Kingley will bei der EM die „17“ knacken
Seine Topform will Dreispringer Endiorass Kingley bei der EM in Birmingham auspacken. Mit den Saisonleistungen ist der WM-Neunte noch nicht zufrieden, aber Präventivarbeit und Optimierungsmaßnahmen in Hinblick auf die erhoffte Olympiateilnahme 2028 standen im Vordergrund. Die zuletzt gezeigten Trainingsleistungen und Vergleichswerte bescheinigten dem 24-Jährigen jedoch eine bessere Form als vor einem Jahr, das Überstehen der Qualifikation am Mittwochabend ist das erste Ziel.
„Wenn ich die 17 m springe, dann ist eine Topplatzierung möglich“, richtet Kingley den Blick bereits auf das erhoffte Finale und die mögliche Verbesserung des von ihm gehaltenen österreichischen Rekordes von 16,85 m. Dazu braucht es einen Versuch, wo alles zusammenpasst – Geschwindigkeit, Sprungfähigkeit, Stabilität sind nur drei der Faktoren.
Es gebe auf dem Weg zu einer großen Weite so viel zu denken, bis der Punkt komme, an dem er nur noch „fliegen, fliegen, fliegen“ wolle. „Die Luftphase ist der Zeitpunkt, wo ich aufhöre zu denken. Ich genieße die letzte Phase, wo ich im Sand lande“, sagte Kingley zur APA.
Bausteine setzen für Olympia-Teilnahme
Kingley zog beim Saison-Plan seines Trainers Roland Werthner mit, dafür brauche es großes Vertrauen und das habe er. „Der Trainer meint, es geht um Bausteine. Und wenn wir die dazulegen, ist Olympia möglich. Anfangs war das nicht so leicht, die Wettkämpfe waren nicht gut, ich musste was einstecken. Aber ich habe mir gesagt, ich ziehe das jetzt durch. Im Endeffekt erntet man irgendwann die Früchte. Entweder bei der EM oder nächstes Jahr bei der WM oder bei Olympia“, ist Kingley überzeugt.
Die EM-Qualifikation wurde bereits im Vorjahr fixiert, Kingley war heuer nicht auf starke Leistungen angewiesen, um nach England zu kommen. Bei 16,46 m steht seine Saisonbestleistung, damit liegt er im Europaranking nur auf Platz 22. „Die Zielsetzung für heuer war, an den Schwächen zu arbeiten und bei der EM in Hochform zu sein“, erklärte Werthner. „Es schaut gut aus, die Bestwerte der letzten Wochen sind im Vergleich deutlich besser als vor der WM in Tokio. Dazu kommt, dass er bei Großereignissen immer sehr gut war.“
Ohne Druck und mit viel Lockerheit
„Abzuliefern“ ist daher der Plan von Kingley. „Das wäre cool. Ich bin echt gespannt, was ich springen werde. Ich bin selber ein bissl aufgeregt, weil ich sehe, dass viel möglich ist.“ Die Erinnerungen an die WM geben Motivation. „Da habe ich es geschafft und bei der EM kann ich auch mehr schaffen.“ Er wolle ohne Druck und mit der nötigen Lockerheit reingehen.
Und sich mit den Kontinentaltitelkämpfen versöhnen. Bereits 2024 war er für die EM in Rom qualifiziert, zog sich aber kurz vorher einen Sehnenausriss im Becken zu. „Das war ein Tiefpunkt, ich habe danach mental gekämpft und die EM vom Bett aus angeschaut. Aber es hat mich stärker gemacht“, meinte der dreifache Vierte bei internationalen Nachwuchsmeisterschaften im Rückblick.

