Verstappen und Antonelli die Sieger von Singapur

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Das Formel-1-Wochenende in Singapur hat zwei Sieger gebracht. Einerseits ist das mit Max Verstappen der „Mann der Stunde“. Der Niederländer räumte inklusive den Pole Positions für den letzten Saison-Sprint wie auch für seinen ersten Grand-Prix-Sieg im Stadtstaat alles ab. Und das auf einem ganz anderen Kurs als bei seinem Sieg eine Woche davor in Sepang.

Der andere „Abräumer“ ist Kimi Antonelli. Der Italiener kann nun schon Ende nächster Woche in Austin den WM-Titel holen.

Mit den Plätzen vier im Sprint und drei im Hauptrennen vergrößerte Antonelli seinen Vorsprung um 18 Zähler auf 102 Punkte. Baut er seinen Vorsprung am 25. Oktober mit seinem neunten Saisonsieg auf mindestens 125 Punkte aus, kann er in den danach verbleibenden fünf Rennen nicht mehr von der Spitze verdrängt werden. Der erst 19-Jährige erfuhr bei den Sieger-Interviews von dieser Möglichkeit, will sich damit aber nicht beschäftigen. „Über das denke ich nicht nach. Ich werde einfach schauen, ein super Wochenende zu haben.“

Wie am Vortag durch die Kollision der McLaren von Lando Norris und Oscar Piastri profitierte Antonelli auch am Sonntag von einem Zweikampf. Erneut war Norris beteiligt, bei seinem Angriff auf den zu diesem Zeitpunkt drittplatzierten Ferrari von Lewis Hamilton kamen beide aus der Balance, der WM-Leader schlüpfte durch. Für Norris endete das anspruchsvolle Nacht-Hitzerennen vor Piastri und Hamilton auf Rang vier. Racing-Bulls-Pilot Liam Lawson, Nico Hülkenberg im Audi, Russell und Isack Hadjar im Red Bull holten in dieser Reihenfolge auch noch ein paar Punkte.

Wolff: „Ergebnis besser als wir gedacht haben“

„Kimi ist einfach gut gefahren“, erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. „Es ging darum, Punkte zu machen. Das Ergebnis ist besser als wir gedacht haben. Das Auto ist auch einigermaßen gut um die Kurven gefahren. Der Soft(-Reifen) hat überraschend lange gehalten am Anfang und der Medium hat nicht gut ausgesehen. Es ist ein schmales Band, das Set-up so zu finden, dass das Auto schnell ist.“ Für Russell war auch im Optimum-Bereich nur wenig zu holen. „Es war klar, dass es für mich eine große Herausforderung würde aufgrund der Umstände.“

Für den Briten war es ein weiteres schwarzes Wochenende. Im Sprint hatte er sich in Führung liegend von der Strecke gedreht, im Grand Prix war er durch die Strafversetzung wegen des regelwidrigen Wechsels der Power Unit ans Ende der Startaufstellung von Anfang an chancenlos. Während der Vorsprung von Mercedes in der Konstrukteurs-WM mit 134 Punkten noch beruhigend ist, sieht Russell seinen zweiten Platz in der Fahrer-WM stärker gefährdet. Russell: „Ich freue mich jetzt auf ein paar freie Tage und darauf, dann mehr mit dem Team herauszuholen.“

Leclerc hätte Verstappen auf dem Weg zu dessen 73. Grand-Prix-Sieg als Einziger vielleicht stoppen können, steckte aber nach besserem Start Rad an Rad in der ersten Kurve zurück. So war die Basis für den Start-Ziel-Sieg des „Oranje“ gelegt. „Es macht einfach richtig Spaß, mit dem Team zu arbeiten und ich hoffe, wir haben noch viel Spaß bis zum Ende des Jahres“, merkte Verstappen nach seinem zweiten Saisonsieg an. Red Bull brachte ed mit seinem Lauf in der Konstrukteurs-WM als Vierter bis auf sieben Zähler an McLaren heran.

Mekies: Verstappen „hat sich selbst übertroffen“

Teamchef Laurent Mekies weiß, was er am 29-Jährigen hat. „Max wird immer besser und holt mehr aus dem Auto raus. Wir kennen die Magie von Max, aber heute hat er sich selbst übertroffen. Er war quasi unerreichbar. Das war der Sieg, der ihm noch gefehlt hat. Und er hat ihn mit Stil geholt.“ Auch von seinem Team ist der Franzose begeistert. „Wir haben einen richtigen Lauf, jeder macht einen unglaublichen Job. Das ist natürlich beeindruckend, dass wir in den letzten Wochen und Monaten so viel Performance aus dem Auto herausholen konnten.“

Mekies ist auch für die verbleibenden sechs Rennen optimistisch. „Das Positive ist, dass wir auf ganz unterschiedlichen Strecken schnell waren (Sepang, Singapur, Anm.). Deshalb sollten wir in den nächsten Rennen in der Lage sein, um den Sieg mitzufahren. Natürlich könnten die anderen noch Upgrades bringen, wir werden das nicht mehr tun.“ Ferrari etwa wird das wohl müssen, um heranzukommen. Leclerc meinte, nachdem er seinen ersten Singapur-Sieg erneut verpasst hatte: „Wir sind ein paar Schritte weitergekommen, aber es ist nicht genug. Wir müssen weiter pushen.“

Das gilt noch mehr für McLaren. „Wir müssen definitiv Upgrades an die Autos bringen, wenn wir schneller sein wollen als die anderen“, erläuterte Piastri. „Red Bull ist unglaublich schnell jetzt. Wir müssen unser Auto verbessern, wenn wir bessere Ergebnisse haben wollen.“ Norris erkannte im Duell mit Hamilton, dass beide zu spät gebremst hätten. Mit seinem vierten Platz war er nicht unzufrieden. „Ich bin ganz glücklich damit. Ich glaube, mehr ist nicht drinnen gewesen. Aber wir müssen besser werden, weiter am Auto arbeiten.“

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