Madring: Der nächste Stadtkurs für die Formel 1

Die Formel 1 (live auf Sky – streame mit Sky X!) gastiert erstmals in Madrid. Stadtkurse sind im Trend, aber nicht jedem gefällt das.

Max Verstappen kann diesem Trend nichts abgewinnen. Stadtkurse seien schön für Fotos, aber nicht für Motorsport, sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister vor einiger Zeit. Doch diese Kritik prallt an den Machern der Königsklasse ab, stattdessen setzen sie weiter auf möglichst urbane und nachhaltige Rennveranstaltungen – am Wochenende wird die Formel 1 beim Großen Preis von Spanien erstmals auf dem „Madring“ in Madrid zu Gast sein.

Die Reaktionen sind unterschiedlich, es gibt auch prominente Fürsprecher. „Dass eine ikonische Hauptstadt wie Madrid in den Rennkalender aufgenommen werden wollte, zeigt die Stärke unseres Sports und den Schwung, den wir weltweit weiter ausbauen wollen“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff: „Madrid ist eine weltbekannte Stadt, und es ist ein weiterer bedeutender Schritt für unseren Sport, dort Rennen zu fahren.“

Was die Fahrer aus sportlicher Sicht in Madrid erwartet, ist schwer vorherzusagen. Es gibt sehr viele Kurven, unter anderem die sehr steile „La Monumental“ – dafür jedoch kaum Geraden. Nach einem Test im Juli war Rekordweltmeister Lewis Hamilton eher skeptisch. „Wie erwartet gab es keinerlei Grip, sodass die Reifen im Grunde die ganze Zeit mit Staub bedeckt waren“, sagte er.

Hohe Kosten für langen Vertrag

Der neue Kurs liegt auf dem Messegelände der Hauptstadt unweit des Flughafens Barajas. Vom weltbekannten Prado-Museum im Herzen der Metropole dauert es mit der Metro knapp 50 Minuten zur Strecke. Der Madring kombiniert permanente mit temporären Abschnitten und unterscheidet sich dadurch von den Strecken in Miami, Baku, Singapur oder Las Vegas, die abseits der Rennen anderweitig nutzbar sind.

Ein Standort wird längst nicht nur aus rein sportlichen Aspekten beurteilt, der finanzielle Aspekt, die Nähe zu den Fans und ein gewisser Glamourfaktor sind mindestens genauso wichtig. Um die Königsklasse in die spanische Hauptstadt zu locken, scheuen die Verantwortlichen des Projekts keine Kosten. Laut Medienberichten zahlt Madrid rund 48 Millionen Euro pro Jahr an den Formel-1-Macher Liberty Media. Der Vertrag läuft bis 2035, im Kalender muss Barcelona als fixer Austragungsort weichen. Die Strecke in Katalonien wechselt sich ab 2027 mit dem Traditionsrennen im belgischen Spa ab.

Ein solches Rotationsmodell dürfte deutsche Fans aufhorchen lassen, doch für ein Rennen hierzulande ist seit Jahren kein Platz. Allerdings sprach Formel-1-Chef Stefano Domenicali jüngst von „Kontakten“ nach Hockenheim und stellte die „mittelfristige“ Möglichkeit eines Rennens dort in Aussicht. Einen Stadtkurs gäbe es in Nürnberg, der Norisring ist aber nicht geeignet für die Formel 1. Das gilt auch für die Formel-E-Strecke auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof in Berlin.

Ginge es allein nach Max Verstappens Vorlieben, hätte Deutschland durchaus gute Chancen. Der Niederländer ist ein Fan der klassischen Rennstrecken, insbesondere des Nürburgrings. Doch in der Eifel wurde zuletzt im Oktober 2020 gefahren – als die Corona-Pandemie jedwedes Spektakel abseits der Rennstrecke ausschloss.

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