Major-Effekt: Aarau auf dem Weg zur Relegation

von Franz Verworner

Am 11. September 2018 wechselt ein gewisser Stefan Maierhofer zum FC Aarau in die Schweizer Challenge League (2. Liga), der liegt damals nach der sechsten Runde mit null Punkten auf dem zehnten und letzten Rang. Jetzt, knapp acht Monate später, ist für Aarau der Aufstieg in die Super League möglich. Mit dafür verantwortlich: Der “Major”. Im exklusiven Sky-Interview spricht der 36-Jährige über die aktuelle Saison, die Chance auf den Aufstieg und seine Zukunft.

Es sah schon fast nach Karriereende aus, als der damals 35-jährige Maierhofer den SV Mattersburg verließ, doch es sollte anders kommen. Mit dem FC Aarau heuerte er bei einem krisengebeutelten Verein an, der punktelos auf dem letzten Platz der zweiten Schweizer Liga verweilte. Damals hätte wohl niemand gedacht, dass genau dieser gebeutelte Verein drei Runden vor Schluss auf dem Relegationsplatz zu finden sein würde – nämlich jenem um den Aufstieg.

Einer der wenigen, der bereits damals an eine Trendwende glaubte, war der “Major”: “Ich habe schon gesagt, wenn wir eine Serie starten, dann ist einiges möglich und dann können wir vielleicht doch noch auf diesen zweiten Platz springen, wo wir jetzt sind.”

Fünf Plätze – sieben Runden

Besonders zwischen Runde 13 und Runde 19 legte Aarau einen beinahe kometenhaften Aufstieg auf den fünften Tabellenplatz hin. Nicht ganz unschuldig an diesem Aufstieg ist ohne Zweifel Stefan Maierhofer, zehn Tore und vier Assists konnte der Österreicher in 23 Einsätzen beisteuern. Aber nicht nur die Frage “Wie viele?” ist ausschlaggebend, sondern auch die Frage “Welche?”.

So sorgte der 2,02-Meter-Angreifer beispielsweise gleich in seinem ersten Spiel für den ersten Punkt der Saison, als der “Major” mit seinem ersten Tor den 1:1-Endstand besiegelte, oder etwa der 1:0-Siegtreffer gegen Chiasso in der 21. Runde. Es sind diese Big-Points – diese Match-Winner – die so enorm wichtig sind für einen Verein.

Relegation in greifbarer Nähe

Was zu Beginn der Saison wohl kaum jemand – außer dem Major höchstselbst – für möglich gehalten hätte, ist für den FC Aarau nun in greifbarer Nähe: Nach vier Saisonen in der Challenge League winkt nun endlich wieder die Erstklassigkeit. Hält man den zweiten Tabellenplatz über die nächsten drei Runden, könnte in der Relegation der Aufstieg fixiert werden. Dafür müssen aber noch drei Hürden genommen werden: “Das wichtige ist, dass wir uns in den letzten drei Runden jetzt wirklich belohnen”, so Maierhofer gegenüber Sky.

Bei Aufstieg: Aarau

Auch mit 36 Jahren hat Stefan Maierhofer noch lange nicht genug. Besonders im Fall des Aufstiegs würde der “Major” gerne eine weitere Saison beim FC Aarau anhängen: “Wenn wir aufsteigen, möchte ich hierbleiben […] Ich bin körperlich fit, mir geht es gut und ich sehe auch, dass ich mit den Jungs hier mithalten kann. Auch wenn wir es knapp nicht schaffen sollten, führen wir mit dem Verein Gespräche.”

Weitere Vereine im Gespräch

Doch nicht nur der Verbleib in Aarau wäre denkbar, die erbrachten Leistungen des 36-Jährigen haben ihn wohl auf die Zettel einiger Scouts befördert: “Die Leistungen, die ich in den letzten Wochen und Monaten gebracht habe, haben zum Glück auch andere mitbekommen und es werden auch mit anderen Vereinen Gespräche geführt.”

Wofür sich Maierhofer auch entscheiden mag, eines scheint geklärt: Der “Major” bleibt uns zumindest noch ein weiteres Jahr im Profifußball erhalten und hat in der aktuellen Saison eindrucksvoll bewiesen, dass das ein Grund zur Freude ist.

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