Melzer sieht für Davis Cup gegen Belgien „alles angerichtet“
Nach zwei Trainingstagen im für den Davis Cup am WAC-Platz im Wiener Prater errichteten Tennisstadion hat sich Jürgen Melzer schon für eine Aufstellung für das Duell mit Belgien entschieden.
Wen er aus seinem Quintett für die Zweitrunden-Quali gegen den Semifinalisten des Vorjahres auf den Court schickt, behält der ÖTV-Kapitän freilich bis zur Auslosung am Donnerstag (11.30 Uhr) für sich. „Es ist alles angerichtet“, ist der 45-Jährige jedenfalls guter Dinge.
„Du merkst, dass wenn das Team zusammenkommt, es eine recht homogene Mannschaft ist“, berichtete Melzer am Mittwoch bei der obligatorischen Pre-Draw-Pressekonferenz. Das treffe auch zu, obwohl mit Joel Schwärzler und Neil Oberleitner zwei Neue in der rot-weiß-roten Equipe stehen. Dazu kommen die Einzelspezialisten Jurij Rodionov und Lukas Neumayer sowie Doppelspieler Lucas Miedler. Die Spielbedingungen seien wie gewünscht, berichtete Melzer. „Ich bin recht zuversichtlich.“ Der Glaube sei auch bei den Spielern da, den Aufstieg zu schaffen.
Nach den Ausfällen beim Gegner der Top-40-Spieler Raphael Collignon und US-Open-Viertelfinalist Alexander Blockx sind die Voraussetzungen für den für Freitag (13.00 Uhr) und Samstag (11.00) angesetzten Länderkampf zudem andere. „Für mich ist es jetzt wirklich eine 50:50-Partie, wo wir es mit dem Publikum im Rücken nach Bologna schaffen können.“ Dort findet vom 24. bis 29. November das Finalturnier statt. Schon im Vorjahr waren die Österreicher da dabei, nach einem 0:2 gegen den späteren Titelträger Italien war im Viertelfinale Endstation.
Kapitäne Melzer und Darcis Freunde noch aus Tour-Tagen
Melzer und Belgiens Kapitän Steve Darcis sind nicht nur Gegner, sondern auch Freunde. „Das waren wir auch schon auf der Tour“, erklärte Melzer auf APA-Anfrage. Und auch wenn Österreich gegen Belgien im Head-to-Head 5:0 führt, gegen den drei Jahre jüngeren Darcis schloss Melzer seine aktive Spieler-Karriere mit einem 2:3 in direkten Vergleichen ab. Das nun im Davis Cup exakt umzudrehen würde den Aufstieg bringen. Auch wegen Darcis sei das aber nicht einfach, wie Melzer indirekt verdeutlichte. „Steve ist einer der besten Kapitäne und hat ein supertaktisches Verständnis.“
Der Gedanke daran, wie sein Konterpart aufstellen könnte, macht Melzer jedoch nicht nervös. „Wir haben nach der Auslosung einen Tag Zeit, um darauf einzugehen.“ Klar „scoute“ er die Gegnerschaft. Von daher sehe er eine kleine Option, dass Zizou Bergs auch zum Doppel-Einsatz komme. Darcis bestätigte, dass das eine seiner Optionen sei. Der 27-jährige Bergs hätte dann eine höhere Match-Belastung – auf dem von ihm nicht bevorzugten Sand. Darcis bezeichnete Österreichs Belagswahl als zu diesem Saisonzeitpunkt für die Spieler nicht günstig, „Aber das ist Davis Cup, daher ist es fair.“
Auch die Entwicklung der Personalsituation begünstigt die Gäste nicht. „Es ist hart“, meinte Darcis. „Wir wären mit drei Top-40-Spielern als großer Favorit gekommen, jetzt haben wir nur noch einen (Bergs, Anm.). Du startest mit Chancen von 80:20, jetzt ist es 50:50. Aber das ist Teil des Spiels, das ist Davis Cup. Ich fühle mich auch immer noch gut.“ Darcis hat mit Gauthier Onclin, gemäß Ranking seine Nummer zwei in Wien, ebenso einen Debütanten im Kader. Das Heim-Team schätzt er hoch ein: „Die Österreicher haben ein sehr, sehr gefährliches Team. Es wird ein großer Kampf.“
