Deutscher Bundesligist will VAR abschaffen

Deutscher Bundesligist will VAR abschaffen

Die anhaltende Kritik am Videobeweis erhält prominente Unterstützung aus der deutschen Bundesliga.

Vor den angekündigten Protestaktionen zahlreicher Fanszenen im DFB-Pokal hat der FC Augsburg deutliche Zweifel am VAR geäußert und dessen Abschaffung gefordert.

Angesichts der geplanten Protestaktionen gegen den Videobeweis im Profifußball am kommenden Wochenende bekommt die Fanszene Unterstützung vom deutschen Bundesligisten FC Augsburg, wo aktuell auch ÖFB-Angreifer Michael Gregoritsch unter Vertrag steht.

„Wir können die Sichtweise der Fans nachvollziehen, weil wir dies in vielen Punkten ähnlich empfinden“, wird Augsburgs Geschäftsführer Michael Ströll im Kicker zitiert. Der VAR sei eingeführt worden, um den Fußball gerechter zu machen, sagte er weiter. „In der Praxis verlagern wir das Problem jedoch oftmals von der Diskussion über die Schiedsrichter-Entscheidung zur Diskussion über den Video-Schiedsrichter. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass der VAR häufig neue Diskussionen schafft, anstatt alte zu lösen.“

Der DFB-Pokal ab Freitag live auf Sky – streame mit Sky X!

Protestaktionen im DFB-Pokal

Fanszenen verschiedener Vereine planen bei den DFB-Pokalspielen nach dpa-Informationen größere Protestaktionen. „In der nun startenden ersten Pokalrunde sehen wir den Fußball, wie er sein sollte: ohne VAR und damit authentisch, unmittelbar und voller Emotionen. Zu diesem Zustand möchten wir dauerhaft zurückkehren und fordern deshalb die Abschaffung des Video Assistant Referee im deutschen Fußball“, heißt es in einem Aufruf, der unter der Anhängerschaft diverser Klubs kursiert.

Ähnlich sieht es Ströll: „Die Emotionen bleiben auf der Strecke, wodurch der Grundgedanke dieses wunderbaren Spiels einen erheblichen Schaden nimmt. Das steht für uns nicht in Relation zum diskutablen Mehrwert.“ Die Idee des VAR sei gut gewesen, nur sei das Modell eben an der Praxis gescheitert. „Der Grundgedanke zu Beginn war ein guter, aber die Umsetzung funktioniert seit neun Jahren nicht so, wie es sein sollte und angedacht war. Es bleiben schlichtweg zu viele Interpretationsspielräume bestehen“, so Ströll.

Wegen des zu hohen technischen und finanziellen Aufwands kommt die Technologie in der ersten Runde des Pokal-Wettbewerbs noch nicht zum Einsatz – künftig aber schon ab der zweiten Runde. Bislang war dies erst ab dem Achtelfinale der Fall.

Werbung