Eklat vor Israel-Spiel: Irlands Pressekonferenz abgebrochen
Die Pressekonferenz von Irlands Fußball-Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson vor dem zweiten Duell in der Nations League mit Israel ist nach einem Eklat abgebrochen worden.
Der irische Kommunikationschef Kieran Crowley beendete nach einem Wortwechsel mit israelischen Reportern die Gesprächsrunde, wie auf einer Videoaufzeichnung in irischen Medien zu sehen ist.
„Was sagen Sie zu den Menschen, die Sie unterstützen? Ihre Ideologie basiert auf Mord“, fragte Journalist in Richtung der Iren und ergänzte: „Allein diese Woche hat einer von ihnen versucht, 170 israelische Passagiere zu töten, darunter 27 unschuldige Kinder und Tausende weitere.“ Fragen dieser Art würden nicht angenommen werden, antwortete der irische Pressesprecher.
Daraufhin wandte sich ein anderer Journalist an den irischen Trainer: „Ihre Spieler nennen unsere Spieler während des Spiels Affen…“, sagte er, wurde dann jedoch von einem Funktionär unterbrochen, der wiederholt darauf bestand: „Das ist völlig unwahr.“ Gleichzeitig wurde dem Reporter das Mikrofon weggenommen. „Fassen Sie mich nicht an“, rief er, woraufhin die irische Delegation die Pressekonferenz abrupt beendete.
„Das ist völlig unwahr“, sagte Crowley zu dem „Affen“-Vorwurf und erklärte die Pressekonferenz für beendet. Danach wurde ein separates Briefing ausschließlich für irische Medien angesetzt. Wie irische Medien berichteten, wurde auch diese Veranstaltung in einen anderen Bereich des Stadions verlegt, als ein Vertreter des israelischen Rundfunks daran teilnehmen wollte.
Ireland’s pre-match press conference before tomorrow’s Nations League match with Israel ended abruptly, after an Israeli journalist made an accusation of racism against the Irish players that FAI press officer Kieran Crowley called „completely untrue“ | Full story:… pic.twitter.com/IUCB3KLeF0
— RTÉ Sport (@RTEsport) October 3, 2026
Bereits vor dem ersten Spiel in der Österreich-Gruppe B3 hatte es eine Kontroverse gegeben, nachdem die irische Mannschaft einen Boykott wegen des Gaza-Krieges erwogen hatte. „Wir spielen nicht mit Völkermord, wir spielen gegen Völkermord. Wir spielen gegen Israel, wir spielen nicht mit Israel“, hatte Hallgrimsson einen Tag vor dem 3:0-Sieg seines Teams am vergangenen Montag gesagt.
Atmosphäre bleibt angespannt
Der Vorfall verschärft die ohnehin angespannte Atmosphäre vor dem Duell am Sonntagabend in Backa Topola (Serbien). Das Heimspiel der Iren findet wegen der politischen Lage nicht in Irland statt, nachdem bereits das erste Aufeinandertreffen auf neutralem Boden im ungarischen Debrecen ausgetragen und von Kontroversen begleitet wurde.
Hallgrimsson wollte sich aktuell nicht näher zu den Vorgängen äußern. „Ich werde nicht im Detail darauf eingehen, was gesagt wurde“, sagte er. Die Ereignisse würden zunächst innerhalb der zuständigen Abteilungen und anschließend von der Europäischen Fußball-Union UEFA geprüft. Nach seinen Angaben habe es von beiden Teams Meldungen über Vorfälle gegeben.
Österreich bekommt es in den abschließenden Gruppenspielen im November erst in Linz mit Irland (14.) sowie in Debrecen mit Israel (17.) zu tun.