Statement zum Eklat! Ronaldo trifft Nationalteam-Entscheidung
Cristiano Ronaldo hat nach dem Eklat um seine Abreise aus dem Quartier der portugiesischen Nationalmannschaft in einem langen Statement Trainer Jorge Jesus Wortbruch vorgeworfen. Gleichzeitig bat der 41-Jährige die Fortsetzung seiner Länderspielkarriere an. „Ich beschloss, das Trainingslager zu verlassen, ohne auf einen weiteren Wortbruch zu warten. Für mich ist die Wahrheit nach wie vor das Wichtigste in der Beziehung zwischen Menschen“, schrieb Ronaldo.
Zugleich entschuldigte er sich dafür, dass er das Team verlassen habe. „Trotz des absoluten Vertrauensbruchs seitens des Trainers – was Zeugen dieser Gespräche bestätigen können – hätte ich das nicht tun dürfen. Die Verantwortung liegt allein bei mir“, so Ronaldo. „Ich hatte das Gefühl, dass mein Verbleib von diesem Moment an der Mannschaft nur geschadet hätte, und ich tat das, was ich immer gesagt hatte: Wenn ich mich nicht mehr als nützlich empfinde, packe ich meine Sachen und gehe.“
Ronaldo rechnet mit einer Sanktion vonseiten des portugiesischen Verbandes für sein Verhalten. Danach stehe er aber wieder bei Bedarf bereit. „Sollte ich also körperlich fit sein und für meinen Verein spielen – und hoffentlich auch Tore erzielen -, werde ich nach Ablauf einer eventuell gegen mich verhängten Sperre zur Verfügung stehen, um für unsere Nationalmannschaft anzutreten und zu gewinnen; so wie ich es bis heute immer getan habe.“ Ronaldo hatte die Nationalmannschaft in der vergangenen Woche verlassen, nachdem er beim 2:1 im Hinspiel in Norwegen nicht eingesetzt worden war.
Hamann über Ronaldo-Drama: „Er hat schon immer sein eigenes Ding gemacht“
Das vollständige Statement
„Wie versprochen, möchte ich direkt erklären, was beim letzten Nationalteam-Camp passiert ist.
Nach der Weltmeisterschaft bestand der Präsident des FPF darauf, dass ich meine Entscheidung zu gehen noch einmal überdenke, und fragte mich nach meiner Meinung zum aktuellen Trainer. Ich sagte, dass er die richtige Wahl wäre.
Im August sagte mir der Trainer, dass ich ein wesentlicher Bestandteil seines Projekts sei: Ich würde das erste und das letzte Spiel bestreiten. Er schlug vor, dass ich auf die Auswärtsspiele verzichte, aber ich lehnte ab: Ein Kapitän bleibt nicht zu Hause. Simão Coutinho war dabei.
Am Tag des Norwegen-Spiels fragte er mich, ob ich bereit sei, 30 Minuten zu spielen. Das war nicht Teil des Plans, aber ich sagte ja. Ich wärmte mich ab der Halbzeit auf und wurde nie eingewechselt. Er hatte sein Wort gebrochen. Dass ich den Fans danach nicht gratuliert habe, war mein Fehler, und dafür entschuldige ich mich.
48 Stunden später vereinbarten wir in Anwesenheit von Coutinho, dass er im Presseraum die Wahrheit sagen würde: Der Plan stammte von ihm, ich hatte nie nach Einsatzminuten gefragt, und es war ein Fehler, mich aufwärmen zu lassen, ohne mich einzuwechseln. Er bat mich um eine Umarmung und versprach es. Ich stimmte einem kurzen Dokument mit diesen Punkten zu.
An diesem Morgen hatte ich dem Präsidenten und dem Trainer gesagt: Wenn ihr mich nicht wollt, sagt es mir einfach. Beide sagten nein.
Die Pressekonferenz hatte nichts mit dem zu tun, was wir vereinbart hatten. Ich hörte eine Aggression, die ich nicht verdient hatte. Es war das zweite Mal, dass er sein Wort gebrochen hatte.
In fast 25 Jahren habe ich mich nie in eine technische Entscheidung eingemischt. Aber wenn mein Wort gebrochen wird, ist mein Platz nicht dort.
Ich entschuldige mich bei meinen Teamkollegen dafür, dass ich gegangen bin. Die Verantwortung liegt allein bei mir. Der FPF sollte mich ohne mildernde Umstände bestrafen; als Kapitän ist das sogar ein erschwerender Umstand.
Es wird über Abschiedsspiele gesprochen. Aber ich habe gelernt, als ich hungrig war, dass niemand jemandem etwas schenkt. Die Nationalmannschaft bedeutet für mich, zu spielen und zu gewinnen.
Als mein Vater starb, blieb ich, bis das nächste Spiel vorbei war. Das habe ich für mein Land getan.
Wenn ich fit bin, werde ich nach meiner Sperre wie immer bereit sein, für Portugal zu spielen und zu gewinnen.
Das ist die absolute Wahrheit.“
