„Magisch“: Viertligist feiert Pokalsensation gegen Arsenal
Die englische Presse war aus dem Häuschen, das Highbury Stadium stand Kopf: Nach der Sensation im Ligapokal brachen beim englischen Viertligisten Fleetwood Town alle Dämme.
„Das ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, ich kann es wirklich kaum glauben, aber irgendwie haben wir den englischen Meister geschlagen“, sagte Teammanager Matt Lawlor nach dem wilden Pokalkrimi gegen den FC Arsenal. Nach 90 Minuten hatte es im Achtelfinale 1:1 (0:1) gestanden, im Elfmeterschießen setzte sich der krasse Außenseiter 5:3 durch.
„Ich habe keine Stimme mehr“, krächzte Torhüter Jay Lynch: „Das Team war das gesamte Spiel über magisch, den englischen Meister im Elfmeterschießen zu schlagen, das hat sich jeder hier verdient.“ Er hatte gegen den vierten Arsenal-Schützen Bruno Guimaraes pariert und seinem Team den entscheidenden Vorteil verschafft. „Unglaublich für den Verein, die Stadt. Ehrlich gesagt bedeutet es allen alles“, sagte Lynch.
„Größte Sensation in der Ligapokalgeschichte“
Während der regulären Spielzeit hatte Aaron Loupalo-Bi die Führung für den Außenseiter erzielt (21.). Arsenal, mit Nationalspieler Kai Havertz und weiteren Stammkräften in der Startelf, dominierte in der Folge die Partie. Der Ausgleich fiel erst nach der Pause durch den schwedischen Stürmer Viktor Gyökeres (50.).
Im Highbury Stadium, gleichnamig mit der alten Heimat des FC Arsenal in London, reichten dem Favoriten 78 Prozent Ballbesitz und 26 Schüsse nicht. Die Gunners standen in der vergangenen Saison noch im Endspiel, das sie gegen Manchester City (0:2) verloren. Die BBC schrieb von einer „schrecklichen“ Vorstellung der Gäste, die Sun von der „größten Sensation in der Ligapokalgeschichte“.
Arsenal nach Aus geschockt: „Wir sind alle traurig“
Arsenals Meister-Coach Mikel Arteta hat auf eine der größten Sensationen in der Geschichte des englischen Ligapokals tief enttäuscht, aber auch gefasst reagiert. „Ein wirklich trauriger Tag für uns“, sagte der Trainer nach dem 3:5 nach Elfmeterschießen im Achtelfinale gegen den Viertligisten Fleetwood Town. „Ich bin traurig. Ich glaube, wir sind alle traurig“, erklärte er.
Die beiden Vereine trennen normalerweise Welten. Zum Vergleich: Arsenals Kader hat laut dem Portal transfermarkt einen Marktwert von 1,38 Milliarden Euro. Fleetwoods Spieler kommen zusammen auf 2,75 Millionen Euro. Und während die Gunners in der Premier League punktgleich mit Spitzenreiter Manchester City sind, ist Fleetwood Tabellen-18. in der 24 Teams umfassenden vierten Liga.
Wie bei den Topteams aus der Premier League im Ligapokal üblich, schonte Arteta eine Reihe von Stars. So fehlten Mittelfeldspieler Declan Rice, Verteidiger Gabriel Magalhaes und Keeper David Raya im Kader. Prominent besetzt war die Startelf trotzdem, unter anderem mit dem deutschen Nationalspieler Kai Havertz und dem schwedischen Angreifer Viktor Gyökeres.
„Wir tragen eine enorme Verantwortung, dieses Wappen bestmöglich zu repräsentieren“, sagte Arteta, der seinen Spielern zumindest bezüglich ihrer Einstellung keinen Vorwurf machen wollte. „Ich habe niemanden gesehen, der nicht das getan hat, was auf diesem Niveau erwartet wird“, sagte der Spanier und ergänzte: „Es lag nicht an Einsatz, Fleiß oder dem Willen, zu gewinnen, aber uns fehlten andere Dinge.“
Der 44-Jährige haderte vor allem mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft. „Wir haben uns so viele Chancen erarbeitet und diese nicht genutzt. Und dann werden die Unterschiede so gering“, äußerte Arteta und fügte hinzu: „Das ist das Schöne am Fußball. Das ist auch das Schöne an diesem Wettbewerb.“
