Debütanten dabei: Rangnick nominiert Nations-League-Kader
Die Karten im österreichischen Fußball-Nationalteam werden neu gemischt. Ralf Rangnick startet einen Umbruch. Der ÖFB-Teamchef nominierte am Montag neun Spieler, die nicht bei der WM dabei waren, in seinen 27-Mann-Kader für den Auftakt der Nations League. Mögliche Länderspiel-Debütanten sind die Torhüter Lukas Jungwirth und Christian Zawieschitzky sowie Felix Bacher, Nikolas Veratschnig, Vasilije Markovic und Christoph Lang. Der derzeit vereinslose Kapitän David Alaba fehlt.
ÖFB-Comebacks geben Schalke-Verteidiger Maximilian Wöber, der die WM verletzungsbedingt verpasst hatte, sein Clubkollege Junior Adamu sowie mit Werder Bremens Marco Grüll ein weiterer Angreifer. „Wir wollen diese Spiele bestmöglich und gut bestreiten“, sagte Rangnick über die Nations League. „In Wahrheit müssen wir aber auch schon an die EURO in zwei Jahren denken, und wer sind dann die Spieler, auf die wir setzen und zählen können.“
Salzburg-Kapitän Veratschnig war im Vorjahr bereits einmal einberufen, kam aber ebenso nicht zum Einsatz wie LASK-Offensivmann Lang bei seiner Team-Premiere 2024. Olympique-Lyon-Verteidiger Bacher und Austria-Wien-Teenager Markovic zählen ebenso wie LASK-Schlussmann Jungwirth und Salzburgs Zawieschitzky erstmals zum Aufgebot des A-Teams. Das Torhüter-Quartett komplettieren WM-Goalie Alexander Schlager, bei Bremen nur noch Ersatz, sowie Florian Wiegele. Patrick Pentz steht nur auf der Abrufliste.
Auch bei den Torhütern müsse man an die Zukunft denken. „Wir haben zwei sehr junge Torhüter dazugeholt, die wir uns im Vergleich anschauen wollen und bei denen wir die Fantasie haben, in zwei oder vier Jahren die Nummer eins sein zu können“, erklärte Rangnick. Jungwirth (22) und Zawieschitzky (19) sind beide noch für die U21 spielberechtigt, die am 2. Oktober gegen Dänemark und am 6. Oktober in Wales ihre entscheidenden Spiele in der EM-Qualifikation bestreitet. Einer der beiden Youngsters könnte laut Rangnick in der zweiten Lehrgangs-Hälfte dafür abgestellt werden.
WM-Fahrer Alessandro Schöpf rückte auf die Abrufliste. Zudem fehlen gegenüber dem Turnierkader neben dem aus dem ÖFB-Team zurückgetretenen Marko Arnautovic und Alaba auch der damals nachnominierte Dejan Ljubicic, die zuletzt nicht voll fitten Michael Svoboda (Knieprobleme) und Florian Grillitsch (Adduktorenprobleme) sowie Marcel Sabitzer, der zumindest bis Jahresende eine Nationalteam-Pause einlegt. Offensivmann Christoph Baumgartner steht verletzungsbedingt weiterhin nicht zur Verfügung. Man habe sich „bewusst entschieden, diesmal ausschließlich matchfitte Spieler einzuladen“, betonte Rangnick.
Premieren für Bacher und Markovic
Der Tiroler Bacher war im Sommer von Estoril Praia aus Portugal nach Frankreich gewechselt. „Er spielt jetzt regelmäßig bei Olympique Lyon, das ist auch nicht irgendein Verein“, sagte Rangnick über den früheren Serienmeister (2002 bis 2008). Lob gab es auch für Innenverteidiger-Kollege David Affengruber, der zuletzt in England für Fulham ein starkes Debüt gegen Liverpool (0:0) gegeben hatte. „Ein Spieler, der für uns in den nächsten zwei oder vier Jahren eine Hilfe sein soll, muss dann irgendwann schon den Schritt in eine Topliga machen und sich dort entwickeln“, meinte Rangnick.
