Nach drei schweren Stürzen und ungleich mehr Knochenbrüchen steht Weltmeister Jorge Martin in Brünn erneut vor seinem Mo

Nach schweren Stürzen: Martin kämpft sich in MotoGP zurück

Nach drei schweren Stürzen und ungleich mehr Knochenbrüchen steht Weltmeister Jorge Martin in Brünn erneut vor seinem MotoGP-Comeback. Der Streit mit Aprilia scheint inzwischen beigelegt zu sein.

Rechte Hand, linke Hand, linker Fuß, dazu reihenweise Rippen. Kaum noch zählbar sind die Knochenbrüche, die sich Jorge Martin in diesem Jahr eingehandelt hat. Drei folgenschwere Stürze, zwei in der Saisonvorbereitung, einer beim (ersten) Comeback in Katar, der MotoGP-Champion steckt in einem Seuchenjahr und versucht nun zum zweiten Mal, dauerhaft in die Motorrad-Weltmeisterschaft zurückzukehren. Brünn soll ein Wendepunkt sein, so weit war der Spanier aber auch schon im April.

Martin ist erleichtert, dass es zurück in den Rennzirkus geht, heiß auf den Start am Wochenende auf dem tschechischen Kurs. „Ich kann wieder sagen: Es ist Rennwoche“, postete der Aprilia-Pilot am Montag bei Instagram und bestätigte, was im Fahrerlager alle längst wussten: Martin ist fit, die Leidenszeit vorbei – im besten Fall dauerhaft.

Schwere Monate

Der 27-Jährige aus Madrid hat komplizierte Monate hinter sich. Denn da ist nicht nur die Verletzungsmisere, es gibt auch Vertragsstreit. Martin wollte das Aprilia-Werksteam zur nächsten Saison nach nur einem Jahr wieder per Ausstiegsklausel verlassen. Diese soll besagen, dass er gehen kann, wenn er nach sechs Saisonrennen nicht im Spitzenfeld liegt. Und Martin steht nach elf WM-Stationen bei null Punkten, konnte aber bislang eben auch nur in Katar antreten. Es gibt zwei Parteien mit zwei Sichtweisen.

Im Zweifel ein Fall für die Anwälte, doch mittlerweile ist die Sache geregelt: Der Titelverteidiger ist gewillt, wie vereinbart auch 2026 für den Rennstall zu fahren. Am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Rennwochenende am Automotodrom Brno kündigte er an, „dass ich 2026 bei Aprilia bleiben werde“. Der nun gekittete Bruch hilft sicherlich allen Seiten.

Martin nach Test: „Hat sich großartig angefühlt“

Denn Aprilia, Anfang des Jahres noch mit Problemen, hat sich (ohne Martin) gesteigert. Der Italiener Marco Bezzecchi steht bei 130 Zählern, holte in Assen und zuletzt auf dem Sachsenring in vier Rennen (inklusive Sprints) drei Podiumsplätze. Mit der Maschine ist inzwischen einiges möglich, auch mehr als mit der Honda, und zu den Japanern wollte der „Martinator“ wohl gern wechseln.

In der Vorwoche fuhr Martin bei einem Privattest in Misano eine neuere Version der RS-GP25, absolvierte 64 Runden, also gut 275 Kilometer. „Es hat sich großartig angefühlt. Ich bin super happy“, sagte der Weltmeister nach seiner langen Ausfahrt: „Es ist schade, dass ich so oft verletzt war. Die letzten drei Monate waren eine schwierige Reise. Aber wir sind zurück, das ist das Wichtigste.“ Eine letzte Formalie war am Donnerstag auch ausgeräumt: An der Strecke erklärten die Ärzte Rückkehrer Martin für „fit“ und erteilten damit ihre Rennerlaubnis.

Werbung

(SID) / Bild: Imago