Standards als Trumpf: Rapid mischt weiter ganz oben mit
15 von 18 möglichen Punkten geholt: Rapid mischt in der Fußball-Bundesliga weiter ganz oben mit. „Wir sind Zweiter, vorne dabei, genau da, wo wir sein wollen“, betonte Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup nach dem 3:0-Erfolg am Samstag beim WAC. Gelungene Standardsituationen führten in der Lavanttal-Arena zum Erfolg. „Ich bin happy, dass es so gut funktioniert hat. Wenn es schwierig ist, Tore aus dem Spiel zu erzielen, sind Standards ein Weg, um seine Ziele zu erreichen.“
Schon in der Vorbereitung seien diese ein großes Thema gewesen und auch danach habe man immer wieder daran gearbeitet. Die ersten beiden Treffer fielen nach einem ähnlichen Muster. Zuerst war Serge-Philippe Raux-Yao (13.) nach einer Freistoßflanke von Yusuf Demir erfolgreich. Dann vollendete Nenad Cvetkovic (35.) ebenso in der Mitte per Kopf nach einer Hereingabe von Bendeguz Bolla infolge eines zuerst abgespielten Corners. Das Innenverteidiger-Duo zeigte sich damit einmal mehr als abschlussstark. In dieser Saison trafen beide zusammen in Pflichtspielen siebenmal. „Sie sind gut und fokussiert bei Standardsituationen, sorgen immer wieder für gefährliche Momente“, unterstrich Hoff Thorup.
„Raum für Verbesserungen“ bei Rapid
Aus dem Spiel heraus gab es wenig Höhepunkte, aufseiten Rapids muss man allerdings bedenken, dass die Gäste aufgrund der frühen Führung und dem 2:0-Pausenvorsprung nicht gezwungen waren, das Offensivspiel zu forcieren. Trotzdem fiel im Finish noch das schön herausgespielte 3:0 durch Petter Nosa Dahl (82.). „Genau auf diese Art wollen wir Tore machen“, freute sich Rapids Coach. Während sein Team in der ersten Hälfte richtig gut gespielt habe, sei es danach zu offen gewesen. „Wir müssen das Spiel noch besser kontrollieren, es gibt immer Raum für Verbesserungen.“
Die Richtung stimmt für die Wiener, die vorerst mit Leader LASK gleichzogen, jedenfalls. „Die Mannschaft wird immer besser, mutiger, hat eine tolle Mentalität, gewinnt an Selbstvertrauen, auch die Spieler von der Bank haben ihre Wirkung“, resümierte der Däne. Der Titelkampf könnte heuer zu einem Dreikampf werden, in den aktuell auch Salzburg involviert ist. „Es sind aber erst sechs Spiele gespielt, es kann so schnell gehen, dass jemand Punkte liegen lässt. Wenn man vorne mitspielen will, muss man konstant Punkte holen“, sagte Kapitän Matthias Seidl nach einem „richtig wichtigen Arbeitssieg“. Weitere Punkte vor der Länderspielpause sollen am Freitag zu Hause gegen WSG Tirol folgen.
Silberberger noch ohne Jobangst
Die Wolfsberger bekommen kommenden Sonntag in Ried die nächste Chance, ihre Serie von fünf sieglosen Ligaspielen zu beenden. Das wäre auch für Coach Thomas Silberberger wichtig, um in Ruhe die Länderspielpause genießen zu können. Angst um seinen Job hat er aber keine. „Es wartet erst Spieltag sieben“, erinnerte der Tiroler im Sky-Interview. Man wisse um die Brisanz in der Tabelle, sei aber auch in einem Pulk von mehreren Teams. Tatsächlich fehlen dem Zehnten nur zwei Zähler auf den Sechsten GAK.
„Wir müssen schnell zu den Leistungen vom Anfang der Saison zurückfinden“, meinte Stürmer Philipp Verhounig, der nach dem Seitenwechsel eine Topchance ausließ. Und Innenverteidiger Simon Piesinger ergänzte: „Wir dürfen nicht so viele billige Gegentore fressen und müssen nach vorne wieder mehr Chancen kreieren.“ Silberberger ärgerte sich vor allem deshalb, da er seine Truppe vor den Standardsituationen der Wiener gewarnt und genau darauf vorbereitet hatte. „Wir haben gewusst, was kommt, und dann schlecht verteidigt.“
Altach hofft auf Derby in Lustenau
Der GAK beendete seine Auswärtsflaute mit einem 2:1 in Altach, zog am WAC vorbei und liegt nun im Tabellenmittelfeld. „Wir wollen nach oben schauen und nicht nach unten. Wir müssen selbstbewusst auftreten“, sagte Neo-Trainer Gerald Scheiblehner nach seinem ersten Dreipunkter im Amt. Die Liga sei in dieser Saison zweigeteilt. „Es gibt vier Topmannschaften und der Rest wird fighten. Da wollen wir mitten drinnen sein.“ Das Spiel in Altach sei „ein richtiger Beginn“ gewesen.
Altachs Chefcoach Ognjen Zaric will die vierte Ligapleite in Folge sachlich aufarbeiten. „Wir dürfen jetzt nicht irgendwie emotional werden.“ Mittelfeld-Organisator Vesel Demaku formulierte es so: „Wir haben wieder null Punkte geholt, das kann kein Zufall mehr sein. Wir müssen uns schon selbst hinterfragen.“ Nächsten Samstag folgt das Derby bei Aufsteiger Austria Lustenau. „Wenn man sich ein Spiel aussuchen kann, das als nächstes kommt, dann dieses“, meinte der kosovarische Teamspieler. „Da kann man viel gutmachen.“ Zaric: „Mit dem Derby können wir viel wieder in die richtige Richtung lenken. Es heißt aber nicht, dass dann alles perfekt ist.“
