Tabakovic beweist seinen Wert: Salzburg im Herbst europäisch
Mit dem Transfer von Haris Tabakovic ist Red Bull Salzburg im Juli über seinen Schatten gesprungen.
Fünf Millionen Euro Ablöse hat der jahrelang auf die Entwicklung junger Talente fixierte Klub in den 32-jährigen Stürmerroutinier investiert. Seinen Wert hat Tabakovic in der Europa-League-Quali mit allen vier Toren in den beiden Duellen mit Pafos bereits bewiesen. Der Bosnier will vorangehen. Trainer Danny Röhl sieht im Zusammenspiel mit ihm sogar noch Verbesserungspotenzial.
„Natürlich ist es wichtig, dass wir einen Stürmer haben, der trifft“, sagte Röhl. Die weiteren Angreifer Karim Konate und Yorbe Vertessen seien aber genauso wichtig. „Wir brauchen alle drei, es sind drei ganz unterschiedliche Typen.“ Tabakovic hätte ihm nach einem gesundheitlichen Fragezeichen erst am Spieltag auf Zypern signalisiert, dass er einsatzfähig sei. Mit seinem Hattrick beim 3:3 am Donnerstag in Limassol schoss er Salzburg fix in eine europäische Gruppenphase.
Dabei hätte man den 1,96-Meter-Mann in der ersten Hälfte zu oft mit langen Bällen gesucht, meinte Röhl. Der Neo-Coach forderte auch flache Anspiele. „Haris kann uns auch in der roten Zone immer wieder Optionen geben, aber das wird kommen.“ Es sei normal, dass es ein wenig brauche, bis sich Automatismen etablieren. „Aber ich sehe da immer wieder gute Sachen.“ Bei einem Stürmer gehe es um Tore, gestand Tabakovic. „Wir müssen aber auch analysieren, was wir nicht so gut gemacht haben.“
Tabakovic nach Gala gegen Pafos: „Als Stürmer geht es um Tore“
Lob auch für Goalie Zawieschitzky
Der bosnische Teamstürmer war nach der WM von Hoffenheim nach Salzburg gewechselt. In der Liga hat er noch nicht getroffen. „Da haben wir auch ein sehr hohes Ziel“, betonte Tabakovic. Der frühere Austria-Goalgetter soll eine Schlüsselrolle bei der Rückeroberung des Meistertitels spielen, den Salzburg zuletzt dreimal in Serie verpasst hat. Ein weiterer Offensivmann soll laut Sport-Geschäftsführer Marcus Mann bis Transferschluss am 3. September noch kommen. „Wir haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir den Abgang von Adam Daghim nochmal kompensieren möchten“, bestätigte der Deutsche.
Sonderlob vom Trainer gab es aber auch für Christian Zawieschitzky. Der 19-Jährige hätte sich das Gegentor beim 1:1 in der Liga gegen den WAC sehr zu Herzen genommen. „Dann so zurückzukommen in Europa ist für einen jungen Torwart sensationell“, meinte Röhl. „Ich bin sehr zufrieden.“ Zypern sei ein schwieriger Boden gewesen. Pafos habe schon in der vergangenen Saison auf höchstem Level in der Champions League gezeigt, wie konkurrenzfähig man sei.
Nach einem 0:2-Pausenrückstand erwiesen sich im Rückspiel Umstellungen im Pressingverhalten als mitentscheidend. Er würde versuchen, seine Ideen einzubringen, sagte Röhl. „Final geht es aber darum, wie die Jungs das umsetzen“, betonte der Sachse. Er sei glücklich, wie viel Resilienz sein Team in dieser Saison bisher gezeigt habe. „Es ist ein großer Glaube da. Da wächst etwas zusammen, das brauchen wir auf unserem Weg.“
Trip nach Südschweden wartet
Das erste Etappenziel ist erreicht. „Es ist sehr schön, dass wir wissen, dass wir auf jeden Fall europäisch spielen“, sagte Röhl. „Jetzt werden wir das Maximale anstreben.“ Statt des Trostpflasters Conference League soll es im Playoff gegen Mjällby AIF in die Ligaphase der Europa League gehen. Das Hinspiel geht nächsten Donnerstag in Südschweden über die Bühne, das Rückspiel folgt am 27. August in Salzburg. Schwedens Überraschungsmeister war zuvor in der Champions-League-Quali mit dem Gesamtscore von 1:4 an Slovan Bratislava gescheitert, Salzburg gilt als Favorit.
„Wir treffen wieder auf einen Gegner, der sehr gefestigt ist. Das wird auch keine einfache Aufgabe“, warnte Röhl vor Mjällby. Man würde sich als Mannschaft aber gut entwickeln – nicht nur im taktischen Bereich, sondern vor allem im Umgang mit Widerständen. „Auf lange Sicht ist das ein ganz, ganz wichtiges Tool“, meinte der 37-Jährige.
