ÖSV-Frauenteam auf der Suche nach Podestfahrerinnen

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In jeder Trainingsgruppe finde sich „definitiv“ zumindest eine Athletin, die um das Podest mitfahren kann, sagte Johannes Zöchling vor dem Start in die alpine Ski-Weltcupsaison.

„Wir wollen daran arbeiten, mehrere zu haben, um, unter Anführungszeichen gesprochen, nicht von der Performance einzelner Athletinnen abhängig zu sein“, erklärte der Frauen-Cheftrainer. Los geht es mit dem Riesentorlauf am Samstag in Sölden, Julia Scheib verteidigt Vorjahreserfolg und Wertungssieg.

Zöchling sieht seine Athletinnen gut auf den Winter vorbereitet. „Auf unterschiedlichem Level, aber alle haben Schritte gemacht“, sagte er im APA-Gespräch. Und er sieht die Konkurrenzfähigkeit in allen Disziplinen gegeben. „Im Riesentorlauf haben wir mit Julia Scheib die amtierende Kugelgewinnerin. Im Slalom haben wir mit Kathi Truppe eine, die (vorigen Winter/Anm.) einmal Dritte war und eine grundsolide Saison abgeliefert hat, sie gehört zu denen, die vorne mitkämpfen können.“ Im Speed gab es mit Cornelia Hütter, Nina Ortlieb und Magdalena Egger sowie der mittlerweile zurückgetretenen Mirjam Pucher gleich mehrere Athletinnen, die in der Abfahrt aufs Podest gefahren waren.

Riesentorlauf-Wertungssiegerin Scheib war im Gesamtweltcup als Achte beste Österreicherin, Platz vier gab es für Truppe im Slalom, Hütter kam in der Abfahrt auf Platz sechs und im Super-G auf neun. Gesamtweltcupsiegerin wurde Mikaela Shiffrin, die US-Amerikanerin wird ihre Slalom-Trophäe aufgrund ihrer selbst gewählten Reduktion in dieser Disziplin eher nicht verteidigen können. In den Speeddisziplinen schlugen die Italienerinnen zu, Laura Pirovano in der Abfahrt und Sofia Goggia im Super-G. Sechs Siege, fünf zweite und drei dritte Plätze errangen Österreichs Rennläuferinnen 2025/26.

Comeback-Saisonen für Liensberger und Egger

„Sehr froh“ ist Zöchling, dass Super-G-Olympia-Bronzemedaillengewinnerin Hütter ihre Karriere fortsetzt. „Sie hat extrem viel Erfahrung, hat einiges gewonnen, sehr gute Leistungen abgeliefert und ist ganz klar eine, von der sich die Athletinnen was abschauen, lernen und sich Tipps holen können.“ Eine Comeback-Saison wird es für Speedfahrerin Magdalena Egger (Kreuzband, Seitenband und Außenmeniskus im rechten Knie verletzt) und Technik-Ass Katharina Liensberger (Schienbeinkopf-Fraktur, Meniskus- und Innenbandriss), die sich beide im Jänner schwer verletzt hatten. Der Einstieg in die Saison ist jeweils offen, Liensberger sagte auch für den ersten Slalom am 14. November in Levi bereits ab.

Bei der Saisonvorbereitung zuletzt in Sölden verletzte sich Nina Astner, die mit einer Schuhrandprellung zumindest für das Heimrennen ausfällt. Die dreifache Jugend-Doppelolympiasiegerin Maja Waroschitz reiste vom Training in Chile mit einem Kreuzbandriss im linken Knie heim. „Das ist sehr bitter, das ist klar“, sagte Zöchling. Leider würden manche Berufe mit sich bringen, dass es Arbeitsunfälle gibt, auch wenn man versuche, das bestmöglich zu vermeiden, meinte er.

Seriöse Super-G-Ambitionen von Scheib

Scheib wird zusätzlich zum Riesentorlauf den Super-G dazunehmen. „Sie hat im Sommer in ihr Speedtraining investiert. Grundsätzlich ist Super-G-Fahren eine gute Zubringerleistung für den Riesentorlauf“, sagte Zöchling. Als Trainerteam sei man der Meinung, dass man Stärken stärken soll, und Scheibs sei ganz klar der Riesentorlauf. „Sie ist im Riesentorlauf auf einem sehr, sehr guten Level. Nun will sie auch den Super-G seriös in Angriff nehmen.“ Generell sollen Athletinnen in ihrer Kerndisziplin auf hohem Niveau stabilisiert werden, bevor man weitere Disziplinen dazunehme – wie jetzt bei Scheib der Fall.

Der Speed-Auftakt erfolgt nach den Technikrennen in Killington (USA) Ende November und Tremblant (CAN) Anfang Dezember von 11. bis 13. Dezember mit zwei Abfahrten und einem Super-G in Beaver Creek. Laut Zöchling ist die Abreise der Athletinnen nach Übersee von 20. bis 22. November geplant. Ein Teil wird in Colorado trainieren, eine Teil in Nakiska in Kanada, ehe man sich für eine Woche in Copper Mountain trifft und auf Beaver Creek einstimmt.

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