Markovic hat diesen Schritt noch vor sich. Der 18-Jährige hat sich bei der Austria durchgesetzt und könnte durch seine Wurzeln theoretisch auch für Serbien spielen. Bisher ist er ausschließlich für ÖFB-Nachwuchsauswahlen aufgelaufen. Nach dem Vizeweltmeistertitel mit der U17 debütierte der Mittelfeldmann im März in der U21. „Er ist ein guter Junge aus einem richtig guten Elternhaus“, sagte Rangnick über den Favoritner. Man würde Markovic „perspektivisch einiges zutrauen. Wir werden sehen, ob er in einem der ersten Spiele schon zum Einsatz kommen kann.“
Spielidee beim ÖFB-Team – Rangnick: „Gegenpressing ist das Maß aller Dinge“
Die Rangnick-Auswahl startet am 24. September in Linz gegen Israel in die Gruppe 3 von Liga B der Nations League. Drei Tage später folgt in Wien ein weiteres Heimspiel gegen den vom früheren ÖFB-Teamchef Franco Foda betreuten Kosovo. Danach warten im auf zwei Wochen ausgedehnten Länderspielfenster noch die Partien in Irland (1. Oktober) und im Kosovo (4. Oktober). Abgeschlossen wird die Gruppenphase mit einem Doppel am 14. November in Linz gegen Irland sowie drei Tage später in Debrecen gegen Israel.
Mit Markovic, Veratschnig und Zawieschitzky sowie den LASK-Akteuren Jungwirth, Lang und Sasa Kalajdzic zählen laut Rangnick erstmals in seiner Amtszeit sechs Akteure aus der heimischen Bundesliga zu seinem Kader. An seiner Spielweise will der Deutsche aber nichts ändern. „Wir bleiben bei unserer DNA. Gegenpressing ist das Maß aller Dinge“, meinte Rangnick. „Wenn wir uns für die EURO qualifizieren und in der Nations League in die Liga A aufsteigen wollen, was wir wollen, müssen wir schon mit unseren Waffen spielen.“
Der ÖFB-Kader im Überblick
Der 27-Mann-Kader des österreichischen Nationalteams für den Auftakt der Nations League (Liga B, Gruppe 3) gegen Israel (24. September, 20.45 Uhr, in Linz) und Kosovo (27. September, 18.00, in Wien) sowie in Irland (1. Oktober, 20.45 MESZ, in Dublin) und Kosovo (4. Oktober, 18.00, in Prishtina), den ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick am Montag bekanntgegeben hat:
Tor: Lukas Jungwirth (LASK, 0 Länderspiele), Alexander Schlager (Werder Bremen, 30), Florian Wiegele (Viktoria Pilsen, 1), Christian Zawieschitzky (Red Bull Salzburg, 0)
Verteidigung: David Affengruber (Fulham, 1/0 Tore), Felix Bacher (Olympique Lyon, 0), Kevin Danso (Sunderland, 36/0), Marco Friedl (Werder Bremen, 12/0), Philipp Lienhart (SC Freiburg, 43/3), Phillipp Mwene (FSV Mainz, 32/0), Stefan Posch (FSV Mainz, 56/5), Alexander Prrass (TSG Hoffenheim, 21/0), Nikolas Veratschnig (Red Bull Salzburg, 0), Maximilian Wöber (Schalke 04, 31/0)
Mittelfeld: Carney Chukwuemeka (Borussia Dortmund, 6/1), Konrad Laimer (Bayern München, 61/7), Christoph Lang (LASK, 0), Vasilije Markovic (Austria Wien, 0), Xaver Schlager (Nottingham Forest, 55/4), Romano Schmid (Frosinone, 38/4), Nicolas Seiwald (RB Leipzig, 51/1), Paul Wanner (PSV Eindhoven, 7/0), Patrick Wimmer (TSG Hoffenheim, 32/1)
Angriff: Junior Adamu (Schalke 04, 9/0), Michael Gregoritsch (FC Augsburg, 78/24), Marco Grüll (Werder Bremen, 8/0), Sasa Kalajdzic (LASK, 25/5)
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Auf Abruf: Nicolas Kristof (SV Elversberg, 0), Patrick Pentz (Bröndby, 18), Nikolas Polster (NEC Nijmegen, 0) – Leopold Querfeld (Union Berlin, 5/0), Jannik Schuster (Brentford, 0), Valentin Zabransky (Red Bull Salzburg, 0) – Thierno Ballo (AS Saint-Etienne, 1/0), Yusuf Demir (SK Rapid, 4/0), Jacob Peter Hödl (Sturm Graz, 0), Sascha Horvath (LASK, 0), Alessandro Schöpf (LASK, 35/6), Matthias Seidl (SK Rapid, 8/1) – Oluwaseun Adewumi (Hertha BSC, 0), Raul Florucz (Union Saint-Gilloise, 3/0), Erik Kojzek (Partizan Belgrad, 0), Nikolaus Wurmbrand (SK Rapid, 2/1)

