Silberpfeile vor Krönung: Konstrukteurstitel zum Greifen nah

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Kimi Antonelli steht seit vergangenem Wochenende als jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten fest. Sein Mercedes-Team hat mit dem möglichen Konstrukteurstitel aber noch ein weiteres großes Ziel.

Bereits an diesem Wochenende in Brasilien (das ganze Rennwochenende live auf Sky Sport F1 – streame mit WOW!) könnten die Silberpfeile die prestigeträchtige und finanziell lukrative Teamwertung erstmals seit 2021 wieder gewinnen – wenn Mercedes in Interlagos seine Führung auf den einzigen verbliebenen Verfolger Ferrari um drei Punkte ausbauen kann.

Antonelli kann die restliche Saison genießen, will sich aber dennoch mit vollem Fokus in den Dienst der gemeinsamen Sache stellen. „Ich versuche einfach, meine Kräfte zu sammeln und mich zu konzentrieren. Ich versuche, in diesen letzten Rennen alles zu geben, denn wir müssen noch die Konstrukteursmeisterschaft gewinnen. Ich möchte die Saison sehr gut abschließen“, sagte Antonelli. Mercedes hat zwölf von 19 WM-Läufen in dieser Saison gewonnen, auf das Konto des 20-jährigen Italieners gehen allein neun Siege.

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Dicke Luft bei Verfolger Ferrari

Komfortable 126 Punkte liegen zwischen Mercedes und Ferrari bei vier noch ausstehenden Rennen. Weil George Russell aber schwächelt und das letzte Mercedes-Upgrade wenig fruchtete, hat Ferrari in jüngster Zeit den höheren Punkteschnitt eingefahren. Dies, obwohl sich die Scuderia zuletzt in Mexiko selbst ein Bein gestellt hat. Die erste Poleposition von Lewis Hamilton seit 2023 hätte in einen Doppelsieg umgewandelt werden können, wenn er und sein Teamkollege Charles Leclerc sich nicht in der ersten Runde in die Quere gekommen wären und damit Max Verstappen die Tür geöffnet hätten. Der Red-Bull-Star verwertete die Vorlage zu seinem dritten Sieg in den jüngsten vier Rennen. Und sorgte dafür, dass sein Rennstall im WM-Duell um Platz drei mit McLaren aktuell um 17 Punkte vorne liegt.

Bei Ferrari indes hängt der Haussegen schief. Hamilton fluchte, schimpfte und wollte sich trotz Platz zwei in Mexiko nicht mehr beruhigen – der Zorn auf den viertplatzierten Leclerc war gewaltig. „Der Kerl ist 29 Jahre alt, also glaube ich nicht, dass es am Alter liegt. Ich glaube, es ist eine Frage der Mentalität“, schimpfte der Rekordweltmeister. Nach dem Rennen gaben sich beide uneinsichtig.

Weiteren medialen Nachfragen konnte Leclerc in Sao Paulo aus erfreulichen Gründen vorerst ausweichen, denn er und seine Frau Alexandra gaben am Dienstag die Geburt ihrer Tochter Bianca bekannt. Der Monegasse blieb dem traditionellen Medientag am Donnerstag fern und wird im Freien Training am Freitag durch Nachwuchsfahrer Dino Beganovic ersetzt. Die vielen langsamen Kurven am Autodromo Jose Carlos Pace sollten dem Team aus Maranello erneut entgegenkommen.

Reminiszenz an Senna

Brasilien ist die letzte Station eines Triple-Headers mit Grands Prix in drei aufeinanderfolgenden Wochen. „Es wird ein ganz besonderes Wochenende. Ich freue mich sehr darauf, denn die Unterstützung aus Brasilien im Allgemeinen war unglaublich – nicht nur in diesem Jahr, sondern bereits seit dem vergangenen Jahr“, sagte Antonelli, der als Hommage an Brasiliens verstorbenen Helden Ayrton Senna einen speziellen Helm tragen wird.

Gleichzeitig soll damit an Sennas emotionalen ersten Heimsieg vor 35 Jahren erinnert werden. In einem der dramatischsten Rennen der F1-Geschichte verlor Senna 1991 wegen Getriebeproblemen bei seinem McLaren in Führung liegend nacheinander Gänge. Die letzten sieben Runden musste er bei Regen komplett im sechsten Gang fahren. Völlig entkräftet, brauchte er nach der Zieldurchfahrt fremde Hilfe, um aus seinem Auto zu steigen. „Es war nicht der größte Sieg meines Lebens, aber einer, bei dem ich alles gegeben habe, was ich hatte“, sagte Senna später. Im selben Jahr gewann er seinen dritten und letzten Fahrertitel.

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