„Haben das Stadion mitgenommen“ – Sturms Kraftakt macht Hoffnung für EL-Auftakt

Sturm Graz hat rechtzeitig vor dem Ligaphasenstart der UEFA Europa League wieder in die Spur gefunden.

Das Heim-2:1 am Sonntag über den LASK bedeutete nicht nur die erste Niederlage des Meisters nach saisonübergreifend neun Liga-Siegen en suite, sondern auch den ersten vollen Erfolg der Steirer nach nur einem Punkt aus den jüngsten beiden Runden. Die Moralinjektion wurde mit großer Leidenschaft erkämpft und kam vor dem Heimspiel am Mittwoch gegen Stade Rennes gerade recht.

Trainer Fabio Ingolitsch war nach dem Sieg gegen den Tabellenführer sichtlich zufrieden. „Wir waren energetisch, wir waren aggressiv, wir haben das Stadion mitgenommen“, schwärmte der 34-Jährige. Seine Mannschaft liegt als Vierter nur noch vier Punkte hinter dem Liga-Führungsduo LASK und Rapid, am kommenden Sonntag steigt vor dem Beginn der diesmal dreiwöchigen Länderspielpause das Auswärtsduell mit dem Dritten Red Bull Salzburg.

Ingolitsch nach Sieg gegen LASK: „Dort, wo wir sein wollen“

Davor aber wartet noch ein Kräftemessen mit Rennes, das aus den ersten vier Ligue-1-Runden zehn Punkte holte und ausgerastet anreisen wird. Die Truppe aus der Bretagne war nämlich in der nationalen Meisterschaft bereits am Freitag beim Heim-1:0 gegen Olympique Marseille, einen weiteren EL-Gegner von Sturm, im Einsatz und hat damit zwei Tage länger Pause als die Grazer.

Ingolitsch hätte sich längere Pause vor Rennes-Match gewünscht

Vor diesem Hintergrund bezeichnete Ingolitsch die Terminansetzung der Partie gegen den LASK als „sehr unverständlich. Ich möchte nicht jammern, aber es ist ein Faktum, dass die französische Liga mithilft, dass Rennes am Mittwoch maximal frisch ist. Und bei uns ist es so, dass die Liga uns das Topspiel am Sonntag reindrückt, was natürlich ein Unterschied ist für Mittwoch“, erklärte der Coach. „Deswegen würde ich mir das auch sehr wünschen, dass wir da in Österreich zusammenhalten, dass die Bundesliga und auch die TV-Anbieter so flexibel sind, dass wir uns da gegenseitig unterstützen und da vielleicht einmal auch irgendwas auf einen Tag nach vorne oder nach hinten bewegen könnten.“

Trotzdem überwog bei Ingolitsch klar die Freude über den Sieg gegen den LASK, der auch dank starker Leistungen der Zugänge fixiert wurde. Joshua Quarshie in der Innenverteidigung und Valmir Matoshi im zentralen Mittelfeld zeigten, dass sie echte Verstärkungen sein können, und dem eingewechselten Oumar Diakite gelang das Siegestor.

„Ich bin super zufrieden mit unserem Transferprogramm“, betonte Ingolitsch. „Wir haben eine unglaublich spannende Mannschaft.“ Zudem nähert sich auch Otar Kiteishvili wieder dem Vollbesitz seiner Kräfte an. Der im Finish verschossene Elfmeter des Georgiers ließ sich verschmerzen.

Kühbauer über Sturm verärgert: „Hoch und weit bringt Sicherheit“

Die Partie gegen den LASK habe man bewusst „volgelwild“ angelegt, erzählte Ingolitsch. „Weil wir gewusst haben, je wilder das Spiel, umso besser für uns. Der LASK hat, finde ich, nicht so die Kontrolle reingekriegt.“ LASK-Trainer Dietmar Kühbauer konnte kaum verhehlen, dass er für die Herangehensweise Sturms wenig Begeisterung empfand. Der Vizemeister habe sein Heil in der Defensive gesucht, sagte der Burgenländer und meinte mit Blick auf den Spielaufbau des Gegners: „‚Hoch und weit bringt Sicherheit‘ war bei Sturm heute das gang und gäbe.“

Der LASK sei die Mannschaft gewesen, die mehr fürs Spiel tun wollte. „Aber am Ende des Tages zählt nur das Resultat, und da muss man sagen, dass es Sturm besser gemacht hat und die Fehler von uns genützt hat“, meinte Kühbauer. Seine Truppe reklamierte im Finish ein Elfmeterfoul an Florian Flecker, das aber nicht gecheckt werden konnte – durch einen Stromausfall herrschte in den letzten Minuten nicht nur bei den Zuschauern vor den Bildschirmen, sondern auch beim VAR Mattscheibe.

So blieb es nach dem 0:1 zum Champions-League-Auftakt bei AEK Athen bei der zweiten LASK-Niederlage in Folge, wodurch die Oberösterreicher nur noch wegen der um einen Treffer besseren Tordifferenz vor Rapid an der Tabellenspitze stehen. Vor der Länderspielpause geht es noch am kommenden Sonntag auswärts gegen den TSV Hartberg.

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