Kurz nach Tod der Mutter: ITA entschuldigt sich bei Cavallar für Dopingtest
Die Internationale Test-Agentur hat sich bei Valentina Cavallar für die Durchführung eines Dopingtests wenige Stunden nach dem Tod ihrer Mutter in den eigenen vier Wänden entschuldigt. „Es tut uns außerordentlich leid, dass Sie in einer ohnehin schon so schmerzhaften Zeit zusätzliche Belastungen erfahren mussten. Wir nehmen Ihre Anliegen sehr ernst und haben uns bereits direkt mit Ihnen in Verbindung gesetzt“, antwortete die ITA auf einen Instagram-Beitrag von Cavallar.
Die im Auftrag des Radsport-Weltverbandes für die Anti-Doping-Maßnahmen zuständige Agentur sprach Cavallar und ihrer Familie ihr aufrichtiges Beileid zu dem Verlust aus. Ergänzend dazu erklärte die ITA gegenüber dem Fachportal Domestique, dass man mittlerweile auch direkt mit der 25-Jährigen in Kontakt gewesen sei und sich bei ihr entschuldigt habe.
Cavallar hatte sich Anfang der Woche zu Wort gemeldet, dass der Dopingtest so kurz nach dem Ableben ihrer Mutter „unglaublich schmerzhaft“ gewesen sei. Die Kontrolle sei „völlig fehl am Platz“ gewesen und „respektlos meiner Familie gegenüber“, so Cavallar. „Es zeigt, wie leicht wir vergessen, dass hinter jedem Sportler ein Mensch mit einem Leben, einer Familie und Gefühlen steht, die nicht einfach verschwinden, wenn die Verantwortungen des Profisports rufen.“ Sie unterstrich, dass sie an sauberen Sport glaubt. „Aber ich glaube auch, dass Menschlichkeit, Mitgefühl und Respekt niemals vergessen werden dürfen.“
Schutz des sauberen Sports und Respekt vor Athleten als Basis
Die ITA pflichtete der gebürtigen Wienerin bei. „Auch wenn Anti-Doping-Kontrollen für den Schutz eines sauberen Sports unerlässlich sind, müssen sie stets mit Mitgefühl, Sensibilität und Respekt für die persönliche Situation der Athletinnen und Athleten durchgeführt werden“, schrieb die Agentur und bekräftigte: „Der Schutz des sauberen Sports und der Respekt vor dem Menschen hinter jedem Athleten müssen immer Hand in Hand gehen.“
Man wisse Cavallars Feedback sehr zu schätzen, insbesondere in dieser schwierigen Zeit. „Wir werden Sie und alle Athletinnen und Athleten weiterhin dazu ermutigen, Bedenken – sei es während oder nach einer Dopingkontrolle – zu äußern. So kann die ITA geeignete Maßnahmen ergreifen, um ein angemessenes Gleichgewicht zwischen dem Kampf gegen Doping und dem Recht jedes Athleten auf Privatsphäre und Wohlergehen zu gewährleisten.“
