St. Pölten nach Pleite gegen Juve in Frauen-CL-Quali vor Aus
Für den SKN St. Pölten wird es mit der fünften Teilnahme an der Frauen-Fußball-Champions-League in Folge nichts werden. Die Niederösterreicherinnen verloren das Drittrunden-Qualifikations-Hinspiel gegen Juventus Turin am Mittwoch in der NV Arena mit 0:3 (0:2) und stehen vor dem Aus. Das Rückspiel geht am 2. September (20.30 Uhr) in Biella über die Bühne. Der Aufsteiger hat einen Platz in der Ligaphase, der Verlierer steigt in die 2. Quali-Runde zum Women’s Europa Cup um.
Tatiana Pinto (8.) leitete den Sieg früh ein, Martina Rosucci (38.) legte noch vor dem Seitenwechsel nach. Nach Pintos zweitem Treffer (80.) war alles klar. Die Gastgeberinnen waren in der Offensive größtenteils harmlos, präsentierten sich insgesamt aber besser als beim 0:5 an selber Stelle am 9. Dezember 2025 in der „Königsklasse“. Verloren hatte St. Pölten gegen die „Alte Dame“ auch im Premierenduell, am 21. August 2021 hatte es in der 1. CL-Quali-Runde in Turin eine 1:4-Niederlage gegeben.
Früher Gegentreffer leitete Niederlage ein
„Es war ein großartiges Spiel, sie haben versucht, alles zu geben, die Räume zu schließen. Wir haben aber gegen technisch eines der besten Teams Europas gespielt, das war Barcelona-Style. Wir hatten trotzdem eine gute Organisation. Bitter ist, dass bei den Gegentoren kleine Fehler den Ausschlag gegeben haben“, resümierte SKN-Trainer Laurent Fassotte. Im Spiel mit dem Ball habe man nicht klar und mutig genug agiert. Positiv sei, dass man trotzdem alles versucht habe, um ein Tor zu erzielen. „Ein 1:2 hätte uns Hoffnung für das Rückspiel gegeben, so ist es quasi vorbei. Wir richten jetzt den Fokus auf die Bundesliga und im Rückspiel wollen wir dann aus unseren Fehlern lernen und uns verbessern.“
Fassotte sah sein Team durch den starken Saisonstart besser gerüstet für das „Highlightspiel“ als noch vergangenes Jahr. Einen frühen Rückschlag nach etwas mehr als sieben Minuten setzte es trotzdem. SKN-Kapitänin Jennifer Klein lenkte einen Schuss zu Pinto ab, die volley einschoss. Beinahe wäre dem ehemaligen Serienmeister aus dem Nichts der Ausgleich geglückt, Rossuci schoss beim Herausspielen Lisa Ebert an und hatte Glück, dass der Ball neben das Tor kullerte (19.). Ein Weitschuss von Alma Aagaard fiel zu schwach aus (24.). Juve kontrollierte über weite Strecken das Geschehen und legte aus einem Weitschuss nach. Rosucci zog aus fast 30 Metern ab und überwand Carina Schlüter, die nicht mehr hinkam.
SKN vergab Chancen
Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Italienerinnen ein leichtes Chancenübergewicht, eiskalt im Abschluss war aber nur Pinto, die aus acht Metern abstaubte, nachdem Schlüter einen Serturini-Schuss nach einem Gegenstoß nur kurz abgewehrt hatte. Der SKN kam dreimal an einen Ehrentreffer heran. Einen Schuss von Magdalena Rukavina konnte Danielle de Jong, die neuerlich den Vorzug gegenüber ÖFB-Torfrau Larissa Rusek erhielt, über die Latte drehen (75.). Ein Volley von Ebert nach der darauffolgenden Ecke ging daneben (76.). Zudem verfehlte Isabel Aistleitner das Tor bei einem Weitschuss knapp (89.).
Juve gewann auch das vierte Pflichtspiel in dieser Saison, für St. Pölten setzte es nach fünf erfolgreichen Auftritten die erste Niederlage. „Unterm Strich war es zu wenig. Wir haben uns viel mehr vorgenommen mit Ball, haben uns aber zu sehr versteckt, waren technisch und individuell nicht auf unserem Level. Das können wir besser. Deshalb überwiegt die Enttäuschung“, meinte Klein.
