Auf der Schneekristall- und Ulli Maier-Rennstrecke rittern die alpinen Ski-Asse bei der WM in Saalbach-Hinterglemm in 11

Saalbach-WM: Das sind die Strecken

Ein Berg, ein Ziel, zwei Pisten: Auf der Schneekristall- und Ulli Maier-Rennstrecke rittern die alpinen Ski-Asse bei der WM in Saalbach-Hinterglemm in 11 Bewerben um Gold, Silber und Bronze. Bartholomäus „Bartl“ Gensbichler, der Sport-Chef Saalbach 2025, zählt die Männer-Abfahrt auf der Schneekristall-Piste zu den schwierigsten der Welt, die Frauen müssen auf der selektiven Ulli-Maier-Strecke Gleiterqualitäten zeigen.

Auf der Ulli-Maier-Strecke, benannt nach der 1994 in Garmisch tödlich verunglückten Rauriserin, finden fünf Rennen statt: die Abfahrt und der Super-G der Frauen, der Männer- und Frauen-Slalom sowie die Frauen-Team-Kombination. Auf der Schneekristall werden sechs Events ausgetragen: Abfahrt und Super-G der Männer, beide Riesentorläufe, die Männer-Team-Kombination und der Mixed-Team-Parallel-Bewerb, mit dem am 4. Februar die WM eröffnet wird.

Saalbach-Abfahrt der Herren „eine der schwersten der Welt“

„Die Herren-Abfahrt stufe ich als eine der schwersten der Welt ein. Die sehe ich auf einer Stufe mit Kitzbühel oder Bormio“, sagte Gensbichler zur APA. Die Abfahrt ist 3.129 m lang. Der „Schneekristallsprung“ verspricht Weiten bis zu 55 Meter, mit einem Gefälle von 72 Prozent sollen die Schnellsten an die 140 Stundenkilometer erreichen. „Gleich wie in Bormio gibt es eigentlich kein Flachstück. Das macht es extrem knackig“, sagte Gensbichler. Die bisher letzte Abfahrt auf der Schneekristall-Strecke gewann 2021 Vincent Kriechmayr.

Der dominierende Skifahrer der Gegenwart stellt sich indes auf Schwerarbeit in seinem Spezialmetier ein. „Der Riesenslalomhang ist eher flach, aber sehr, sehr lang. Und das macht es für uns sehr schwierig“, sagte Marco Odermatt. Die Generalprobe im Vorjahr hatte die längsten Laufzeiten (ca. 78 Sekunden) des Winters. „Der Hang ist voll lässig, der gibt viel her.“ Auch für die Zuschauer, bis zu 15.000 werden allein im Zielraum erwartet. „Man sieht auch relativ viel in allen Disziplinen“, sagte Odermatt.

Damen-Abfahrt technisch anspruchsvoll

Die Frauen-Abfahrt (Länge: 2.880 m) beschreibt Gensbichler als sehr selektiv mit technisch schweren Kurven und Sprüngen. „Oben bis zur Mittelstation gibt es verdammt schwere Gleitkurven, nach dem Panoramasprung auch noch einmal ein kurzes Gleitstück und dann sehr, sehr schwere Kurven bis zum Zielschuss. Sie wird die Damen sicher fordern.“

Der Startschuss ist mit 74 Prozent Gefälle extrem steil. Verbunden mit einer anschließenden Linkskurve sorgt dies für eine rasante Startsequenz. Der „Ulli Maier Sprung“ in Kombination mit dem darauffolgenden „Panoramasprung“ gilt als das Herzstück und der Schlüsselbereich der Frauenstrecke. Hier ist Highspeed angesagt.

Gensbichler zweifelt an Heimvorteil

Der Zwölferkogel ist seit der Saison 2016/17 eine offizielle Teststrecke des ÖSV, die Speed-Leute kennen das Gelände zur Genüge. Hütter und Co. schauten auch zuletzt öfters im Glemmtal vorbei. „Sicher haben unsere hier mehr trainiert als die anderen und wissen Bescheid“, sagte Gensbichler, der am sportlichen Heimvorteil in Bezug auf Pistenkenntnisse dennoch zweifelt. „Heimvorteil ist immer schwierig zu sagen, inzwischen kennen alle den Berg. Die Weltklasseleute stellen sich schnell auf alle Begebenheiten ein und sind überall schnell.“Die Pisten-Crews sollen es laut Gensbichler in den kommenden, stressigen Tagen einfacher als ihre Vorgänger 1991 haben. Nicht nur wegen modernster Präparierungstechniken. „Die 91er-WM fand auf zwei Bergen statt, vieles auf der Südseite. Am Zwölferkogel kann dir die Sonne fast nichts anhaben.“ Schönes Wetter hat der „Mr. Saalbach“ ähnlich wie bei der damaligen „Sonnen-WM“ nämlich fest eingeplant. Die Wetterprognosen stimmen zuversichtlich.

Werbung

(APA) / Bild: GEPA