„High Risk Game“: Österreich-Israel als sicherheitstechnische Herausforderung
Die Brisanz des Nations-League-Spiels Österreich – Israel am Donnerstag in Linz geht über den sportlichen Aspekt hinaus. Aufgrund der politischen Situation gelten hohe Sicherheitsvorkehrungen, der ÖFB befindet sich laut Geschäftsführer Bernhard Neuhold seit geraumer Zeit in enger Abstimmung mit den Behörden und Vertretern des Gästeteams. Am Matchtag, an dem in Linz zwei Demonstrationen mit Bezug zu dieser Partie angemeldet sind, steigt noch eine Organisationsbesprechung.
Bereits am Vorabend des Länderspiels bittet die UEFA zu einem Security Meeting, da der europäische Kontinentalverband die Begegnung als „High Risk Game“ eingestuft hat und entsprechend zwei Security Officer entsendet. An beiden Meetings werden Repräsentanten von UEFA, des heimischen Fußball-Verbandes, der Exekutive und aus Israel teilnehmen. „Dabei geht es darum, in allen Bereichen Vorsorge zu treffen. Wir wollen, dass die unterschiedlichen Zielgruppen alle ein sicheres Stadionerlebnis haben“, sagte Neuhold der APA.
Jüngste Heimspiele gegen Israel ohne Sicherheitsprobleme
In der jüngeren Vergangenheit absolvierte Österreich zwei Heimspiele gegen Israel, 2019 in Wien und 2021 in Klagenfurt. Beide Partien gingen reibungslos über die Bühne. Schon damals habe es sich um Spiele gehandelt, die in puncto Schutzvorkehrungen über das normale Maß hinausgingen, so Neuhold. „Wir sind uns auch diesmal der Tragweite bewusst, aber auch überzeugt, dass wir es gut über die Bühne bringen werden“, erklärte der ÖFB-Geschäftsführer. „Wir haben ein erfahrenes Organisationsteam und greifen seit vielen Jahren im Zusammenhang mit Risikospielen auf bewährte Prozesse und einen engen Dialog mit den Behörden zurück.“
Unterstützung gibt es durch Sicherheitsbeamte aus Israel. Wie viele davon in Linz sein werden, weiß Neuhold nicht. „Darüber bekommen wir keine Auskunft. Doch man kann davon ausgehen, dass sie ihre Arbeit hochprofessionell erledigen werden.“ Erleichtert wird die Aufgabe durch die vergleichsweise geringe Anzahl an Gästefans.
Das Nations-League-„Rückspiel“ gegen Israel am 17. November steigt nicht in Tel Aviv oder Haifa, sondern im ostungarischen Debrecen. „Es hat immer Vorteile für den Gästeverband, wenn der Heimvorteil des Gegners nicht in der Form vorhanden ist, wie es eigentlich im Sinne des Erfinders ist. Es ist für uns besser, zum Beispiel was die Anreise, die Sicherheitsvorkehrungen oder die klimatischen Bedingungen betrifft“, sagte Neuhold und betonte gleichzeitig: „Aber das ist kein politisches Statement, sondern ein logistisch-organisatorisches Thema.“
