Doublesieger LASK startet meisterlich – dennoch “ Luft nach oben“

Der LASK hat seine Form aus der Meistersaison in die neue Spielzeit der Fußball-Bundesliga mitgenommen.

Für Trainer Dietmar Kühbauer ist nach dem dominanten 3:0-Auftaktsieg am Freitag gegen den GAK aber noch nicht alles Gold, was glänzt. Zumindest ein neuer Stürmer wird bis Transferschluss noch gesucht, wegen des Kreuzbandrisses von Ramiz Harakate möglicherweise sogar ein zweiter. Im Idealfall sollen die Verstärkungen vor dem Champions-League-Playoff Ende August eintreffen.

Meisterlicher Auftakt! LASK schlägt GAK souverän

Gegen den GAK kompensierten die Linzer den Abgang von Offensiv-Schlüsselspieler Sasa Kalajdzic mit einem sehr flexiblen Ansatz. Das Trio aus Doppeltorschütze Samuel Adeniran, Krystof Danek und Christoph Lang funktionierte. Letzterer traf nach vier Toren im Cup in Kalsdorf (7:0) auch in der Liga. Dabei war Lang vor Saisonstart nicht einmal als Stürmer vorgesehen, sprang aber ein, weil auch Moses Usor noch nicht voll fit ist. „Es ist gut, dass Lang diese Situation angenommen hat“, erklärte Kühbauer. „Mich freut es, dass er ein gutes Spiel gemacht und sich mit dem Tor belohnt hat.“

Stürmer gesucht, Bogarde-Abgang nicht ausgeschlossen

Der Coach begrüßte, dass der 24-Jährige Druck auf die anderen Stürmer mache. Aufgrund der Verletzung von Neuzugang Harakate sei man an vorderster Front etwas dünn, gestand LASK-Sportdirektor Dino Buric auf Sky. Man schaue sich auf dem Transfermarkt um. „Wir wollen uns in der Spitze verstärken, nicht nur in der Masse. Wir werden aber keinen 20-Plus-Tore-Stürmer umsetzen können, so realistisch muss man sein.“ Wenn man die offene Position noch schließe, glaube er das Team für alle Aufgaben in der Saison gut gewappnet, versicherte Buric.

LASK-Sportchef Buric: „Werden keinen 20-Tore-Stürmer holen können“

Verlieren könnten die Linzer noch Mittelfeldmann Melayro Bogarde. Der 24-Jährige wird als möglicher Nachfolger des Ex-Rapidlers Mamadou Sangare mit RC Lens in Verbindung gebracht. „Wenn etwas für einen Leistungsträger kommt, wird der betreffende Verein tief in die Tasche greifen müssen“, sagte Buric über mögliche Abgänge. Bogarde sei ein „sehr, sehr wichtiger Spieler“, ergänzte Kühbauer, das habe man auch nach dessen Einwechslung gegen den GAK gesehen. „Aber wenn ein unmoralisches Angebot kommt, verstehe ich in Österreich jeden Club.“

Linzer erfahren Gegner im CL-Playoff

Mit der Leistung seines Teams war Kühbauer zufrieden. „Weil die Jungs sehr gut zusammenarbeiten“, begründete der Ex-Internationale. „Wenn du kein Tor bekommst, kannst du nicht verlieren. Den letzten Ball können wir aber noch ein bisschen besser spielen.“ Ähnlich sah es Lang, der erstmals seit 15 Monaten in der Liga nicht als „Joker“, sondern als Startelf-Spieler ein Tor erzielte. „Ich kann es auch von Anfang an“, erklärte der Steirer. „Vor allem Umschaltsituationen können wir besser fertigspielen. Es gibt noch in vielen Aspekten Luft nach oben.“

Die nächste Bewährungsprobe steht für den Meister nächsten Sonntag (am 9. August – LIVE & EXKLUSIV auf Sky Sport Austria!) bei der Wiener Austria bevor. Davor erfahren die Linzer am Montag noch ihren Gegner im Playoff um den Einzug in die Champions League. Die prominenteren möglichen Kontrahenten sind Celtic Glasgow, AEK Athen sowie bei deren Aufstieg aus der dritten Quali-Runde Roter Stern Belgrad mit ÖFB-Rekordnationalspieler Marko Arnautovic, Dinamo Zagreb und Slovan Bratislava.

GAK-Trainer Feldhofer erwartet sich „Reaktion“

Kleinere Brötchen bäckt der GAK. Die Grazer empfangen nächsten Samstag (LIVE & EXKLUSIV auf Sky Sport Austria!) in der zweiten Ligarunde Aufsteiger Austria Lustenau, werden dort laut Trainer Ferdinand Feldhofer „ein ganz anderes Gesicht“ zeigen. „Nicht nur, weil der Gegner ein anderer sein wird, sondern auch, weil ich mir schon eine Reaktion erwarte auf diese Leistung.“ Sein Team habe sich vom LASK erdrücken lassen. Einzig Torhüter Cican Stankovic habe ein sehr gutes Spiel gemacht. „Ansonsten können wir uns auf jeder Position noch verbessern.“

GAK-Goalie Stankovic von Gegenstand im Gesicht getroffen

Stankovic wurde nach Spielende aus dem LASK-Fansektor von einem Gegenstand getroffen, wollte sich dazu aber nicht äußern. Sein Trainer warb darum, die 0:3-Niederlage „als krasser Außenseiter“ richtig einzuordnen. „Die Wahrheit ist: Wir haben keine zehn Millionen Euro Budget, der LASK hat, glaube ich, über 50 Millionen“, betonte Feldhofer. „Vom Kader her war uns hier nichts anderes möglich. Wir wissen alle im Verein, was wir noch tun müssen.“ Bis Transferschluss am 3. September sollen noch neue Spieler kommen.