ÖSV Venier St. Anton

ÖSV-Trio & Vonn verpassen Podest bei Brignone-Abfahrtssieg knapp

Beim Sieg von Federica Brignone in der verkürzten Abfahrt von St. Anton verpassen drei ÖSV-Läuferinnen nur knapp das Podest: Stephanie Venier wird unmittelbar vor Lindsey Vonn sowie zwei Mannschaftskolleginnen Fünfte im Heimrennen. Mit Startnummer 46 sorgt eine Abfahrts-Debütantin beinahe für eine Sensation.

Ex-Gesamtweltcupsiegerin Brignone gewinnt vor der Schweizerin Malorie Blanc (+0,07) bei ihrem sensationellen Abfahrts-Debüt im Weltcup. Während der heutige Erfolg für Brignone den ersten Weltcup-Sieg in dieser Disziplin bedeutet, war das Rennen in St. Anton erst der zweite Einsatz für die 21-jährige Schweizerin. Dritte wird Super-G-Olympiasiegerin Ester Ledecka (+0,18). Dahinter ab Platz fünf landen drei Ski-Austria-Starterinnen sowie die 82-fache Rennsiegerin Vonn bei ihrem Comeback in der schnellsten Disziplin.

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Stephanie Venier muss als Fünfte (+0,51) im Laufe des Rennens doch noch ihren Podestrang abgeben, sie überzeugt aber genauso wie die zweifache Saisonsiegerin Cornelia Hütter (7./+0,61) und Nina Ortlieb (8./+0,63).

Der viele Neuschnee der vergangenen Tage hatte nicht nur eine Verkürzung des Rennens zur Folge, sondern auch eine eher weiche Schneeauflage. Viele Top-Asse kämpften mit der Linie, Italiens Edeltechnikerin zeigte wieder einmal den engsten Schwung. „Es war nicht einfach heute“, sagte Brignone. „Es ist wie Surfen, nicht Skifahren. Es war kein perfekter Lauf, aber ich habe viel gekämpft.“

Venier: „Nicht gedacht, dass es so schnell wieder funktioniert“

Venier war in den drei Speed-Saisonrennen zuvor nicht besser als 13. gewesen. „Ich hätte es mir nach den letzten Rennen nicht gedacht, dass es so schnell wieder funktioniert. Ich habe mich nicht gut gefühlt, aber ich glaube, da runter hat sich heute niemand gut gefühlt.“ Sie habe um die Weihnachtszeit und Neujahr richtig gut trainiert, erklärte die Tirolerin. Das Ergebnis nehme Druck und gebe Zuversicht. „Bei einer Heim-WM will man dabei sein, das hat man nicht so oft in einer Skifahrer-Karriere.“

Vonn starke Fünfte vor ÖSV-Duo

Vonn sicherte sich indes Rang sechs (+0,58) trotz der höheren Startnummer 32 und beeindruckte dabei mit einer frühen Zwischenbestzeit. Schon ihr zuvor erster Auftritt seit der Rückkehr beim Super-G in St. Moritz mit Platz 14 überraschte die Konkurrenz. Sie lag bis wenige Meter vor dem Ziel sogar auf Podestkurs. Ariane Rädler (10.) liegt ebenso in den Top Ten. Mirjam Puchner (18.) steht im Rennen um ein WM-Ticket bereits unter Druck. Mit Christina Ager (24.), Ricarda Haaser (25.) und Nadine Fest (26.) fuhren acht ÖSV-Läuferinnen in die Punkteränge.

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Ortlieb pulverisierte ihren 22. Rang aus Beaver Creek in ihrer Comebacksaison ebenfalls. Die Vizeweltmeisterin vergab den Podestplatz mit einem schweren Fehler bei der „Eisfall“-Einfahrt. Auch Italiens Speed-Queen Sofia Goggia wurde diese Passage zum Verhängnis, sie landete nach einem Innenskifehler in den Fangnetzen und blieb unverletzt. Die Schweizerin Lara Gut-Behrami wurde nur 13., womit Hütter ihre rote Startnummer der Disziplinführenden auch in Cortina d’Ampezzo tragen wird.

Sie ärgerte sich aber, mit ihrem „Grundspeed“ nicht das Erwünschte herausgeholt zu haben. „Es war meine Schuld, dass ich die paar Prozent zurückgezogen habe. Ich weiß, dass solche Bedingungen einfach meine Schwäche sind“, sagte Hütter.

Groß war der Jubel im Ziel bei Vonn. „Das ist für mich ein großer Tag“, bemerkte die 40-Jährige, die mit einer künstlichen Knie-Teilprothese aus der Ski-Pension zurückgekehrt war. „Ich weiß, was ich schaffen kann. Ich kann mich noch verbessern zu heute. Morgen ist noch eine Chance, das werde ich genießen“, so die 82-fache Weltcupsiegerin.

Sensationszweite jubelt: „Wollte mit Lockerheit und Spaß fahren“

Die Schweizerin Blanc hatte bereits im Training mit Platz vier aufgezeigt. Dass es die 21-Jährige einen Monat nach ihrem Debüt in St. Moritz in ihrer ersten Weltcup-Abfahrt gleich aufs Podest schaffte, überraschte dennoch. „Ich wollte mit Lockerheit und viel Spaß fahren. Das hat gut geklappt“, sagte Blanc. Vor fast genau einem Jahr gewann Blanc Junioren-Silber in der Abfahrt hinter der Vorarlbergerin Victoria Olivier. Am Sonntag (11.15 Uhr) steht ein Super-G am Programm.

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(Red./APA.)

Beitragsbild: GEPA.