Vom Ring in die Politik: Boxlegende soll Armut in seiner Heimat bekämpfen

Jahrzehntelang kämpfte Manny Pacquiao im Ring gegen seine Gegner – nun nimmt sich die philippinische Boxlegende einen anderen Gegner vor: die Armut.

Der 47-Jährige legte jetzt in Manila seinen Amtseid als neuer Chef der Nationalen Kommission zur Armutsbekämpfung (NAPC) ab. Präsident Ferdinand Marcos Jr. ernannte Pacquiao zum leitenden Koordinator der Behörde. Das Amt hat Kabinettsrang.

Pacquiao kehrt damit nach mehreren Jahren in ein Regierungsamt zurück. Sechs Jahre lang saß er im Senat. 2022 trat er erfolglos gegen Marcos um das Präsidentenamt an.

Was es heißt, kaum etwas zu haben, kennt die Boxlegende aus eigener Erfahrung. „Ich komme aus der Armut. Ich habe erlebt, wie es ist, auf der Straße auf Pappe zu schlafen, nur Wasser zu trinken, nichts zu essen zu haben und Kleingeld zu sparen, um meiner Familie zu helfen“, schrieb er in einer Mitteilung.

Von der Straße zum Weltmeistertitel

Pacquiao verließ schon mit 14 Jahren die Schule und ging nach Manila, wo er zeitweise auf der Straße lebte. Dort begann er mit dem Boxen. Später wurde er zum einzigen Boxer der Geschichte, der Weltmeistertitel in acht Gewichtsklassen gewann – und zu einem der bekanntesten Sportler seiner Heimat.

Als NAPC-Chef soll Pacquiao unter anderem dafür sorgen, dass benachteiligte Bevölkerungsgruppen stärker an politischen Entscheidungen beteiligt werden. Die Regierung von Marcos hat versprochen, die Armutsquote bis 2028 auf acht bis neun Prozent zu senken – und sie ist auf einem guten Weg. Nach offiziellen Angaben lag sie 2025 bei 9,7 Prozent – das entspricht mehr als 11 Millionen Menschen. 2023 waren es noch 17,5 Millionen Menschen.

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