Mercedes-Serie beendet: Norris rast zur Pole in Ungarn

Im elften Grand Prix der Formel-1-Saison startet erstmals kein Mercedes aus der Pole Position.

Weltmeister Lando Norris entschied am Samstag das Qualifying in Ungarn für sich. Hinter dem McLaren-Piloten landeten die beiden Ferraris von Rekordchampion Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Hamilton wurde aber ebenso wie WM-Leader Kimi Antonelli mit einer Rückversetzung um drei Startplätze bestraft. Hamilton startet am Sonntag (15:00 Uhr) nun als Fünfter, Antonelli als Siebenter.

Norris unterbot die Bestzeit von Hamilton im Quali-Finish um den Hauch von zwölf Tausendstelsekunden. Für seinen englischen Landsmann, der in Mogyorod bei Budapest bereits neunmal die Pole Position erobert und achtmal gewonnen hat, kam es eineinhalb Stunden danach aber noch dicker: Strafe wegen „unnötiger Behinderung“ von Oscar Piastri. Er habe den McLaren nicht gesehen, argumentierte Hamilton schon vor dem Urteil der Sportkommissare. „Ich habe gedacht, jeder hat seine Runde bereits beendet“, sagte der 41-Jährige. „Es ist verrückt, offensichtlich war es nicht absichtlich.“

Auch Antonelli zurückversetzt

Der ursprünglich fünftplatzierte Piastri rückte in der Startaufstellung zwei Positionen vor, neben ihm startet Max Verstappen im Red Bull. Der Niederländer war mit über einer halben Sekunde Rückstand eigentlich nur auf Platz sechs gefahren und drehte sich im Quali-Finish in der letzten Kurve. Das wurde Antonelli zum Verhängnis. Der 19-Jährige ging in der folgenden Phase mit Gelben Flaggen nicht ausreichend vom Gas und kassierte nach Rang vier ebenfalls eine Startplatzstrafe. Auf Norris fehlten ihm aber ohnehin 0,272 Sekunden. „Die Pole war für mich außer Reichweite“, sagte der Mercedes-Jungstar.

Norris war in allen drei Quali-Teilen der Schnellste. Der 26-Jährige hatte schon am Samstagvormittag im dritten freien Training den Ton angegeben und belohnte sich mit seiner insgesamt 17. Karriere-Pole, der ersten als Weltmeister. GP-Sieg hat Norris in dieser Saison ebenfalls noch keinen eingefahren, die Updates an seinem McLaren scheinen aber zu funktionieren. „Ich bin sehr glücklich, zurück an der Spitze zu sein“, sagte der Vorjahressieger. „Am Ende bin ich aber auch ein bisschen positiv überrascht.“

Mercedes „einfach nicht gut genug“

Im bisherigen Saisonverlauf hatten sich Antonelli (6) und Teamkollege George Russell (4) noch die besten Startpositionen untereinander aufgeteilt. In Ungarn hatten die Silberpfeile aber in allen Trainings zu kämpfen. „Wir sind einfach nicht gut genug“, urteilte Teamchef Toto Wolff. „Wir wussten, Budapest wird schwierig. Es war immer eine McLaren- und Ferrari-Strecke.“ Außerdem sei das Überholen mit der vielen Elektro-Energie, die zur Verfügung stehe, besonders schwierig.

Russell musste seinen Boliden zu allem Überdruss unmittelbar nach der Quali und Rang sieben wegen des Verlustes von Kühlwasser abstellen. 50 Punkte fehlen dem Briten auf seinen in der WM führenden Stallrivalen, der nach der Strafe nun eine Position hinter ihm in das letzte Rennen vor der vierwöchigen Sommerpause startet. Erster WM-Verfolger von Antonelli ist mit 45 Zählern Rückstand Hamilton. „Mir ist lieber, Norris gewinnt als einer der Ferraris“, sagte Wolff.

Trotz der wenigen Überholmöglichkeiten hat auf dem Hungaroring allerdings seit Hamilton 2020 kein Fahrer mehr aus der Pole Position triumphiert. Wie Verstappen drehte sich auch sein Red-Bull-Teamkollege Isack Hadjar im Qualifying von der Strecke und landete am Ende auf Platz acht. Mit Oldie Fernando Alonso auf Platz 16 überstand erstmals in dieser Saison ein Aston-Martin-Fahrer die erste Quali-Phase.

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