ÖSV sieht FIS-WM-Konzept kritisch – Direkte Gespräche folgen

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Der ÖSV sieht das von der FIS-Führung verfolgte und am Donnerstag öffentlich gemachte Konzept jährlicher Ski-Weltmeisterschaften ab 2032 kritisch. Nicht zuletzt vermisst der heimische Verband aber Klarheit darüber, ob es sich dabei um eine konzeptionelle Einigung oder einen finalen Beschluss handelt, wie er am Freitag in einer Aussendung mitteilte. Inhaltlich bezog der ÖSV jedenfalls klar gegen die Idee Stellung und warnte vor einer „Inflationierung“.

Bisher finden Weltmeisterschaften des Internationalen Ski- und Snowboardverbandes biennal in ungeraden Jahren statt. Das neue Konzept der FIS sieht Titelkämpfe – abgesehen von Olympiajahren – ab 2032 in jeder Saison vor. Das FIS-Council unter der Führung von Neo-Präsident Alexander Ospelt und dem Tiroler Michael Huber als Mitglied veröffentlichte dementsprechende Pläne – offenbar ohne Rücksprache mit den nationalen Verbänden – nach einer Sitzung in der Schweiz am Donnerstag.

„Angesichts der daraus entstandenen öffentlichen Diskussion und Tragweite einer solchen Änderung ist aus Sicht des ÖSV wesentlich, in der FIS-Kommunikation klar und transparent zwischen einer konzeptionellen Einigung (inklusive weiterer erforderlicher Bewertungen und Konsultationen) und finalen Beschlüssen – insbesondere jenen, die auch die Anwendung der geltenden FIS-Weltmeisterschaftsbestimmungen betreffen, zu unterscheiden. Hier sollte seitens der FIS Klarheit geschaffen werden“, schrieb der ÖSV am Freitag.

FIS überlegt grundlegende Kalender-Reform

Auf Grundlage einer vorläufigen Machbarkeitsstudie, die dem ÖSV eigenen Angaben nach nicht vorliegt, stimmte das Council der Weiterverfolgung des Konzepts jährlicher WM-Austragungen grundsätzlich aber zu. In einer Mitteilung gab die FIS darüber hinaus an, dass man nach Erhalt einer detaillierten Bewertung sogar bereit sei, den Kalender bereits ab 2028 umzustellen. Nach dem Grundsatzbeschluss werde die Angelegenheit vorerst an das FIS-Management und in weiterer Folge an den Vorstand für Medienrechte zurückverwiesen, so die FIS. Ein Entwurf für einen langfristigen Zeitplan soll dem Council nach den Herbsttagungen zur Genehmigung vorgelegt werden.

Beim ÖSV hält man jedenfalls wenig von der Idee. „Die Präsidentenkonferenz des ÖSV hat sich bereits am 26. August nach intensiver Diskussion einstimmig gegen Weltmeisterschaften in jedem Nicht-Olympiajahr ausgesprochen“, betonte der ÖSV. „Diese Position wurde dem FIS-Präsidenten bereits vor dem Council-Meeting in Thun persönlich mitgeteilt.“ Ein solches Modell sei „aus sportlicher und strategischer Sicht nicht sinnvoll“. Als Gründe werden u.a. „Inflationierung“ und „schleichende Entwertung des sportlichen Stellenwerts“ einer WM genannt. Auch würde „die Bedeutung einzelner Weltcup-Saisonen und Weltcup-Veranstaltungen geschwächt“.

Die nächsten Weltmeisterschaften finden kommende Saison für die Alpinen in Crans-Montana, für die Nordischen in Falun und für Snowboard/Ski Freestyle im Montafon statt. Darauf folgen laut aktuellen Beschlüssen im Alpin-Bereich 2029 Narvik und 2031 Gröden bzw. im Skispringen, Langlauf und der Kombination 2029 Lahti und 2031 Oberstdorf.