem Aus. Brisanterweise behielt der BSK aber seinen im Vorjahr erspielten Cup-Platz – und setzte sich in der ersten Runde gegen Dietach im Elfmeterschießen durch.
Auch 15-jähriger Torhüter im Einsatz
Anders als nun gegen Altach bestand der Kader in der Hoffnung auf eine sportliche Lösung noch großteils aus der Regionalliga-Mannschaft. Nun konnte Bischofshofen gerade noch eine Elf stellen. Auch das theoretisch zugestandene Heimrecht aufgrund des Stadionproblems gab der Verein an Altach ab.
Im Kader stand neben Weiss auch der 57-jährige Stefan Prähauser, der gleichzeitig eingewechselt wurde, sowie der 15-jährige Torhüter Aurelio Simic, der ab der 71. Minute sogar mehrmals rettend eingreifen konnte.
BSK: „Fast 100 Jahre Geschichte verschwinden nicht einfach“
In einem Statement auf der Vereinsseite schildert der BSK ausführlich die Entwicklungen der letzten Jahre, welche wohl zum Aus des Vereins führen werden. Darin heißt es unter anderem: „Die Mannschaft, die sich dieses Spiel ursprünglich erarbeitet hat, gibt es heute nicht mehr. Was Sie heute auf diesem Platz sehen, ist deshalb nicht mehr unser ursprüngliches Team. Was Sie sehen, sind Menschen, die bereit sind, ein Statement zu setzen. (…)
Was heute geschieht, verstehen wir als Statement. Als künstlerische Aktion. Als Performance über den Unterschied zwischen dem, was auf dem Papier möglich ist – und dem, was in der Realität längst verloren gegangen ist. (…) R.I.P. BSK 1933. Fast 100 Jahre Geschichte verschwinden nicht einfach.“
Zudem zeigten die Spieler der Startelf ein dementsprechendes Transparent vor Matchbeginn in Altach – dem wohl letzten Spiel des 1933 gegründeten Vereins.
