„Nicht gut genug“: Salzburger Frust nach zweiter EL-Pleite
Statt den zweiten Sieg im vierten Spiel der Europa-League-Ligaphase einzufahren, hat Salzburg die zweite Niederlage kassiert.
Das 0:2 beim belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht war verdient, was im Lager der Gäste für große Enttäuschung sorgte. „Um ehrlich zu sein, war es einfach nicht gut genug von uns“, sagte der belgische Flügelspieler Yorbe Vertessen. Sein Coach sah es ähnlich. „Am Ende reicht auf diesem Level eine gute Halbzeit nicht“, meinte Danny Röhl.
Seine Truppe sah sich am Donnerstag in Brüssel früh mit einer Anderlecht-Druckphase konfrontiert und geriet durch einen Freistoß über die Mauer von Ludwig Augustinsson (20.) auch wenig überraschend in Rückstand. Salzburgs Tormann Christian Zawieschitzky war regungslos, Schuld traf ihn keine. „Es war ein toller Freistoß“, sagte Röhl. Ihn ärgerte vielmehr das Foulspiel von Linksverteidiger Frans Krätzig knapp außerhalb des Strafraums zuvor.
„Da können wir smarter im Laufduell sein, den Gegner stellen“, meinte der Deutsche. Zawieschitzky rückte in der Folge noch mehrere Male in den Fokus und zeigte dabei, dass er zurecht in den Kreis der ÖFB-Nationalteam-Torleute aufgestiegen ist.
Janko über Salzburg-Auftritt: „Erste Hälfte war unterirdisch“
Salzburg verschläft erste Halbzeit
„Wir haben die erste Halbzeit ein bisschen verschlafen, hatten wenig Zugriff gegen den Ball. Das Beste vor der Pause war das Ergebnis“, resümierte Salzburgs Coach. Nach einer Anpassung habe man eine gute Reaktion gezeigt, hätte mehr Ballbesitzphasen gehabt und sei 30 Minuten lang voll im Spiel gewesen. Offensiv blieb aber eine Kopfballchance von Haris Tabakovic (71.) und ein Abschluss von Tim Drexler (84.), den Tormann Colin Coosemans ins Gesicht bekam und so klären konnte, die magere Ausbeute. „Das waren Aktionen, wo man ins Spiel zurückkommen hätte können“, sagte Röhl. Es kam aber anders, und Marten Winkler (90.) machte nach einem Konter mit dem 2:0 alles klar.
Damit gab es nach dem 0:4 gegen AC Milan und bitteren 2:2 nach 2:0-Führung bei Celje das dritte sieglose Spiel im Bewerb in Folge. Das nach einem souveränen 5:1 in der Liga gegen Austria Lustenau. „Beim Switch von der Bundesliga zum Europacup musst du was draufpacken, da sind es engere Entscheidungen“, sagte Röhl. Die durch sieben Ausfälle personell geschwächten Salzburger fielen in der Tabelle vom 21. auf den 26. Rang zurück und aus den Aufstiegsrängen. „Wenn man sich die Ergebnisse anschaut, sieht man, dass es in Europa schwer ist, Siege einzufahren“, meinte der 37-Jährige.
Nächste Hürde punktloses Schlusslicht
Am 26. November sollte gegen Ararat-Armenia unbedingt einer dazukommen, die Armenier sind als einziges Team noch punktlos. Danach geht es vor Weihnachten noch gegen Sparta Prag zu Hause. „Wir müssen alles reinlegen, vielleicht gelingen uns zwei Siege, dann stehen wir ganz gut da“, sagte Röhl. 2027 warten noch schwierige Duelle mit Bayer Leverkusen (auswärts) und Crystal Palace (heim). „Wir haben schon gezeigt, dass wir zu Hause gute Spiele abliefern können. Zwei Spiele müssen wir noch gewinnen“, rechnete Kapitän Haris Tabakovic vor.
Und Vertessen, für den die Belgier „besser als erwartet waren“, ergänzte: „Ich weiß, dass wir mehr Qualität haben, wir es besser können, das müssen wir zeigen und auch Punkte einfahren.“ Auf dem 24. und letzten Platz für die K.o.-Phase befindet sich das auch bei vier Zählern haltende Sturm Graz. Die Steirer sind am Sonntag in Liebenau Salzburgs nächster Ligagegner, sie kassierten mit einem 2:3 gegen Celje einen noch heftigeren Dämpfer. „Wir müssen in Zukunft von der ersten Minute an da sein. Am Sonntag gilt es, eine Reaktion zu zeigen. Wir gehen mit voller Energie rein, um in der Liga ungeschlagen zu bleiben“, sagte Röhl. Laut Tabakovic könne man sich heute aufregen, müsse aber morgen nach vorne schauen.
