Odermatt kann in Courchevel Kristallkugeln fixieren
Das ÖSV-Team der Männer stemmt sich am Wochenende beim Speed-Triple in Courchevel einmal mehr gegen die Schweizer Übermacht. Vincent Kriechmayr und Co. wollen in der Abfahrt und den beiden Super-G-Rennen zumindest einen selten gewordenen Podestplatz schaffen, allerdings drohen ab Samstag durch Schlechtwetter Absagen. Marco Odermatt steht mittlerweile auch rechnerisch als Gesamtweltcupsieger fest, der Schweizer kann in Frankreich zusätzliche zwei Kristallkugeln fixieren.
In der Abfahrtswertung führt Odermatt 175 Punkte vor Landsmann Franjo von Allmen, nach jener in Courchevel folgt nur noch eine beim nächstwöchigen Saisonfinale in Norwegen. Dementsprechend reicht Odermatt am Freitag bereits ein zehnter Rang zur neuerlichen Fixierung der Abfahrtskristallkugel.
Im Gesamtweltcup ist Odermatts fünfter Triumph in Serie bereits in trockenen Tüchern, da seine ersten Verfolger um Technikspezialist Lucas Pinheiro Braathen in Frankreich nicht an den Start gehen werden. Im Super-G kann Odermatt theoretisch noch abgefangen werden. Mit 158 Punkten Guthaben auf Kriechmayr bei drei noch ausstehenden Rennen sollte er am Wochenende aber alles klar machen können. Da sich das Wetter in der Nacht auf Samstag deutlich verschlechtern soll und der erwartete Niederschlag zumindest den ersten Super-G gefährdet, könnten Rechenspiele ohnehin obsolet werden.
Kriechmayr will dem Frühlingsschnee trotzen
Kriechmayr ging zuletzt in der Abfahrt von Garmisch bei einem Schweizer Dreifachsieg als Vierter wie auch schon bei Olympia leer aus. Platz zwei im einzigen Courchevel-Training am Mittwoch lässt den Routinier aber auf ein erfolgreiches Wochenende hoffen. Die frühlingshaften Verhältnisse mit teils weichen Abschnitten sollen kein Hindernis sein. „Wir hatten bei solchen Bedingungen schon öfter gute Rennen, ich habe da keine Bedenken. Ich bin immer guter Dinge, ich denke immer positiv und freue mich auf die Abfahrt“, sagte Kriechmayr. Daniel Hemetsberger ist aufgrund von Knieschmerzen wenig euphorisch. „Ich bin gerade eher ein bissl ein Wrack. Ich fühle mich insgesamt nicht so gut und so fit, aber ich werde natürlich Vollgas geben“, sagte der Oberösterreicher.
Nicht an den Start gehen dürfen Otmar Striedinger und Stefan Rieser, die nach dem einzigen Training die Heimreise antreten mussten. Bitter verlief der trainingsfreie Freitag für Andreas Ploier, der sich beim freien Fahren verletzte und mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden musste. Knochenbrüche blieben nach ersten Diagnosen zwar aus, es werden aber Bänderverletzungen befürchtet.
(APA)/Beitragsbild: GEPA