„In alte Muster verfallen“ – Salzburg-Serie vor Europa-League-Start gerissen
Ausgerechnet vor dem Start in die UEFA Europa League ist die Siegesserie von Red Bull Salzburg gerissen.
Nach Erfolgen in den jüngsten sechs Pflichtspielen ließ der ehemalige Serienmeister zum Auftakt der 6. Runde mit einem 1:1 bei der SV Ried Punkte liegen. Es lag an der mangelnden Effizienz, kein gänzlich neues Phänomen in dieser Saison. „Wir sind ein bisschen in alte Muster verfallen“, sagte wegen der vielen vergebenen Großchancen auch Kapitän Nikolas Veratschnig.
Der Salzburg-Kapitän im Interview:
Alleine Yorbe Vertessen hätte für einen klaren Sieg sorgen können, vergab aber in den Minuten 14, 27, wo er aus elf Metern aus bester Position drüber schoss, 51 und 54 zum Teil kläglich. „Wir können in der ersten Hälfte 3:0 führen, das habe ich heuer schon drei- oder viermal gesagt“, erläuterte Veratschnig. Das war allerdings nur in der Anfangsphase der Saison gewesen, zuletzt war das Offensivwerk mit 15:2-Toren in den jüngsten vier Pflichtspielen nach Wunsch gelaufen. „Wir sind fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen, im Gegensatz zu den letzten Spielen, wo wir bei solchen Chancen immer das Tor gemacht haben“, meinte Innenverteidiger Valentin Zabransky.
Salzburg hatte Chancen für „zwei oder drei Spiele“
24 Schüsse aufs Tor, 68,1 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von 89,6 Prozent unterstrichen die Überlegenheit der Gäste. „Wir hatten auch noch 40 Kontakte in der gegnerischen Box, dadurch fünf Großchancen, das spricht alles für uns. Jeder hat eine Mannschaft mit klarer Idee gesehen, die ihre Spielweise hervorragend umsetzt. Ankreiden müssen wir uns nur, dass wir erst spät das Tor gemacht haben. Wir hatten Chancen für zwei oder drei Spiele. Es lag daher nicht am Gegner, sondern an uns“, analysierte Coach Danny Röhl. Aufgrund der tollen Torausbeute in den Partien davor wollte der Deutsche „das Thema aber nicht zu groß machen“.
Wahrscheinlich noch ärgerlicher war für ihn der Ausgleich von Phillip Pomer (86.) nur kurz nach dem 1:0 von „Joker“ Karim Konate (84.). „Wir müssen mehr Präsenz zeigen im Sechzehner, dürfen ihn nicht so leicht einköpfeln lassen“, befand Veratschnig. Röhl forderte auf beiden Seiten einen konsequenteren Auftritt seines Teams bei Standardsituationen. „Da müssen wir ansetzen.“ Das möglichst schnell, wartet doch schon am Donnerstag das Auswärtsspiel bei Lewski Sofia. „Alle freuen sich auf das Spiel, es wird interessant zu sehen, wo wir auf europäischer Ebene stehen“, sagte Röhl. Die Bulgaren verloren am Mittwoch im nationalen Supercup gegen ZSKA Sofia 2:4, in der Liga sind sie aber nach acht Partien makellos.
Ried will gegen WAC „nachlegen“
Für die Rieder geht es am Sonntag in einer Woche neuerlich mit einem Heimspiel gegen den WAC in der Liga weiter. „Da wollen wir noch ein gutes Spiel abliefern und nachlegen“, betonte Ried-Trainer Mario Despotovic. Dass der zweite Saisonsieg noch ausblieb, war angesichts des starken Gegners verschmerzbar. „Es war ein sehr wichtiger Schritt für uns, weil wir gesehen haben, dass wir gegen jeden Gegner bestehen und auch immer zurückkommen können“, erläuterte der 41-Jährige.
Beim 1:1 wurde Pomer am kurzen Eck allein gelassen und köpfelte von dort ein. „Es hat sich sehr gut angefühlt, der Mannschaft so zu helfen“, sagte der Verteidiger. Und Kapitän Stefan Schwab ergänzte: „Wir haben uns durch unsere Leidenschaft und unseren Kampf den Punkt irgendwie verdient und der tut richtig gut.“
