Das 2:2 in der Nations League am Donnerstag in Dublin gegen Irland hat bei den österreichischen Teamspielern zwiespältig

ÖFB-Spieler nach „Charakterleistung“ in Dublin zufrieden

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Das 2:2 in der Nations League am Donnerstag in Dublin gegen Irland hat bei den österreichischen Teamspielern zwiespältige Gefühle ausgelöst. Der Auftritt vor der Pause sei ungenügend gewesen, betonten die ÖFB-Akteure einhellig. Allerdings wies man mit Stolz darauf hin, gegen einen heimstarken Gegner nach einem 0:2-Rückstand noch ein Unentschieden geschafft zu haben. Verteidiger Stefan Posch sprach in diesem Zusammenhang von einer „Charakterleistung“.

Für den Steirer war es „nach der ersten Hälfte auf jeden Fall ein gewonnener Punkt“. Fixiert wurde das Remis auch dank frischer Impulse von der Bank. „Wir haben gezeigt, dass wir in der Breite sehr gut aufgestellt sind“, erklärte Posch. „Das unterscheidet eine sehr gute Mannschaft von einer guten Mannschaft.“ Der personelle Umbruch nach der WM sei bis dato gelungen, konstatierte der Mainz-Profi. „Man hat in den ersten drei Spielen gesehen, dass Energie da ist und die Jungs, die nachkommen oder auch schon dabei waren, Bock und Energie haben.“

Lienhart: ÖFB-Sieg wäre möglich gewesen

Philipp Lienhart freute sich ebenfalls über das gelungene Comeback nach der Pause. „Es spricht für die Mannschaft, wenn wir in Irland ein 0:2 drehen können.“ In der Schlussphase sei man sogar dem Sieg nahe gewesen. „Wenn wir am Ende das Spiel noch gewinnen, kann sich keiner aufregen“, meinte der Freiburg-Profi. Dennoch müsse man die Leistung vor der Pause kritisch beäugen, erklärte der Innenverteidiger. „Die erste Hälfte, vor allem die ersten paar Minuten, das war nicht gut. Das ist nicht so, wie wir auftreten wollen, das müssen wir auf jeden Fall analysieren.“

Es habe in dieser Phase „ganz vieles nicht gestimmt. Im Anlaufen haben wir das Gefühl gehabt, wir waren einen Schritt zu spät. Wir waren nicht genau genug, nicht zielstrebig genug. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Es war nicht genug Intensität drin.“ Besonders mangelhaft sei das Verhalten beim ersten Gegentreffer gewesen, an dem auch Lienhart nicht schuldlos war. „Wir waren drei gegen einen und kriegen trotzdem das Tor. Das war schlecht, schlecht von mir.“

Rangnicks Kabinenansprache hatte positive Auswirkungen

Vor dem Seitenwechsel fehlte laut Lienhart in der ÖFB-Truppe die Energie. „Wir waren einfach nicht da. Wir waren nicht präsent genug in den Zweikämpfen. Wir haben einfach nicht genug Sprints gemacht.“ In der Pause habe Teamchef Ralf Rangnick erklärt, „dass es mit dieser Intensität nicht geht und dass wir ein anderes Gesicht zeigen müssen. Das haben wir ja selber erkannt. Wichtig war, dass wir den Schalter dann umlegen konnten.“

Wichtig war auch, dass ÖFB-Goalie Florian Wiegele bald nach Michael Gregoritschs 2:2 eine starke Parade lieferte. Er sei dennoch „nicht happy“, erzählte der Steirer. „Ich habe zwei Tore gekriegt. Wenn ich ein Tor kriege, fühlt sich ein Match immer schlecht an.“ Erst „in den nächsten Tagen oder Stunden“ werde er sich über die aus seiner Sicht positiven Aspekte freuen können.

Ob Wiegele auch am Sonntag gegen den Kosovo im Tor steht oder Alexander Schlager wieder zurückkehrt, ist offen. Fix ist laut Posch, dass sich die ÖFB-Auswahl in Prishtina auf einen „kleinen Hexenkessel“ einstellen muss. „Auswärts wird das noch einmal eine andere Nummer. Wir haben schon in Wien gesehen, wenn du sie lässt, können sie schon zangeln. Sie haben Qualität.“ Dennoch ist der Optimismus groß. „Wenn wir noch einmal so eine Leistung wie in Wien abrufen, haben wir gute Chancen, zu gewinnen“, sagte Posch.

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