Neues Kapitel in Serie A: Warum es Alaba zu Udinese zieht

David Alaba steht vor dem nächsten Kapitel seiner beeindruckenden Karriere: Der Österreicher unterschreibt nach Wochen voller Gerüchte einen Vertrag bis 2027 bei Udinese Calcio in der italienischen Serie A.

Nach den vergangenen Jahren bei Real Madrid geht es für den 34-Jährigen um mehr als nur einen Vereinswechsel: Alaba will Verantwortung übernehmen, sich sportlich neu beweisen und hat auch mit dem ÖFB-Nationalteam noch viel vor. Sky-Transferexperte Eric Niederseer nennt die Hintergründe und hat zudem mit Italien-Experte Robert Gucher über den Transfer gesprochen.

Udinese als bewusste Entscheidung trotz Interesse aus Europas Top-Ligen

Dass der Weg schlussendlich nach Udine führt, bedeutet nicht, dass es an Alternativen und Anfragen mangelte. Vor seiner bewussten Entscheidung für den Nordosten Italiens gab es nach Sky-Informationen auch Interesse mehrerer namhafter europäischer Klubs aus der spanischen La Liga, der italienischen Serie A sowie der deutschen Bundesliga. Die spanischen Optionen wurden aufgrund der engen Verbindung Alabas zu Real Madrid nicht weiterverfolgt. Die deutschen Interessenten kamen aufgrund Alabas erfolgreicher Vergangenheit und Wertschätzung gegenüber dem FC Bayern nicht in Frage. Der Schritt zu Udinese wurde von Alaba bewusst vorbereitet und gewählt.

Italien-Legionär Robert Gucher, der seit 18 Jahren in Italien aktiv ist und dort über 400 Pflichtspiele absolvierte, meint: „Der Schritt selbst ist ein sehr intelligenter, durchdachter Schritt. Udinese ist ein Klub ist, der auf internationale Spieler setzt und einen internationalen Fußball spielen lässt. Dazu kommt der deutsche Trainer Kosta Runjaic, der eine Top-Mentalität mitbringt und wodurch es auch sprachlich für David einfach sein wird. David hat auch in der Vergangenheit immer die richtigen Schritte gesetzt. Er hat eine Vorbildwirkung und ist überhaupt nicht der Typ, der irgendwo ins Ausland geht, nur um abzucashen“.

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Gesamtpaket und Rolle als entscheidender Faktor pro Udinese

Bei der Wahl des nächsten Karriereschritts spielte für Alaba in erster Linie nicht die Größe des Namens eine tragende Rolle. Der wesentliche Punkt in Gesprächen mit interessierten Vereinen war vielmehr, welche sportliche Perspektive und Rolle ihm ein interessierter Klub bieten kann. Der Transfer zu Udinese verspricht dem 34-Jährigen genau diese gewünschte, tragende Rolle innerhalb des Vereins. Nach seiner Zeit bei Real Madrid geht es für den ehemaligen ÖFB-Kapitän darum, wieder regelmäßig zu spielen, auf dem Platz Einfluss zu nehmen und mit seiner Routine und Spielstärke voranzugehen.

Der Klub wiederum setzt auf seine Erfahrung, sein Spielverständnis und seine Führungsqualitäten. Alaba soll auf und neben dem Platz im Team des deutschen Cheftrainers Kosta Runjaic vorangehen, eine Führungsrolle übernehmen und gerade die jüngeren Spieler wie u.a. die beiden Innenverteidiger Matteo Palma (18) und James Abankwah (22), bei ihrer Entwicklung unterstützen. „Seine Karriere spricht für sich, er braucht niemandem mehr etwas beweisen. Udinese wird vom Spieler und vom Mensch David Alaba extrem profitieren – speziell von seiner Erfahrung, um als Klub weiterzuwachsen und um die internationalen Spieler, die sie regelmäßig transferieren, weiterzuentwickeln“, führt Treviso-Kapitän Robert Gucher an.

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Hohe Ambitionen statt Karriere-Ausklang – Alaba will nochmal angreifen

Dass der Wechsel nach Udine als gemütlicher Abschluss seiner Laufbahn gedacht ist, lässt sich aus seiner Entscheidung nicht ableiten. Alaba will sich vielmehr noch einmal sportlich beweisen. „Er wird richtig Wind reinbringen und er ist in einer Umgebung, wo er nochmal beweisen kann, dass er in der Serie A mit seinem Fußball mehr als nur bestehen kann. Ich glaube, dass er dort eine Führungsrolle einnehmen wird, weil David der geborene Leader ist – dieses perfekte Fußballerbild als Typ, der immer am Boden geblieben ist. Er passt ideal zum Klub“, ergänzt Italien-Experte Gucher.

Der Antrieb dafür kommt vor allem aus Alaba selbst. Der zehnfache, österreichische Fußballer des Jahres will zeigen, dass er weiterhin auf hohem Niveau performen kann – und dafür möglichst regelmäßig auf dem Platz stehen. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben: Er geht topfit und mit entsprechendem Ehrgeiz in die neue Aufgabe. Auch der bereits erfolgreich absolvierte Medizincheck bestätigt die Matchfitness Alabas. Bei Udinese soll er nach erfolgreicher Unterschrift möglichst rasch Verantwortung übernehmen und in den Spielbetrieb einsteigen.

Die Serie A als lange gehegtes Ziel

Dass es den 117-fachen ÖFB-Teamspieler nach Italien zieht, kommt nicht völlig überraschend. Die Serie A galt nach den Erfolgen in der deutschen Bundesliga und spanischen La Liga bereits länger als Traum Alabas. In dieser Phase seiner Karriere bot Udinese nun das perfekte Gesamtpaket: sportliche Verantwortung, Vertrauen, eine wichtige Führungsrolle innerhalb der Mannschaft und gleichzeitig die Möglichkeit, sich noch einmal auf höchstem Niveau in einer Top 5-Liga zu beweisen. Dabei soll Udinese nicht einfach ein weiterer Eintrag in seiner ohnehin erfolgreichen Vita sein: Alaba will in Italien sportlich etwas bewegen. Genau dieses Gefühl soll der ehemalige ÖFB-Kapitän in den Verhandlungen mit Udinese erhalten haben. Treviso-Kapitän Gucher ergänzt: „Der Transfer von David nach Italien ist auch für das Land und die Liga eine super Sache. Das wird von den italienischen Fans extrem geschätzt werden, auch in puncto Stadienbesuche und medialer Fokus. Ich denke, dass sich dadurch auch zusätzlich was bewegen wird“.

Auch das ÖFB-Team spielt eine tragende Rolle bei Alabas Entscheidung

Der Blick geht zudem weiterhin in Richtung Nationalmannschaft. Auch mit dem ÖFB-Team hat sich Alaba noch hohe Ziele gesteckt – und regelmäßige Spielpraxis auf Klubebene ist dafür ein entscheidender Faktor, wie Rangnick erst unlängst bei der ÖFB-Kaderbekanntgabe vor den Nations League-Spielen verlautbaren ließ. In Udine wird Alaba Woche für Woche die Möglichkeit bekommen, seine Leistungsfähigkeit in einer Top 5-Liga und seine Wichtigkeit für den ÖFB unter Beweis zu stellen. Das dürfte auch mit Blick auf seine Rolle im Team von Ralf Rangnick von Bedeutung sein. Für Alaba beginnt mit der Unterschrift in Italien ein spannendes neues Kapitel. Die Serie A war ein persönliches Ziel – jetzt muss er zeigen, dass er den Ansprüchen, die er selbst an diesen Neustart stellt, auch auf dem Platz gerecht werden kann.

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