Nach Niederlage gegen Mexiko: ÖTV-Frauen denken bereits an Wiederaufstieg
Zwei Punkte haben am Sonntag in Schwechat für Österreichs Tennis-Frauen den großen Unterschied ausgemacht. Wären diese beiden letzten Ballwechsel im Play-off-Duell mit Mexiko im Multiversum an Sinja Kraus und Melanie Klaffner statt an die Mexikanerinnen Fernanda Contreras/Giuliana Olmos gegangen, bestünde im April die ÖTV-Chance auf das Weltgruppen-Finalturnier. So aber rutschte die rot-weiß-rote Equipe durch das 2:3 wieder in die ungeliebte Euro/Afrika-Zone I ab.
Ungeliebt nicht nur wegen der Zweitklassigkeit, sondern auch wegen der Turnierform und dem harten Weg hinauf zur Play-off-Chance. 2022 war der Aufstieg auch mit etwas Glück gelungen, nachdem in einer Woche sechs Länderkämpfe zu bestreiten gewesen waren. „Das ist extrem schwierig, ich finde das einen Wahnsinn“, bekrittelte ÖTV-Kapitänin Marion Maruska das Format. Sie habe damals deswegen auch ein – unbeantwortet gebliebenes – Beschwerde-Mail an den internationalen Verband geschrieben.
Vom sportlichen Aspekt her sei es zudem sehr schwierig zu reüssieren, da einige Teams mit Spielerinnen aus den Top 100 antreten. „Es ist irrsinnig schwer und hart in der Euro/Afrika-Zone, aber wir haben ein starkes Team und können den Aufstieg nächstes Jahr schon wieder schaffen“, meinte Maruska der Niederlage zum Trotz. „Das ist auch unser Ziel, weil in der Zone mag keiner bleiben.“ Die Hoffnung besteht bei der ÖTV-Equipe, dass die derzeit verletzte Julia Grabher dann wieder dabei sein kann.
In Abwesenheit der Vorarlbergerin fungierte Kraus mit ihren 21 Jahren einmal mehr als Österreichs Führungsspielerin, ihr gegen Olmos eingefahrener Punkt reichte nicht zum Gesamterfolg. Ende November/Anfang Dezember wird die Wienerin noch zwei ITF-Turniere auf Zypern bestreiten, dann gehe es in die Vorbereitung auf die nächste Saison. „Für 2024 habe ich einmal nur für die Australian Open geplant, weiter ist noch nichts konkret.“ Der erstmalige Einzug in ein Major-Hauptfeld ist eines ihrer Ziele.
Paszek will auf Grand-Slam-Level zurückkehren
Während Klaffner hofft, durch ein verbessertes persönliches Ranking auch weiterhin bei Kraus‘ Turnieren mit ihr im Doppel antreten zu können, will Tamira Paszek ihren Weg hinauf im Ranking im Einzel fortsetzen. Nach einem wieder verletzungsreichen Jahr will sie – nun wieder fit – ihre Saison noch um einiges verlängern, indem sie für weitere vier bis fünf Turniere genannt hat. „Ich möchte das ausnutzen, so lange es körperlich geht. Danach schauen wir, wie wir die Off-season gestalten.“
Die Chance auf eine spürbare Verbesserung im Ranking sei groß, bis Mai habe sie nichts zu verteidigen. Freilich sei es für sie, die zweifache Wimbledon-Viertelfinalistin, bei ITF-Turnieren nach wie vor schwierig. „Es ist so tough, wenn man um fünf oder zehn Punkte spielt. Man spielt da um so viel defensiver.“ Das habe sich mittlerweile auf ihre ganze Spielweise ausgewirkt. „Ich glaube, dass das der entscheidende Schritt sein wird in Richtung Top 300 und Grand-Slam-Level, dass ich noch einmal meinem Spiel vertraue.“
Ihre Leistungen von Schwechat vor allem mit ihrem Dreisatzsieg gegen Olmos würden ihr zwar einen Schub geben, aber Luft nach oben gäbe es aber eben zweifellos. „Hin und wieder sind einige Punkte, wo ich bei 80 Prozent bin. Dann habe ich das Gefühl, ich spiele mit der Handbremse und bin vielleicht bei 40 Prozent“, erläuterte die 32-Jährige. „Dass ich nicht so loslasse, wie ich zu meiner besten Zeit losgelassen habe und nicht mit der Power oder der Intention spiele, bei jedem Ball reinzugehen. Daran arbeite ich.“
(APA).
Beitragsbild: GEPA.
