Noah Okafor im Trikot der Schweizer Nationalmannschaft

„Schwierigste Zeit meiner Karriere“: Okafor verkündet Schweiz-Rücktritt

Ex-Salzburger Noah Okafor ist im Alter von 26 Jahren aus der Nationalmannschaft der Schweiz zurückgetreten. Der Stürmer begründet das mit Vorkommnissen bei der WM 2026 und erhebt Vorwürfe gegen Teamchef Murat Yakin. 

Nach 26 Spielen (zwei Tore) scheint die Zeit von Okafor im Nationalteam beendet, zumindest „bis auf Weiteres“. Das verkündete der Offensivspieler am Donnerstagnachmittag in einem Statement. Den Rücktritt begründet Okafor mit „verletztem Vertrauen“ durch Teamchef Yakin bei der Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika. Dort hatte Ex-Salzburger nach eigenen Angaben „die schwierigste Zeit“ seiner Karriere erlebt. Die geringe Einsatzzeit beim Turnier soll nach Angaben des Stürmers aber keine Rolle gespielt haben.

Im Jahr 2025 gab es in England sogar ein klärendes Gespräch zwischen Okafor und dem Trainerstab um Yakin. Probleme zwischen Trainer und Spieler dürfte es bei der WM dennoch gegeben haben. „Als ich gegen Algerien spielen durfte, wurde selbst bei kleinen Fehlern weit weg von unserem Tor auf eine Art und Weise reagiert, die mich tief getroffen hat“, so Okafor. Als Konsequenz wolle der Offensivspieler unter dem aktuellen Trainer nicht mehr für die „Nati“ auflaufen.

Nach seiner Zeit bei Red Bull Salzburg spielte Okafor für die AC Milan und Napoli. Seit Sommer 2025 steht der 26-Jährige bei Leeds United unter Vertrag.

Das Statement von Okafor im Wortlaut

Liebe Fans,

Diese Zeilen sind die schwersten, die ich in meiner bisherigen Karriere geschrieben habe. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, bis auf Weiteres aus der Schweizer Nationalmannschaft zurückzutreten.

Diese Entscheidung fällt mir extrem schwer, aber ich will und muss sie jetzt aussprechen. Es gab nie etwas Größeres für mich, als für die Schweiz aufzulaufen. Jedes Mal, wenn ich dieses Trikot getragen habe, habe ich versucht, mein Herz auf dem Platz zu lassen. Ich hätte auch in Zukunft sehr gerne für die Schweiz gespielt und alles für unser Land gegeben.

Aber unter den aktuellen Umständen kann ich es einfach nicht mehr.

Mir ist wichtig, eines klarzustellen: Diese Entscheidung hat nichts mit Einsatzminuten zu tun. Ich weiss, dass ich in der Vergangenheit nicht immer alles richtig gemacht habe. Junge Spieler machen Fehler, und dafür habe ich mich entschuldigt. Aber jetzt ist die Situation anders. Auch bei der Weltmeisterschaft habe ich schwierige Phasen stets akzeptiert und mich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt. Es war mir eine grosse Ehre, bei der WM für mein Land dabei zu sein.

Ich habe lange daran geglaubt, dass sich die Situation verändern würde. Ein Jahr nach der EM kam Murat Yakin gemeinsam mit Mitgliedern des Trainerstabs extra zu mir nach England, um ein klärendes Gespräch zu führen. Es war ein sehr wertschätzendes und gutes Gespräch. Wir konnten den Blick nach vorne richten und Missverständnisse ausräumen. Ich war Murat Yakin dankbar dafür.

Genau deshalb bin ich mit einem guten Gefühl, voller Motivation und mit dem festen Willen zur WM gereist, alles für die Mannschaft und für die Schweiz zu geben.

Umso enttäuschender war für mich, was ich dort erlebt habe. Nicht, weil ich wenig gespielt habe, sondern wegen der Art und Weise, wie mit mir umgangen wurde. Für mich war es die schwierigste Zeit meiner bisherigen Karriere.

Eines vorweg: Ich weiß, dass jetzt wieder einige denken werden: Ach, der Okafor schon wieder, der ist doch nur beleidigt, weil er kaum gespielt hat. Aber nochmal: Meine Entscheidung hat nichts mit meinen Einsatzminuten zu tun. Ich bin zum Turnier gereist, um meine Mannschaft bestmöglich zu unterstützen. Auf dem Platz und daneben.

Es sind Dinge passiert, die mich tief getroffen haben. Vertrauen ist verletzt worden. Zusagen wurden nicht eingehalten. Und als ich gegen Algerien spielen durfte, wurde selbst bei kleinen Fehlern weit weg von unserem Tor auf eine Art und Weise reagiert, die mich tief getroffen hat.

In den Wochen danach habe ich viel nachgedacht und für mich entschieden, dass ich unter dem aktuellen Trainer nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen möchte. Murat Yakin macht einen tollen Job und hat mit der Schweiz Historisches erreicht. Der Erfolg gibt ihm und seiner Arbeit recht. Und natürlich will ich keine Sonderbehandlung von ihm. Nur gegenseitigen Respekt und Vertrauen, aber diese Grundlage sehe ich für die kommenden Jahre nicht.

Ich wünsche der Mannschaft von Herzen nur das Beste. Ich freue mich über jeden Erfolg des Teams und finde, dass wir bei der WM Tolles erreicht haben. Viele meiner Teamkollegen sind Freunde, und ich werde weiterhin mit ihnen mitfiebern und sie unterstützen.

Ich bin der Schweiz dankbar für alles, was ich erleben durfte. Für dieses Spieler, war und bleibt etwas ganz Besonderes. Glaubt mir: Wann immer ich auf dem Platz stand, habe ich mein Herz für dieses Trikot gelassen.

Bis bald,
Noah

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